
Entwurf einer Absichtserklärung zwischen den USA und dem Iran sieht Waffenruhe, Wiedereröffnung von Hormus und 60-tägige Atomgespräche vor, doch zentrale Details bleiben umstritten
Eine vorläufige Absichtserklärung zwischen Washington und Teheran, vermittelt von Katar und Pakistan, würde die Feindseligkeiten auch im Libanon beenden, die Straße von Hormus innerhalb von 30 Tagen wieder öffnen und eingefrorene iranische Vermögenswerte freigeben, während die endgültigen Atomregelungen auf 60 Tage Verhandlungen verschoben werden.
Waffenruhe und unmittelbare Bedingungen
Ein Entwurf einer Absichtserklärung zwischen den Vereinigten Staaten und dem Iran würde eine sofortige und dauerhafte Einstellung der Feindseligkeiten an allen Fronten, einschließlich des Libanon, vorsehen. Der Text verpflichtet Washington zur Nichteinmischung in die inneren Angelegenheiten des Iran und zum Abzug der US-Streitkräfte aus den Gebieten um den Iran. Eine 60-tägige Waffenruhe würde mit der Unterzeichnung in Kraft treten und ein Zeitfenster für anschließende Verhandlungen über die Atomfrage und den Abbau von Sanktionen schaffen.
Wiedereröffnung von Hormus und Sanktionserleichterungen
Dem Entwurf zufolge würde die USA ihre Seeblockade iranischer Häfen innerhalb von 30 Tagen aufheben, und der Iran würde die Straße von Hormus unter iranischer Verwaltung wieder öffnen und so den kommerziellen Ölfluss im gleichen Zeitraum wiederherstellen. Die US-Sanktionen gegen den iranischen Öl- und Petrochemieverkauf würden ausgesetzt, und eingefrorene iranische Vermögenswerte im Ausland, die auf 24 Milliarden Dollar geschätzt werden, würden freigegeben, wobei die Hälfte vor Beginn der endgültigen Verhandlungen verfügbar wäre. Die Vereinigten Staaten und ihre Verbündeten würden auch Wiederaufbaupläne für den Iran im Wert von mindestens 300 Milliarden Dollar vorlegen.
Atomprogramm: Ein zentraler Streitpunkt
Die Atomfrage bleibt das umstrittenste Element. Die iranische Agentur Mehr und andere berichten, dass keine endgültige Atomvereinbarung erzielt wurde; stattdessen würde die Absichtserklärung 60 Tage spezielle Gespräche einleiten. Ein hochrangiger US-Beamter behauptete, der Iran habe zugestimmt, sein Atomprogramm abzubauen und die Bestände an angereichertem Uran zu vernichten, während CBS von einem 15- bis 20-jährigen Einfrieren der Anreicherung und der Demontage wichtiger Anlagen berichtete. Ein iranischer Sprecher betonte jedoch, der Text werde noch geprüft, und das Weiße Haus selbst ruderte zurück, wobei Präsident Trumps Version aus Teheran als „Fake News“ bezeichnete.
Wir haben den Krieg mit dem Iran beendet. Sie haben zugestimmt, niemals Atomwaffen zu erwerben.
Die von Teheran verbreiteten Bedingungen sind Fake News. Sie sollten sich besser wieder in die Reihe einordnen.
Israels Rolle und regionale Reaktionen
Israel bleibt außerhalb des Abkommens. Die Absichtserklärung schließt Berichten zufolge das iranische Raketenprogramm und die Unterstützung für verbündete bewaffnete Gruppen aus, eine zentrale israelische Forderung. Al-Akhbar, eine der Hisbollah nahestehende Zeitung, sagte, Israel würde sich verpflichten, Angriffe auf den Libanon einzustellen und sich aus dem südlichen Gebiet zurückzuziehen, aber israelische Beamte haben versucht, die libanesische Front getrennt zu halten, um die operative Freiheit zu bewahren. Das Fehlen von Raketen- und Stellvertreterbeschränkungen hat bereits Kritik aus Jerusalem hervorgerufen.
Der Weg nach vorn
Nach der Unterzeichnung – möglicherweise bereits am Sonntag in Genf, obwohl die iranische Nachrichtenagentur Fars dies als „bloße Spekulation“ bezeichnet – würde die Absichtserklärung einen gestaffelten Prozess auslösen: sofortige Waffenruhe, 30-tägige maritime und sanktionsbezogene Schritte und 60 Tage Atomverhandlungen. Ein Überwachungsmechanismus würde die Umsetzung überwachen. Dennoch lassen grundlegende Unterschiede zwischen den amerikanischen und iranischen Darstellungen, insbesondere zum Atomprogramm und zum Zeitplan der Sanktionserleichterungen, Zweifel daran aufkommen, ob das vorläufige Abkommen Bestand haben kann.
Der Text muss noch von den zuständigen Behörden im Iran geprüft und finalisiert werden.

