
WHO erklärt Hantavirus-Ausbruch auf Kreuzfahrtschiff MV Hondius für beendet, nachdem letzter Kontakt die Quarantäne beendet hat
Der letzte Kontakt einer auf der MV Hondius dem Virus ausgesetzten Person hat die Quarantäne beendet und negativ getestet, sagte der WHO-Chef am Donnerstag. Seit dem 25. Mai wurden keine Fälle mehr gemeldet.
Ausbruch für beendet erklärt
WHO-Generaldirektor Tedros Adhanom Ghebreyesus gab am Donnerstag bekannt, dass der Hantavirus-Ausbruch auf dem Kreuzfahrtschiff MV Hondius beendet sei. Der letzte Kontakt einer exponierten Person habe die Quarantäne beendet, negativ getestet und sei nach Hause zurückgekehrt. Seit dem 25. Mai wurden keine Neuinfektionen mehr gemeldet.
Heute hat der letzte Kontakt einer Person, die auf dem Kreuzfahrtschiff MV Hondius dem Hantavirus ausgesetzt war, seine Quarantänezeit beendet, negativ getestet und ist nach Hause zurückgekehrt. Seit dem 25. Mai wurden keine weiteren Fälle gemeldet. Daher betrachtet die WHO den Hantavirus-Ausbruch als beendet.
Die Reise und ihre Bilanz
Das unter niederländischer Flagge fahrende Polarforschungsschiff stach am 1. April von Ushuaia, Argentinien, aus in See. Vor der Einschiffung hatten die ersten beiden Fälle eine Vogelbeobachtungsreise durch Argentinien, Chile und Uruguay unternommen und dabei Orte besucht, an denen die Rattenart vorkommt, die bekanntermaßen das Virus überträgt. Der erste Passagier starb am 11. April, während das Schiff auf See zwischen Argentinien und Südafrika war. Ein zweiter Todesfall folgte am 26. April in Johannesburg, nachdem dieser Passagier evakuiert worden war. Ein dritter Passagier starb am 2. Mai an Bord.
Am 10. Mai ankerte die Hondius nahe Teneriffa auf den spanischen Kanarischen Inseln. Mehr als 120 verbliebene Passagiere wurden evakuiert und in ihre Heimatländer geflogen. Das Schiff legte später am 18. Mai in Rotterdam, Niederlande, an, wo eine reduzierte Besatzung eine Quarantäne begann. Nach Reinigung und Desinfektion wurde das Schiff am 30. Mai wieder für die Fahrt freigegeben.
- MV Hondius verlässt Ushuaia, Argentinien.
- Erster Passagier stirbt an Bord.
- Zweiter Todesfall: Ein Passagier stirbt nach Evakuierung nach Johannesburg, Südafrika.
- Dritter Todesfall an Bord des Schiffes.
- Schiff trifft nahe Teneriffa, Spanien, ein; verbliebene Passagiere evakuiert.
- Hondius legt in Rotterdam, Niederlande, an.
- Letzter bekannter Fall. Keine weiteren Infektionen gemeldet.
- Schiff nach Desinfektion wieder für die Ausfahrt freigegeben.
- WHO erklärt Ausbruch für beendet, nachdem letzter Kontakt Quarantäne beendet.
Ein seltener, von Mensch zu Mensch übertragbarer Stamm
Bei dem beteiligten Virus handelte es sich um den Andes-Hantavirus-Stamm, das einzige bekannte Hantavirus, das sich durch engen, längeren menschlichen Kontakt verbreiten kann. Hantaviren infizieren Menschen typischerweise durch Kontakt mit Nagetieren oder deren Urin, Kot und Speichel. Zu den Symptomen können Fieber, starke Müdigkeit, Muskelschmerzen, Bauchschmerzen, Erbrechen, Durchfall und Kurzatmigkeit gehören, die ein bis acht Wochen nach der Exposition auftreten. Es gibt keine zugelassenen Impfstoffe oder gezielte antivirale Behandlungen; die Versorgung bleibt weitgehend unterstützend.
Das Andes-Virus und andere Hantaviren stellen weiterhin eine Bedrohung für die öffentliche Gesundheit in Südamerika und einigen anderen Regionen dar, in denen sie endemisch sind. Wir müssen dieses Virus weiterhin überwachen und uns auf seine weitere Ausbreitung vorbereiten.
Globale Reaktion und Nachverfolgung
Mehr als 650 Kontakte wurden von Gesundheitsbehörden in 33 Ländern und Territorien identifiziert und nachverfolgt. Tedros dankte Argentinien, Kap Verde, Chile, den Niederlanden, Südafrika, dem Vereinigten Königreich und insbesondere Spanien für die Unterstützung der Reaktion im Rahmen der Internationalen Gesundheitsvorschriften und würdigte Spaniens Rolle bei der sicheren Ausschiffung und Rückführung auf Teneriffa.
Die WHO koordiniert nun eine Studie mit 21 Ländern, um zu verstehen, wie sich die Krankheit entwickelt, mit dem Ziel, die Entwicklung von Diagnostika, Therapeutika und Impfstoffen für künftige Ausbrüche zu unterstützen. Tedros betonte, dass dieser spezielle Ausbruch zwar beendet sei, Hantavirus aber weiterhin eine langfristige Herausforderung für die öffentliche Gesundheit darstelle.
Wir koordinieren außerdem eine Studie mit 21 Ländern, um zu verstehen, wie sich die Krankheit entwickelt, was die Entwicklung von Diagnostika, Therapeutika und Impfstoffen für künftige Ausbrüche unterstützen wird.


