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Sicherheit·vor 2 Std.

Buckelwal 'Timmy' nach wochenlangem Drama in Dänemark geborgen – Obduktion soll Todesursache klären

Nach mehr als zwei Wochen Verwesung im Wasser wurde der Kadaver des Buckelwals 'Timmy' oder 'Hope' am Samstagmorgen auf der dänischen Insel Anholt an Land gezogen. Eine für Donnerstag geplante Obduktion soll die Todesursache klären und die Kontroverse um einen gescheiterten privaten Rettungsversuch beenden.

Bergung nach wochenlangem Warten

Der Kadaver des Buckelwals, bekannt als 'Timmy' oder 'Hope', wurde am Samstagmorgen erfolgreich auf der dänischen Insel Anholt an Land gezogen, nachdem mehrere frühere Bergungsversuche gescheitert waren. Ein Fahrzeug zog den aufgeblähten Körper mit einem dicken Stahlseil, das an der Schwanzflosse befestigt war, langsam an den Strand – ein Vorgang, der je nach Quelle ein bis zwei Stunden dauerte. Der Einsatz hinterließ eine tiefe Furche im Sand.

Alles verlief nach Plan und ohne Probleme. Jetzt liegt der Wal trocken und hoch, und alles ist vorbereitet, damit er obduziert und zerlegt werden kann.

Die Behörden sperrten den Kadaver sofort mit rot-weißem Absperrband ab und warnten Anwohner und Badegäste, sich nicht zu nähern – sowohl wegen der Infektionsgefahr als auch wegen des überwältigenden Gestanks. Augenzeugen beschrieben den Geruch als „ziemlich betäubend".

Die 'Timmy-Bombe' muss entschärft werden

Bevor die Obduktion beginnen kann, stehen die Experten vor einer dringenden Sicherheitsaufgabe: dem Ablassen der massiven Ansammlung von Verwesungsgasen, die den Kadaver nach mehr als zwei Wochen in der Sonne gefährlich aufgebläht haben. Der Biologe und Walexperte Peter Teglberg Madsen warnte vor der Explosionsgefahr.

Es besteht Explosionsgefahr, und dann fliegen Kilo schwere Fleischbrocken durch die Luft, die einen töten können.

Madsen, der bei der Bergung vor Ort war, erklärte, dass das Team mit einem scharfen Seziermesser an einem langen Stiel die Gase langsam aus dem Walkörper ablassen wird. Er bezeichnete dies als Routineverfahren für sein erfahrenes Team. Ein Teil des Wals, genauer gesagt die Bartenplatten aus dem Oberkiefer, war bereits am Freitagabend in der Nähe der Schwanzflosse entdeckt und von Arbeitern mit einem Baggerlöffel entfernt worden.

Obduktion für Donnerstag angesetzt

Die Obduktion ist für Donnerstagnachmittag geplant und wird nach Angaben von Morten Abildstrøm von der dänischen Naturbehörde voraussichtlich etwa sechs Stunden dauern. Der Strand wird während der Untersuchung abgesperrt. Tierärzte, Beamte und Experten werden den Darm und die Speiseröhre des Tieres nach Überresten von Fischernetzen und Plastik durchsuchen.

Bei vier der letzten sechs gestrandeten Buckelwale in Dänemark haben Fischernetze nachweislich eine Rolle bei ihrem Tod gespielt.

Bei den anderen beiden Fällen, so Madsen, seien Netze eine Möglichkeit gewesen, hätten aber nicht mit Sicherheit bestätigt werden können. Das Hauptziel ist es, endgültig zu klären, was das Tier getötet hat – eine Frage, die im Mittelpunkt der öffentlichen Debatte darüber stand, ob der Wal hätte gerettet werden können.

Ein umstrittener Rettungsversuch

Der Wal hatte seit März immer wieder Schlagzeilen gemacht, als er mehrfach an der deutschen Ostseeküste strandete, bevor er sich schließlich vor der Insel Poel in Mecklenburg-Vorpommern niederließ. Entgegen den Empfehlungen deutscher Experten transportierte eine privat finanzierte Initiative das Tier in einem Metallcontainer über die dänische Ostsee und setzte es in der Nordsee aus. Tage später wurde ein toter Wal, der Timmys Beschreibung entsprach, vor der dänischen Küste entdeckt.

Das war ganz offensichtlich ein krankes, geschwächtes Tier, das nicht zu retten war, und man hätte es einfach in Ruhe lassen sollen.

Madsen verurteilte die Rettungsaktion als „reine Tierquälerei" und beschrieb, wie ein Wildtier, das nie in Gefangenschaft gelebt hatte, tagelang in einer Metallbox eingesperrt, von Wellen hin und her geworfen, Motorgeräuschen ausgesetzt und dann einfach ins Meer gekippt wurde. Er argumentierte, die Erfahrung müsse für das Tier höllisch stressig und beängstigend gewesen sein, und forderte die Öffentlichkeit auf, stattdessen die zunehmende Präsenz von Buckelwalen in der Ostsee zu feiern.

Zeitleiste des Buckelwal-Ereignisses 'Timmy'
  1. Der Wal beginnt wiederholt an der deutschen Ostseeküste zu stranden und macht Schlagzeilen.
  2. Private Initiative transportiert den Wal von der Insel Poel über die Ostsee und setzt ihn entgegen Expertenrat in der Nordsee aus.
  3. Toter Wal, identifiziert als 'Timmy', wird vor der dänischen Insel Anholt treibend entdeckt.
  4. Bartenplatten aus dem Oberkiefer werden in der Nähe der Schwanzflosse entdeckt und vom Strand entfernt.
  5. Kadaver nach mehreren gescheiterten Bergungsversuchen erfolgreich auf Anholt an Land gezogen.
  6. Obduktion für Donnerstagnachmittag geplant, voraussichtliche Dauer etwa sechs Stunden.
Anholt · Poel

8 Quellen

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