
Waldbrand in der Gironde bedroht Bordeaux, Verteidigungs- und Weltraumanlagen unter Schutz – Feuer erreicht 42.000 Hektar
Ein massiver Waldbrand in der Gironde hat sich bis auf 15 km an Bordeaux herangefressen, zwingt zu Evakuierungen und bedroht sensible Verteidigungs-, Luft- und Raumfahrt- sowie Wissenschaftseinrichtungen, darunter Raketenanlagen von ArianeGroup und ein Nuklearforschungszentrum der CEA.
Brandverlauf
Der Waldbrand entzündete sich am Mittwoch, den 22. Juli, in Saumos im Westen des Départements Gironde. Bis Sonntag, den 26. Juli, hatte er bereits 42.000 Hektar Kiefernwald vernichtet und rückte, vom Wind angetrieben, auf den südwestlichen Rand des Großraums Bordeaux vor. Am frühen Montag, den 27. Juli, meldete die Präfektur, dass die Brandfront etwa 15 km von der Stadt Bordeaux entfernt sei.
Gefährdete strategische Anlagen
Die westliche Region von Bordeaux beherbergt ein dichtes Netz von Verteidigungs-, Luft- und Raumfahrt- sowie Wissenschaftseinrichtungen, von denen viele in Kiefernwäldern liegen. ArianeGroup, der Hauptauftragnehmer für Frankreichs strategische Raketen und Weltraumträger, hat vier Standorte in der Gegend. Zwei befinden sich in Saint-Médard-en-Jalles, einer Gemeinde, die evakuiert wurde, und sind auf das Befüllen von Festtreibstoff – einem hochentzündlichen Material – in M51-Interkontinentalraketen spezialisiert. Ein dritter Standort in der ebenfalls evakuierten Gemeinde Le Haillan produziert Triebwerke für die Ariane-6-Trägerrakete. Roxel France, eine Tochtergesellschaft von MBDA, die Raketenmotoren baut, hat ebenfalls eine Anlage in Saint-Médard. In der Nähe befinden sich Standorte von Dassault, Safran und Thales. Weiter südlich, in der evakuierten Gemeinde Le Barp, betreibt die CEA (französische Atomenergiekommission) ein sensibles Forschungszentrum. Alle diese Standorte sind nun den vorrückenden Flammen ausgesetzt.
Brandschneisen und offizielle Reaktion
In der Nacht von Samstag, den 25. Juli, leiteten die Behörden Erdbewegungs- und Tiefbauarbeiten rund um mehrere sensible Standorte ein. Ziel war es, die gesamte Vegetation zu entfernen und Brandschneisen zu schaffen, die dem Feuer keinen Brennstoff mehr bieten.
In der Nacht haben wir Erdbewegungs- und Tiefbauarbeiten rund um eine Reihe sensibler Standorte durchgeführt, um Brandschneisen zu schaffen und die gesamte Vegetation zu entfernen, damit das Feuer dort keinen Brennstoff findet.
Präfektin Brocas lobte auch die Mobilisierung von Bauunternehmen, die zu den Arbeiten beigetragen haben. Das Verteidigungsministerium bestätigte, dass „Experten und Mittel“ eingesetzt worden seien, um die Sicherheit der Industrieanlagen zu gewährleisten.
ArianeGroup steht in ständigem Kontakt mit den lokalen und nationalen Behörden. Die mit dem Schutz der ArianeGroup-Standorte verbundenen Risiken werden berücksichtigt.
Evakuierungen und anhaltende Bedrohung
Die Gemeinden Saint-Médard-en-Jalles, Le Haillan und Le Barp wurden alle evakuiert, als das Feuer näher rückte. Die Feuerwehr konzentriert ihre Bemühungen auf diese strategischen Bereiche, gräbt zusätzliche Brandschneisen und positioniert Ressourcen zur Verteidigung der Anlagen. Das Feuer, das von den Behörden als außergewöhnlich beschrieben wird, brennt weiterhin unkontrolliert, und wechselnde Winde könnten die Eindämmung weiter erschweren.
Zeitleiste der wichtigsten Ereignisse
- Feuer bricht in Saumos im Westen der Gironde aus.
- Erdbewegungen schaffen Brandschneisen um sensible Verteidigungs- und Forschungsstandorte.
- Feuer erreicht 42.000 Hektar; Saint-Médard-en-Jalles, Le Haillan und Le Barp evakuiert.
- Brandfront etwa 15 km von Bordeaux entfernt.
