
AfD liegt in Sachsen-Anhalt vor CDU – vor der Fernsehdebatte in Magdeburg
Die Spitzenkandidaten in Sachsen-Anhalt werden sich am Mittwochabend in einer vom MDR übertragenen Fernsehdebatte gegenüberstehen. Umfragen vor der Wahl sehen die AfD bei rund 41 % und die CDU bei 24 %.
Fernsehdebatte in Magdeburg
Die Parteivorsitzenden in Sachsen-Anhalt bereiten sich darauf vor, am Mittwochabend um 20:15 Uhr in der Landeshauptstadt Magdeburg aufeinanderzutreffen. Die Sendung wird im regulären Fernsehprogramm des Mitteldeutschen Rundfunks im Format „Fakt ist!“ ausgestrahlt. Die Studio-Begegnung beginnt mit einem direkten Schlagabtausch zwischen dem amtierenden Ministerpräsidenten Sven Schulze von der Christlich Demokratischen Union und Ulrich Siegmund, dem Spitzenkandidaten der Alternative für Deutschland. Im Anschluss an diesen ersten Zweikampf erweitert das Moderationsteam die Runde um Kandidaten fünf weiterer politischer Parteien, die zur Landtagswahl antreten. Vertreter der Linken, der Sozialdemokratischen Partei, der Grünen, der Freien Demokratischen Partei und des Bündnisses Sahra Wagenknecht stoßen zur größeren Runde hinzu. Die Sendung findet etwa anderthalb Wochen vor der Wahl statt.
Umfrageabstände und Regierungsziele
In Sachsen-Anhalt wird am Sonntag nächster Woche die Landtagswahl stattfinden. Aktuellen Meinungsumfragen zufolge führt die AfD das Feld mit einer Zustimmung von rund 41 % an und liegt damit deutlich vor der regierenden CDU mit etwa 24 %. Die AfD hat erklärt, ihr erklärtes Ziel sei es, ohne Koalition allein zu regieren. Sollte sie eine absolute Mehrheit erringen, hat die Partei angekündigt, eine offensive Abschiebepolitik umzusetzen und die staatsvertraglichen Grundlagen des öffentlich-rechtlichen Rundfunks zu kündigen. Ihr Programm sieht zudem ein Begrüßungsgeld für Neugeborene und ein Verbot von Regenbogenfahnen an öffentlichen Schulen vor. Ob die AfD eine Ein-Parteien-Regierung erreichen kann, hängt davon ab, wie viele konkurrierende Parteien die Fünfprozenthürde überwinden und wie diese Ergebnisse die endgültige Sitzverteilung beeinflussen.
- AfD
- 41 %
- CDU
- 24 %
Selbstkritik im Magdeburger Forum
Vor der Wahl nahmen führende politische Persönlichkeiten an einer vom Magdeburger „taz“-Forum unter dem Motto „Wetten dass… die Demokratie gewinnt?!“ organisierten Podiumsdiskussion teil. Mehrere Spitzenkandidaten nutzten das Forum, um frühere politische Fehler im Umgang der etablierten demokratischen Parteien mit der AfD zu benennen. Armin Willingmann, der Spitzenkandidat der SPD, sprach von aus seiner Sicht langjährigen Versäumnissen bei der Auseinandersetzung mit den grundsätzlichen Positionen der Partei.
Tatsächlich haben wir in der Anfangsphase der AfD viel zu wenig darauf geachtet, uns sehr intensiv mit dieser von Anfang an vorhandenen und sich immer weiter zuspitzenden rassistischen Ideologie auseinanderzusetzen.
Willingmann argumentierte, die Konkurrenten hätten zu wenig getan, um zu erklären, dass die AfD keine echte politische Agenda habe; er beschrieb ihre Strategie als allein auf Ausgrenzung, Spaltung und den Versuch, gesellschaftliche Gruppen gegeneinander auszuspielen, beruhend. Ministerpräsident Sven Schulze räumte in der Diskussion ähnliche taktische Fehleinschätzungen der CDU ein.
Natürlich haben wir einiges falsch gemacht.
Schulze erklärte, politische Akteure hätten es zuvor vermieden, bestimmte politische Themen aufzugreifen, aus Sorge, dass deren Thematisierung der AfD nutzen würde. Er fügte hinzu, seine Partei habe in dieser Zeit viel zu wenig direkt mit der Öffentlichkeit kommuniziert.


