
Kongress rügt PP-Abgeordnete Ana Vázquez wegen Pfefferspray, verhängt aber keine Suspendierung
Das Präsidium des spanischen Kongresses hat am Dienstag, dem 13. Oktober, die PP-Abgeordnete Ana Belén Vázquez gerügt, weil sie am 23. September Pfefferspray in den Plenarsaal gebracht hatte. Eine geplante einwöchige Suspendierung von Gehalt und Pflichten kann nicht beschlossen werden, da die Cortes vor der Parlamentswahl am 29. November aufgelöst sind.
Die Rüge
Die Mesa der Diputación Permanente, des Gremiums, das die Aufgaben übernimmt, wenn die Cortes aufgelöst sind, hat am Dienstag, dem 13. Oktober, eine Rüge gegen die PP-Abgeordnete Ana Belén Vázquez gebilligt. PSOE und Sumar verfügen über die Mehrheit im Präsidium und stimmten für die Maßnahme. Die Rüge folgt auf die Plenarsitzung vom 23. September, als Vázquez während ihrer Frage an Innenminister Fernando Grande-Marlaska eine Dose Pfefferspray zeigte. Parlamentspräsidentin Francina Armengol forderte sie auf, den Saal zu verlassen, da die Geschäftsordnung Waffen im Plenarsaal verbietet und das Pfefferspray als solche behandelt wurde.
Warum es keine Suspendierung gibt
PSOE und Sumar hatten bereits vereinbart, eine einwöchige Suspendierung von Gehalt und Pflichten vorzuschlagen. Diese Suspendierung sollte in der ersten Novemberwoche in Kraft treten, in der keine Plenarsitzung angesetzt war, sodass sie die Abstimmungsarithmetik nicht verändert hätte. Der Vorschlag hätte noch durch einen Plenarbeschluss bestätigt werden müssen, und die Auflösung der Cortes für die Parlamentswahl am 29. November machte diese Sitzung unmöglich. Die Mesa erklärte, die Suspendierung hätte auf Artikel 101 der Geschäftsordnung beruht, der das Tragen von „armas dentro del recinto parlamentario“ als Grund für eine Suspendierung aufführt.
Die Verantwortlichen dürfen die Unmöglichkeit, wegen der vorzeitigen Auflösung des Kongresses eine Sanktion zu verhängen, nicht mit einer Vergebung ihres Verhaltens verwechseln.
Was die Mesa feststellte
Die Mesa erklärt, das Spray habe „Dutzende Menschen“ betroffen, von denen eine Person krankgeschrieben werden musste, habe die Evakuierung von Räumlichkeiten in drei verschiedenen Gebäuden erzwungen und „erheblichen“ wirtschaftlichen Schaden verursacht. Sie nennt ihr Verhalten „rügenswert und schädlich“ und erklärt, sie sei „politisch verantwortlich für einen schweren Verstoß“ gegen die Regeln. Zudem kritisierte sie ihren Versuch, „die Verantwortung auf eine Untergebene abzuwälzen“, eine Anspielung auf eine Mitarbeiterin der PP-Fraktion, die das Spray in zwei Badezimmern eines Nebengebäudes entleerte. Die Angaben zur Zahl der Betroffenen gehen auseinander: 20 minutos berichtet von etwa zwanzig Personen, während La Vanguardia von etwa einem Dutzend berichtet, die medizinisch behandelt wurden. Mehrere Bereiche des Saals wurden anschließend versiegelt. La Razón berichtet, dass Anzeigen gegen die Mitarbeiterin wegen des Schadens bei einer Dienststelle der Nationalpolizei erstattet wurden.
Die Begründung, die sie angab
Laut La Razón sagte Vázquez, Frauen in Ceuta müssten solche Produkte wegen der Unsicherheit in der Stadt nach dem Angriff vom 30. und 31. Juli mit sich führen. La Vanguardia berichtet, sie habe das Spray als „grundlegende Schulsachen“ in Ceuta bezeichnet, als sie es zeigte. Vázquez bleibt nach Angaben der Mesa Mitglied der Diputación Permanente, und die Rüge wird im parlamentarischen Protokoll festgehalten.
- Vázquez zeigt Pfefferspray im Plenarsaal und Armengol fordert sie zum Verlassen auf
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- Parlamentswahl angesetzt

