
Volkswagen verkauft Mehrheit an Motorenbauer Everllence für 7,4 Milliarden Euro an Bain Capital
Der deutsche Autobauer übergibt 51 Prozent seiner Großmotorentochter an den US-Investor, behält 49 Prozent und sichert deutsche Arbeitsplätze bis 2030.
Der Deal
Volkswagen hat die US-Private-Equity-Gesellschaft Bain Capital als Käufer eines 51-Prozent-Anteils an seiner Tochtergesellschaft Everllence ausgewählt, einem Hersteller von Großmotoren, Turbomaschinen und Dekarbonisierungslösungen, der früher als MAN Energy Solutions firmierte. Der Wolfsburger Konzern gab die exklusive Vereinbarung am frühen 25. Juni bekannt; der Transaktionswert liegt bei rund 7,4 Milliarden Euro. VW behält 49 Prozent und strebt den Abschluss des Verkaufs bis Ende 2026 an, vorbehaltlich behördlicher Genehmigungen und einer obligatorischen Konsultation der Arbeitnehmervertreter in Frankreich.
Wir haben das Unternehmen nach der Übernahme im Jahr 2018 umstrukturiert und gestärkt. Jetzt ist der richtige Zeitpunkt, den nächsten Schritt zu gehen und die Mehrheit an einen starken Partner abzugeben.
Strategischer Wandel
Konzernchef Oliver Blume stellte den Verkauf als Teil einer umfassenderen Anstrengung dar, sich auf das Kerngeschäft von Volkswagen zu konzentrieren. Die Veräußerung erfolgt, während der Konzern alle seine mehr als 1.500 Tochtergesellschaften überprüft, mit dem Ziel, Komplexität und Verwaltungsaufwand zu reduzieren. Intern wird der Schritt als möglicher Beginn einer groß angelegten Verschlankung gesehen. Die Erlöse kommen für VW zu einem willkommenen Zeitpunkt, da der Konzern mit einem Abschwung in China und US-Zöllen von Präsident Donald Trump kämpft. Blume wird voraussichtlich vor der Sommerpause einen weitreichenden Restrukturierungsplan dem Aufsichtsrat vorlegen, der eine weitere Kapazitätsreduzierung von 500.000 Fahrzeugen pro Jahr in Deutschland bis 2030 vorsieht.
Durch schlankere Strukturen bekommt Everllence die Chance für weiteres Wachstum, und gleichzeitig kann sich Volkswagen noch mehr auf unser Kerngeschäft konzentrieren.
Wettbewerb und Interessenkonflikte
Bain setzte sich in einem wochenlangen Bieterwettstreit gegen die konkurrierenden Investoren CVC und ein Konsortium unter Führung der schwedischen Firma EQT durch. Dieses Konsortium umfasste den katarischen Staatsfonds, den Staatsfonds Singapurs und die Porsche SE, die Holdinggesellschaft der Familien Porsche und Piëch, die Volkswagen kontrollieren. Die engen Verbindungen der Familien und Katars zum VW-Aufsichtsrat weckten Bedenken wegen Interessenkonflikten; Aufsichtsratsvertreter, die mit den Bietern in Verbindung standen, enthielten sich Berichten zufolge der Beratungen.
VW-Aktionäre könnten auf mehrfache Weise von der Transaktion profitieren: erstens durch die gestärkte Substanz von Volkswagen, und zweitens durch die Beteiligung am zukünftigen Wert und Wachstumspotenzial von Everllence.
Arbeitsplatzsicherung
Volkswagen sicherte zu, dass die fünf deutschen Standorte von Everllence in Augsburg, Oberhausen, Berlin, Hamburg und Ravensburg mindestens bis Ende 2030 erhalten bleiben. Betriebsbedingte Kündigungen sind in diesem Zeitraum ausgeschlossen. Das Unternehmen beschäftigt weltweit mehr als 16.000 Mitarbeiter und erzielte im vergangenen Jahr einen Umsatz von 4,9 Milliarden Euro.
Finanzielle Momentaufnahme
- VW-Buchwert (Mai 2026)
- 3.4 Mrd. EUR
- Insider-Schätzung (aktuell)
- 8.5 Mrd. EUR
Was als Nächstes kommt
Der Deal erfordert behördliche Genehmigungen und soll bis Ende des Jahres abgeschlossen werden. VW-Finanzvorstand Arno Antlitz sagte, der Vorstand werde später entscheiden, wie das Geld verwendet wird. Bain Capital hat zugestimmt, die deutschen Arbeitsplätze bis 2030 zu erhalten, während Everllence voraussichtlich in den Bereichen Schifffahrt, Rechenzentren und Energiesektor wachsen wird.
- Volkswagen gibt exklusive Vereinbarung mit Bain Capital zum Verkauf von 51 % an Everllence für 7,4 Mrd. Euro bekannt
- Erwarteter Abschluss der Transaktion, vorbehaltlich behördlicher Genehmigungen und französischer Arbeitnehmerkonsultation

