BerichtZugkollision in Spanien

Verkehr · Urda, Madrid und Sevilla

Zugunglück bei Urda: Mindestens 69 Tote – Vox nimmt Minister Puente ins Visier

Zwei Züge – einer von Renfe, einer von Iryo – sind am Mittwoch, 28. Oktober, bei Urda in der Provinz Toledo zusammengestoßen. Bei dem Unglück kamen mindestens 69 Menschen ums Leben, und die Parteien streiten nun darüber, wer die politische Verantwortung trägt.

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Kurz gefasst

Foto: Junta de Andalucía, CC BY-SA 4.0 (Wikimedia Commons, Ausschnitt)

Der Zusammenstoß und die Opferzahl

Ein Renfe-Zug und ein Iryo-Zug sind am Mittwoch, 28. Oktober, bei Urda in der Provinz Toledo zusammengestoßen; die am Donnerstag gemeldeten Zahlen beziffern die Zahl der Toten auf mindestens 69. Summa 112 richtete am Bahnhof Atocha in Madrid eine psychosoziale Betreuungsstelle ein, an der bis Donnerstag, 29. Oktober, 8.30 Uhr 155 Angehörige und 41 Fahrgäste eingetroffen waren. Ein Fahrgast wurde in das Hospital de la Princesa gebracht. An der Unfallstelle wurden 86 Fahrgäste behandelt, 83 von ihnen wurden in das Gesundheitssystem von Kastilien-La Mancha überstellt.

Politische Folgen

Vox hat beim Obersten Gerichtshof Anzeige gegen Verkehrsminister Óscar Puente erstattet – wegen mutmaßlich fahrlässiger Tötung und Körperverletzung. Die Partei wirft ihm Versäumnisse bei seiner Aufsichtspflicht über die Sicherheit im Bahnverkehr vor. Sie bittet das Gericht, ihn als Beschuldigten zu vernehmen und unabhängige Sachverständige zu bestellen; die Ermittlungen zum Unglück selbst liegen bei einem Gericht in Orgaz. Vox-Sprecherin Isabel Pérez nannte Ministerpräsident Pedro Sánchez und Puente „direkte Urheber“ der Tragödie und rief die Wähler auf, die Regierung bei den Parlamentswahlen am 29. November abzuwählen. PP-Sprecher Borja Sémper sagte, die politische Verantwortung reiche über Puente hinaus, und verwies, ohne ihn zu nennen, auf eine „übergeordnete Verantwortung“ in der Regierung.

„Die Spanier verdienen eine rigorose Untersuchung, ohne weitere Manöver.“

Borja Sémper, Nationaler Sprecher

Manuela Bergerot von Más Madrid forderte Transparenz und eine unabhängige Prüfung des Schienennetzes. Ada Colau, vorgestellt als Kandidatin für das Amt des Ministerpräsidenten Spaniens für Frente Amplio, verlangte, dass Puente vor der Comisión Permanente des Kongresses erscheint.

Blutspenden und Tourismus in Sevilla

Das regionale Gesundheitsministerium teilte mit, 4.100 Menschen hätten an Stellen in der gesamten Autonomen Gemeinschaft Madrid Blut gespendet, und bat Spender, vorerst abzuwarten. Madrids Regionalpräsidentin Isabel Díaz Ayuso nannte die Resonanz „impresionante“ (beeindruckend). Der Hotelverband Sevillas erklärte, die Stornierungen hätten am Mittwoch begonnen, und die für die drei Nächte um Allerheiligen erwartete Auslastung von 84 Prozent sei nun unsicher. Er bezeichnet die Sperrung der Hauptstrecke Madrid–Sevilla bis Dezember als kritisches Szenario und verweist auf 47 Züge täglich und durchschnittlich 10.000 Reisende pro Tag auf der Strecke. Der Verband schätzt, dass 60 bis 70 Prozent der aus Madrid ankommenden Hochgeschwindigkeitsreisenden üblicherweise in der Stadt übernachten.

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Quellen und Kontext

Urda, Madrid, Sevilla · Spanien

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