
AfD gewinnt Mecklenburg-Vorpommern, Die Linke erobert Berlin bei Landtagswahlen
Hochrechnungen und Prognosen zeigen, dass die AfD Mecklenburg-Vorpommern mit bis zu 38 Prozent gewinnt, während Die Linke Berlin mit 26 Prozent für sich entscheidet – ein schwerer Schlag für die CDU in den Ländern.
AfD liegt in Mecklenburg-Vorpommern vorn
Bei den Landtagswahlen in zwei deutschen Bundesländern am 20. September 2026 erlitt Kanzler Friedrich Merz und seine Christlich Demokratische Union (CDU) schwere Niederlagen. Im nordöstlichen Bundesland Mecklenburg-Vorpommern, wo 1,3 Millionen Bürger wahlberechtigt waren, belegte die rechte Alternative für Deutschland (AfD) den ersten Platz. Ersten Hochrechnungen zufolge kam die AfD auf 37 Prozent der Stimmen, während die Sozialdemokratische Partei Deutschlands (SPD) unter Ministerpräsidentin Manuela Schwesig auf 35,5 Prozent kam. Spätere Sonntagsprognosen sahen die AfD bei 38 Prozent und die SPD bei 36,5 Prozent. Schwesig hatte ihren Wahlkampf unter dem Slogan "Frau gegen Blau" geführt, um sich gegen die AfD zu positionieren, doch ihre Partei konnte die Spitzenposition nicht verteidigen. Sowohl die CDU als auch Die Linke werden voraussichtlich die Fünf-Prozent-Hürde überschreiten und in den Landtag einziehen.
- AfD
- 38 %
- SPD
- 36.5 %
Die Linke gewinnt die Berliner Abgeordnetenhauswahl
In Berlin, wo 2,5 Millionen Wahlberechtigte zur Abstimmung aufgerufen waren, führte die linke Kandidatin Elif Eralp ihre Partei zum Sieg über die CDU. Hochrechnungen zufolge errang Die Linke zwischen 24,5 und 26 Prozent der Stimmen, während die CDU auf 20 Prozent kam und die AfD den dritten Platz belegte. Das Ergebnis entzieht der CDU die Kontrolle über das Rote Rathaus, in dem der amtierende Regierende Bürgermeister Kai Wegner regiert. Im Mittelpunkt der Wahl in der Hauptstadt standen die steigenden Lebenshaltungskosten und der lokale Wohnungsmarkt, wo 82 Prozent aller Wohnungen Mietwohnungen sind. Die Mieten in Berlin steigen seit 2010 kontinuierlich an, was Eralp dazu veranlasste, mit einer Politik zur Regulierung der Mietpreise und zum Schutz kultureller Räume vor steigenden Immobilienpreisen zu werben. Eralp könnte Berlins erster Bürgermeister mit Migrationshintergrund werden.
- Die Linke
- 26 %
- CDU
- 20 %
CDU verzeichnet Nachkriegstiefststände
Die Wahlbeteiligung bei beiden Landtagswahlen stieg im Vergleich zu den vorherigen Landtagswahlen an, was auf eine hohe Wahlbeteiligung in einem Superwahljahr mit fünf Landtagswahlen hindeutet. Für die CDU bedeuten die Ergebnisse in Berlin und Mecklenburg-Vorpommern die schwächsten Landtagswahlergebnisse seit der Gründung der Partei nach dem Zweiten Weltkrieg. Obwohl die Partei das Schlimmste – ein Unterschreiten der Fünf-Prozent-Hürde in Mecklenburg-Vorpommern – vermeiden konnte, ist der Verlust der Berliner Regierungsverantwortung ein schwerer Schlag für die städtische Verankerung der Partei. Die Wähler unterstützten zunehmend die Parteien an den politischen Rändern und stärkten sowohl Die Linke als auch die AfD auf Kosten der traditionellen Volksparteien.
Wachsender Druck auf Kanzler Merz
Die doppelte Niederlage erhöht den politischen Druck auf Kanzler Friedrich Merz, dessen Beliebtheit aufgrund der schwachen Konjunktur und der anhaltenden Schwierigkeiten, die Wahlgewinne der AfD einzudämmen, gesunken ist. Kommentatoren und Koalitionspartner haben die Frage aufgeworfen, ob die Bundesregierung angesichts der schwächelnden regionalen Unterstützung stabil bleiben kann. Die Wochenzeitung Die Zeit stellte die Frage in ihrer Berichterstattung vor der Wahl direkt:
Hat er die Lage noch im Griff?
Politiker in ganz Deutschland haben bereits damit begonnen, mögliche bundespolitische Folgen abzuschätzen, darunter die Frage, ob Merz mit innerparteilichen Herausforderungen konfrontiert sein, zurücktreten oder den Versuch einer Minderheitsregierung unternehmen könnte, falls sich das Verhältnis zur SPD verschlechtert. Derzeit bemühen sich die Bundessprecher der Parteien, die regionalen Ergebnisse herunterzuspielen, während die Gespräche über mögliche Koalitionsbildungen auf Landesebene beginnen. In Mecklenburg-Vorpommern hat Schwesig trotz des ersten Platzes der AfD weiterhin die rechnerische Möglichkeit, eine Regierungskoalition mit der Linken zu bilden.

