
Acht Festnahmen in Großbritannien: NCA deckt globales Netzwerk von K.-o.-Tropfen-Vergewaltigungen auf
Die National Crime Agency hat in Großbritannien mindestens acht Personen festgenommen und weltweit 270 Personen identifiziert, die mit Online-Foren in Verbindung stehen, die Männer dazu anstiften, Frauen – oft ihre langjährigen Partnerinnen – mit K.-o.-Tropfen gefügig zu machen und zu vergewaltigen.
Die Ermittlungen
Die britischen Strafverfolgungsbehörden begannen im Oktober 2025 mit den Ermittlungen zu dem Online-Forum, nachdem deutsche Investigativjournalisten die Behörden auf eine Plattform aufmerksam gemacht hatten, die zur Koordinierung von K.-o.-Tropfen-Übergriffen genutzt wurde. Die National Crime Agency (NCA) hat seitdem mehr als 270 Personen identifiziert, die mit dem Forum und seinen Ablegern in Verbindung stehen. Der stellvertretende Direktor Nigel Leary bezeichnete die Erkenntnisse als „ein wahrhaft internationales Netzwerk, dessen Mitglieder in Dutzenden von Ländern auf allen Kontinenten identifiziert wurden“.
Wir glauben, ein wahrhaft internationales Netzwerk aufgedeckt zu haben, dessen Mitglieder in Dutzenden von Ländern auf allen Kontinenten identifiziert wurden.
Die Behörde hat über 210 Geheimdienstpakete an in- und ausländische Strafverfolgungspartner weitergeleitet, wobei mehr als 90 % ins Ausland gingen. Mindestens 14 separate Ermittlungen sind nun im Vereinigten Königreich und international aktiv. „Das Ausmaß dessen, was wir bisher gesehen haben, ist zutiefst besorgniserregend“, sagte Leary und wies darauf hin, dass solche Verbrechen „kein isoliertes Verhalten mehr sind, sondern zunehmend organisiert.“
Ein globales Forum für Missbrauch
Die Nutzer der verschlüsselten Foren diskutieren darüber, wie sie Opfer betäuben können, um „den abscheulichsten sexuellen Missbrauch“ zu begehen, sagte Leary. Sie tauschen Ratschläge zu Beruhigungsmitteln, Taktiken zur Vermeidung von Entdeckung und zur Koordinierung von gefilmten Übergriffen aus. Die Foren schaffen „ein Gefühl von Gemeinschaft und Legitimität, in dem zutiefst schädliches Verhalten verharmlost oder gerechtfertigt wird“, erklärte er.
Der Missbrauch, über den wir sprechen, ist einer der schrecklichsten, den ich in meiner Karriere gesehen habe. Opfer werden in ihren eigenen vier Wänden in einem ultimativen Vertrauensbruch grausamen sexuellen Straftaten ausgesetzt.
Bei einem Treffen in London Ende letzten Monats tauschten Vertreter der Strafverfolgungsbehörden aus Brasilien, Kanada, Frankreich, Ungarn, den Niederlanden, Spanien und den Vereinigten Staaten Geheimdienstinformationen aus. Diese Sitzung führte zur Identifizierung von mehr als 150 Tätern und Opfern und deckte vier weitere Online-Communities auf.
Das Muster des Missbrauchs
Die Verbrechen ereignen sich oft innerhalb von „engen, vertrauensvollen und oft langjährigen Beziehungen“, so die NCA, und verwies auf Parallelen zum aufsehenerregenden Fall von Gisèle Pelicot in Frankreich. Ihr Ex-Mann wurde 2025 zu einer Haftstrafe verurteilt, weil er sie fast ein Jahrzehnt lang betäubt und vergewaltigt hatte und Dutzende anderer Männer zur Teilnahme einlud. Seit diesem Prozess sind ähnliche Fälle in ganz Europa aufgetaucht, von Deutschland bis in die Niederlande.
Es ist eine schwerwiegende und sich ständig weiterentwickelnde Bedrohung, die in häuslicher Gewalt verwurzelt ist. Die digitale und vernetzte Natur dieser Missbräuche bedeutet, dass sich die Dimensionen verändern.
Da die Opfer sediert sind, können sich viele möglicherweise nicht an den Missbrauch erinnern, was die Erkennung und Meldung besonders erschwert. Die NCA hat bisher mindestens acht Überlebende geschützt.
- Deutsche Investigativjournalisten alarmieren die Behörden über ein Online-Forum, das zur Koordinierung von K.-o.-Tropfen-Übergriffen genutzt wird.
- Die NCA beginnt mit den Ermittlungen zu dem Forum und identifiziert zunächst Nutzer.
- Internationales Strafverfolgungstreffen in London identifiziert über 150 Täter und Opfer sowie vier neue Online-Communities.
- Die NCA gibt acht Festnahmen, 270 mit dem Forum in Verbindung stehende Personen und 14 aktive Ermittlungen bekannt.


