
Sechs Tote bei Waldbrand in Los Gallardos – Andalusische Behörden rufen Notstand aus
Bei einem Waldbrand in Los Gallardos (Provinz Almería) sind am Donnerstag sechs Menschen ums Leben gekommen. Die Opfer wurden in Fahrzeugen und einem landwirtschaftlichen Gebäude entdeckt. Der Brand löste Massenevakuierungen und den Einsatz von über 100 Feuerwehrleuten sowie der militärischen Notfalleinheit aus.
Ausbruch und Eskalation
Am Donnerstagnachmittag brach in der Gemeinde Los Gallardos in der Provinz Almería im Südosten Spaniens ein Waldbrand aus. Das Feuer entstand während einer intensiven Hitzewelle und zwang den regionalen Notdienst Plan Infoca am frühen Abend um 20:07 Uhr zur Ausrufung der Notfallphase 1. Antonio Sanz, der regionale Minister für Präsidiales, Gesundheit und Notfälle, gab die Eskalation bekannt und forderte die Bevölkerung auf, sich von den betroffenen Gebieten fernzuhalten. Kurz darauf begannen präventive Evakuierungen in mehreren Weilern nahe Bédar, darunter Almocáizar, El Albarico und Los Pinos.
- Feuer bricht in einem Gebiet von Los Gallardos aus.
- Plan Infoca erhöht Alarmstufe auf Notfallphase 1; präventive Evakuierungen beginnen.
- Lage auf operative Stufe 2 angehoben; UME-Einsatz angefordert.
- Sechs Todesopfer bestätigt; einige Leichen in Fahrzeugen und einem Cortijo gefunden.
Todesfälle und Verletzte
Am Abend wurde die Zahl der Todesopfer bekannt. Die Rettungsdienste bestätigten sechs Tote; einige Leichen wurden in Fahrzeugen entdeckt, andere in einem ländlichen Gebäude (Cortijo) in einem Weiler von Bédar. Die Identitäten und die genauen Umstände der Opfer wurden zunächst nicht mitgeteilt. Mindestens drei Verletzte wurden gemeldet: ein Mann und eine Frau mit Verbrennungen sowie eine Person mit Rauchvergiftung. Die Verletzten wurden in das Krankenhaus Torrecárdenas in der Stadt Almería gebracht.
Es sind schreckliche Nachrichten, heute trauern die Herzen aller Andalusier.
Einsatzverstärkung
Die Löschkräfte wurden rasch aufgestockt. Zunächst waren etwa 50 Waldbrandbekämpfer und zwei Tanklöschfahrzeuge am Boden im Einsatz, unterstützt durch Luftfahrzeuge. Am späten Abend war der Einsatz auf 105 Einsatzkräfte am Boden, drei Tanklöschfahrzeuge, sechs Bodenladeflugzeuge, ein schweres Amphibienflugzeug, ein Koordinierungsflugzeug, einen leichten Hubschrauber, sechs mittelschwere Hubschrauber, einen Führungshubschrauber und eine medizinische Einheit angewachsen. Um 22:37 Uhr wurde die Lage auf die operative Stufe 2 angehoben, was die Aktivierung der militärischen Notfalleinheit (UME) Spaniens auslöste; Soldaten des zweiten Interventionbataillons wurden in das Gebiet entsandt.
Betroffene Gemeinden und Vorsichtsmaßnahmen
Die Bewohner mehrerer Weiler nahe Bédar wurden vorsorglich evakuiert: Almocáizar, El Albarico, Fuente del Albarico, Serena, Los Pinos und das Gebiet Pinar de Bédar. Straßensperrungen wurden auf der N-340A und auf der Autobahn A-7 zwischen den Kilometern 709 und 714 eingerichtet, um den Einsatzverkehr zu erleichtern. Die Behörden empfahlen der Bevölkerung, Türen und Fenster abzudichten, Kinder, ältere Menschen und Personen mit gesundheitlichen Problemen vor dem Rauch zu schützen und das gesamte Gebiet zu meiden.
Offizielle Reaktion und Hintergrund
Das Feuer brach mitten in einer Hitzewelle aus, mit Windböen von bis zu 50 km/h, was die Eindämmung erschwerte. Der andalusische Präsident Juanma Moreno rief über soziale Medien zur Vorsicht in der Nacht auf. Die Tragödie überschattete die politische Agenda: Sanz, der zum ersten Vizepräsidenten der Regionalregierung ernannt worden war, sollte am Freitag bei einer Zeremonie in Sevilla vereidigt werden.


