
Waldbrand in Südfrankreich zwingt 3.000 Menschen zur Evakuierung, zerstört 256 Bungalows und bedroht Industriehafen
Ein Waldbrand, der am Donnerstag, dem 2. Juli, in der Nähe von Saint-Marie-la-Mer ausbrach, breitete sich schnell über Campingplätze und einen Industriehafen in Canet-en-Roussillon aus, verletzte mindestens neun Menschen und zerstörte Hunderte von Mobilheimen.
Ein sich schnell ausbreitender Waldbrand fegte am Donnerstagnachmittag durch eine Küstenzone östlich von Perpignan, übersprang den Fluss Têt und erfasste drei Campingplätze, bevor er den Jachthafen von Canet-en-Roussillon erreichte. Die Behörden evakuierten rund 3.000 Touristen und Anwohner, viele von ihnen von den Campingplätzen Brasilia, Marina und Santa Maria. Mindestens neun Menschen wurden wegen leichter Verletzungen behandelt, darunter ein Kind, ein freiwilliger Feuerwehrmann, der bei einer Gasexplosion verletzt wurde, und zwei Gemeindepolizisten mit Rauchvergiftung.
Ausbreitung von den Campingplätzen zum Industriehafen
Das Feuer brach kurz vor 14 Uhr in der Nähe des Campingplatzes Santa Maria in Sainte-Marie-la-Mer aus. Angetrieben von einem starken Tramontana-Wind und hohen Temperaturen überquerte es den Fluss Têt und raste durch zwei weitere Campingplätze am gegenüberliegenden Ufer, Le Brasilia und Le Marina. Von dort erreichten die Flammen die nautische Industriezone, wo das Verwaltungsgebäude des Bootsbauers Catana beschädigt wurde und eine Yacht Feuer fing. Die Präfektur des Départements Pyrénées-Orientales schätzte die verbrannte Fläche bis 18 Uhr auf 30 Hektar.
In den kommenden Stunden besteht die erste Priorität darin, den industriellen Nautikpol von Canet-en-Roussillon zu schützen, wo sich in Industriegebäuden brennbare und umweltschädliche Produkte befinden.
- Brand in der Nähe des Campingplatzes Santa Maria in Sainte-Marie-la-Mer gemeldet
- Flammen überspringen den Fluss Têt und breiten sich auf die Campingplätze Le Brasilia und Marina aus
- Mitarbeiter der Firma Catana evakuiert
- Evakuierungen von Campern, Strandbesuchern und Anwohnern beginnen
- Feuer erreicht die Nautikzone; eine Yacht gerät in Brand
- Strandevakuierung abgeschlossen
- Flughafen Perpignan setzt kommerzielle Flüge aus; drei Flüge annulliert/umgeleitet
- Präfektur meldet 30 Hektar verbrannt, 200 Feuerwehrleute noch im Einsatz
Evakuierungen und Sachschäden
Insgesamt wurden 256 Bungalows zerstört: 150 in Le Brasilia, 80 in Marina und 26 in Santa Maria, so Präfekt Pierre Regnault de La Mothe. Mehr als 200 Mobilheime und mehrere Fahrzeuge brannten ebenfalls. Die Strandevakuierungen waren um 16:45 Uhr abgeschlossen, und 3.000 Menschen wurden in Gemeindehallen untergebracht. Der kommerzielle Flugverkehr am Flughafen Perpignan wurde vorübergehend eingestellt, drei Flüge wurden annulliert oder umgeleitet.
Weitere Brände und politische Reaktionen
Ein größerer Waldbrand, der am Mittwoch im Grenzgebiet zwischen Aude und Hérault ausgebrochen war, hatte bis Donnerstagnachmittag bereits rund 900 Hektar verzehrt. Premierminister Sébastien Lecornu, der eine Krisensitzung in Marseille leitete, sagte, dass seit Saisonbeginn 7.000 Waldbrände landesweit 8.700 Hektar zerstört hätten.
Wir müssen anerkennen, dass sie etwa 15 Tage bis drei Wochen früher auftreten als in den üblichen Zeiträumen.
Die Grünen reichten am Donnerstag einen Misstrauensantrag gegen Lecornus Regierung ein und prangerten an, was sie als unzureichende Maßnahmen zur Bewältigung steigender Temperaturen bezeichneten.
Augenzeugenberichte
Eine belgische Familie, die in Le Brasilia wohnte, beschrieb die Flucht über den Strand mit nur Telefonen, Personalausweisen und Bargeld. „Wir sahen große Rauchwolken über dem Strand, wo unser Wohnwagen steht“, sagte Xavier Demets. „Wir nahmen nur unsere Telefone, Personalausweise und etwas Geld. Dann sind wir sofort losgefahren.“ Eine schottische Touristin konnte nach dem Einkaufen nicht zu demselben Campingplatz zurückkehren; ihr Wohnwagen und all ihre Kleidung blieben darin.
Rund 200 Feuerwehrleute und vier Löschhubschrauber wurden gegen den Brand in Canet eingesetzt, während Laurent Nunez (von der Deutschen Welle als Innenminister und von NOS als Infrastrukturminister bezeichnet) berichtete, dass seit Mittwoch 1.200 Feuerwehrleute in der gesamten Region mobilisiert worden seien.


