
Linke Vorwahl beginnt am Freitag mit fünf Kandidaten und rund 140.000 Wahlberechtigten in Frankreich
Die Online-Abstimmung der Sozialistischen Partei, von Place publique und GRS läuft von Freitagmorgen bis Samstagabend, die Ergebnisse sollen direkt danach vorliegen. Raphaël Glucksmann gilt als Favorit, ein Sieg in der ersten Runde scheint jedoch gefährdet.
Abstimmung beginnt am Freitag
Fünf Kandidaten treten in der ersten Runde der linken Vorwahl an, die von der Sozialistischen Partei (PS), Place publique und GRS organisiert wird. Die Abstimmung erfolgt elektronisch und läuft von Freitagmorgen, dem 9. Oktober, bis Samstagabend, dem 10. Oktober; die Ergebnisse werden direkt nach Schließung der Wahllokale bekannt gegeben. Der Wahlkampf ruht ab Freitag bis Samstagnacht, danach stellen die Kandidaten ihre Kampagnen ein. Sollte kein Kandidat in der ersten Runde die absolute Mehrheit erreichen, ist am folgenden Wochenende eine zweite Runde möglich. Der Sieger wird der Kandidat des Lagers für die Präsidentschaftswahl 2027 und steht vor der Aufgabe, einen Sieg des RN zu verhindern, eine Alternative zum Macronismus anzubieten und die Führung der Linken von LFI zurückzuerobern.
- Die Online-Abstimmung beginnt am Freitagmorgen, der Wahlkampf ruht
- Die Abstimmung endet am Samstagabend, die Ergebnisse werden direkt danach bekannt gegeben
- Mögliche zweite Runde, falls kein Kandidat in der ersten Runde die absolute Mehrheit erreicht
Wer wählen darf
Die Organisatoren melden 28.456 Anmeldungen bei Place publique und 68.047 bei der PS, etwa doppelt so viele wie die Mitgliederzahlen von 2025. Hinzu kommen 1.000 Militante der kleinen Partei GRS von Emmanuel Maurel und 42.695 Sympathisanten ohne Mitgliedschaft, die 15 Euro gezahlt haben, um an der Abstimmung teilzunehmen. Insgesamt können rund 140.000 Menschen den Kandidaten wählen, eine Zahl, die weit unter früheren Vorwahlen liegt. Die Vorwahl von 2011, die François Hollande nominierte, zog 2,6 Millionen Wähler an, die Bürger-Vorwahl von 2017, die Benoît Hamon gewann, etwa 1,6 Millionen. Die geschlossene Vorwahl von 2006, die Ségolène Royal gewann, brachte etwa 180.000 Wähler an die Urnen, eine Zahl nahe an der diesjährigen.
- Anmeldungen bei der PS
- 68047 Personen
- Anmeldungen bei Place publique
- 28456 Personen
- Sympathisanten ohne Mitgliedschaft (15 Euro gezahlt)
- 42695 Personen
- GRS-Militante
- 1000 Personen
- Geschlossene Vorwahl 2006
- 180000 Wähler
- Vorwahl 2011
- 2600000 Wähler
- Bürger-Vorwahl 2017
- 1600000 Wähler
- Linke Vorwahl 2026 (Wahlberechtigte)
- 140000 Wähler
Luc Carvounas, Bürgermeister von Alfortville und Wahlkampfleiter von Ségolène Royal, akzeptierte die geringe Beteiligung als Folge der getroffenen Entscheidung.
Von dem Moment an, als die Entscheidung getroffen wurde, eine Abstimmung nach Wählerverzeichnis durchzuführen, wussten wir, dass wir eine kleine Vorwahl haben würden und dass es keinen populären Schwung geben würde.
Patrick Kanner, Vorsitzender der sozialistischen Fraktion im Senat, sah die Zahl gelassener.
Angesichts des sehr kurzen Wahlkampfs und des Organisationssystems sind 140.000 nicht außergewöhnlich, aber ehrenwert.
Favorit unter Druck
Raphaël Glucksmann, Präsident von Place publique, wird von POLITICO und Le Figaro als Favorit gehandelt. Le Figaro schreibt, ein Sieg in der ersten Runde scheine nun gefährdet, und der Zustrom neuer Wähler, viele davon keine Parteimitglieder, mache das Ergebnis unvorhersehbarer denn je. Während des Wahlkampfs drängte Ségolène Royal mit aktiver Unterstützung von Olivier Faure Glucksmann auf den Status eines „stagiaire“, eines Praktikanten, zurück und griff ihn an mehreren Fronten an. Glucksmann räumte nach der letzten der drei Fernsehdebatten am Sonntag die Schwäche der Debatten ein.
Ich werde sehr ehrlich und sehr direkt sein: Ich glaube nicht, dass wir dem Niveau gerecht geworden sind.
Les Echos erinnert daran, dass Anne Hidalgo 2022 1,75 Prozent erreichte, was die Kandidaten nun als die Gefahr sehen, der die Linke gegenübersteht.
Debatten und Kontroversen
Fünf Kandidaten, darunter Glucksmann, Royal, Faure, Maurel und Jérôme Guedj, nahmen am Wahlkampf teil, zu dem drei Fernsehdebatten gehörten. Der Wahlkampf begann mit dem Ausschluss des Abgeordneten Philippe Brun, dem ein ehemaliger Mitarbeiter Gewalt vorwirft. Die Debatten erzeugten nach Ansicht mehrerer Beobachter nicht den populären Schwung, den die Organisatoren erhofft hatten. Umfragen können das Ergebnis nicht vorhersagen, da POLITICO die Wählerschaft als schwer zu befragen beschreibt. Die Abstimmung endet am Samstagabend, und das Ergebnis wird entscheiden, ob am folgenden Wochenende eine zweite Runde nötig ist.


