Konflikte · Atlanta, Istanbul und Dnipro

USA prüfen begrenzten Waffenstillstand im Schwarzen Meer – G20-Streit über Ukraine

Washington, Ankara und Neu-Delhi prüfen einen eng begrenzten Waffenstillstand, der Getreide- und Energielieferungen aus Russland und der Ukraine wieder sichere Passage ermöglichen soll, während Serghei Lavrov beim G20-Treffen in Atlanta mit europäischen Ministern Wortgefechte austrug.

KI-Text auf Grundlage von Berichten von Ziare.com, Stirile ProTV, Digi24 und weiteren Medien. Veröffentlicht . So entsteht er

Für MitgliederDie ersten 30 Sekunden zum Probehören. Synthetische Stimme (KI).

Kurz gefasst

Atlanta, Istanbul, Dnipro · Vereinigte Staaten, Türkei, Ukraine
Wie es dazu kam
  1. 30.10.Lavrov begrüßt die Bereitschaft der USA zum Dialog mit Moskau und kritisiert auf einer Pressekonferenz den arroganten Boykott Europas
  2. 31.10.Rubio sagt, Washington prüfe türkische und indische Vorschläge zum Schwarzen Meer, während Erdogan und Zelenski in Istanbul zusammenkommen

Ein begrenzter Waffenstillstand liegt auf dem Tisch

Die Vereinigten Staaten, die Türkei und Indien prüfen einen eng begrenzten Waffenstillstand im Schwarzen Meer, der Getreide- und Energielieferungen aus Russland und der Ukraine wieder sicher passieren lassen soll. US-Außenminister Marco Rubio sagte am Samstag, 31. Oktober, auf einer Pressekonferenz am Rande des G20-Treffens in Atlanta, Washington prüfe Vorschläge aus Ankara und Neu-Delhi. Die Lage bedrohe die globale Ernährungssicherheit und in gewissem Maße auch die Energiesicherheit, sagte er, und Washington wolle eine solche Regelung erreichen. Rubio räumte ein, dass sie den Krieg nicht beenden, sondern nur einen bestimmten Teil davon regeln würde. Die Initiative reagiert auf die häufigen Angriffe auf Handelsschiffe in dem Meer.

Erdogan drängt beide Seiten

In Istanbul traf der türkische Präsident Recep Tayyip Erdogan am Samstag den ukrainischen Präsidenten Volodimir Zelenski im Dolmabahce-Palast und gab anschließend eine Erklärung ab, in der er Russland und die Ukraine zu verantwortungsvollem Handeln aufforderte. Er formulierte es so:

„Es ist klar, dass Angriffe auf zivile Schiffe und Handlungen, die zu einer weiteren Eskalation der Spannungen im Schwarzen Meer führen, niemandem nützen.“

Recep Tayyip Erdogan, Türkischer Präsident

Laut HotNews hat Ankara Moskau und Kiew einen Vorschlag zur Einstellung der Angriffe auf zivile Schiffe übermittelt, doch keine der beiden Seiten habe darauf reagiert. Zelenski sagte, er habe mit Erdogan vereinbart, am Getreidekorridor im Schwarzen Meer zu arbeiten – eine Anspielung auf das Abkommen von 2022 mit Russland, das den sicheren Export eines Teils der ukrainischen Agrarprodukte ermöglichte. Zelenski beschuldigte Russland zudem, die Region zu destabilisieren, und Erdogan sagte, die Gespräche über die Wiederherstellung der Sicherheit der Schifffahrt würden fortgesetzt.

Zusammenstöße beim G20 in Atlanta

Heftige Wortwechsel über die Ukraine prägten auch das G20-Treffen in Atlanta. Die EU-Diplomatiechefin Kaja Kallas sagte, sie habe den russischen Außenminister Serghei Lavrov direkt konfrontiert und ihm vorgeworfen, viele Lügen und falsche Darstellungen zu verbreiten, die europäische Vertreter bestritten. Der britische Außenminister Ed Miliband sagte, er habe Lavrov in der Plenarsitzung gesagt, er solle Vladimir Putin ausrichten, dass Russland den Krieg nicht gewinnen werde. Miliband sprach auch einen jüngsten Angriff auf eine Eisenbahnstrecke in Dnipro an, bei dem 15 Menschen getötet wurden, und bezeichnete Moskau als Aggressor in einem Konflikt, der mit der Invasion im Februar 2022 begann. Nach Angaben einer von AFP zitierten diplomatischen Quelle stieß der europäische Vorstoß für einen Waffenstillstand im Schwarzen Meer bei Lavrov auf Ablehnung, und mehrere Vertreter hätten sich geweigert, sich mit ihm für ein Gruppenfoto aufzustellen, woraufhin die amerikanischen Organisatoren es absagten.

Polens Bewerbung und Moskaus Antwort

Der polnische Außenminister Radoslaw Sikorski sagte Reportern in Atlanta, die Vereinigten Staaten hätten einen Antrag eingebracht, Polen zum ständigen G20-Mitglied zu machen, und Warschau werbe dafür, wie Reuters berichtet. Er forderte zudem einen schnellen Waffenstillstand im Schwarzen Meer, der sichere Getreidetransporte aus der Ukraine und Russland ermöglichen würde. Lavrov entgegnete, der Schritt breche das Konsensprinzip der multilateralen Diplomatie, Polen bringe dem Treffen nichts und seine Wirtschaft sei nicht groß genug, um infrage zu kommen. Er sagte außerdem, die Darstellung, Polen vertrete Osteuropa, sei unzutreffend, da NATO und EU die Region bereits abdeckten. Lavrov bestritt, dass Moskau wegen Polens Anwesenheit Druck ausgeübt habe:

„Die Amerikaner haben den polnischen Minister einfach eingeladen, er kam und setzte sich auf den Stuhl, der ihm zugewiesen wurde.“

Serghei Lavrov, Russischer Außenminister

Hintergrund und nächste Schritte

Die Treffen in Atlanta fanden nur wenige Tage vor den US-Zwischenwahlen statt, die das Kräfteverhältnis im Kongress für die letzten zwei Jahre von Donald Trumps Amtszeit bestimmen. Am Freitag, 30. Oktober, hatte Lavrov die Bereitschaft Washingtons zu einem Dialog mit Moskau begrüßt und zugleich den von ihm so bezeichneten arroganten Boykott Europas kritisiert; den US-Ansatz nannte er eine gute Lektion für die europäischen Kollegen. Die Vorschläge zum Schwarzen Meer werden weiterhin in Washington geprüft. Die Artikel nennen keinen Zeitplan für eine begrenzte Regelung.

Fragen zu diesem Text

Quellen und Kontext

Organisationen
Reuters, G20

Pollar ist kostenlos und ohne Werbung im Text. Getragen wird es von seinen Mitgliedern.

Pollar unterstützen