Wohnen · Bochum und Berlin

Vonovia-Chef nennt Berliner Vergesellschaftungspläne unverantwortlich – Ausblick gesenkt

Vonovias Vorstandsvorsitzender Luka Mucic hat Analysten gesagt, die Berliner Vergesellschaftungspläne seien unverantwortlich; die Neunmonatszahlen zeigten ein langsameres Mietwachstum, und der Finanzvorstand kündigte seinen Abschied an.

KI-Text auf Grundlage von Berichten von Süddeutsche Zeitung, RP Online, Berliner Zeitung und weiteren Medien. Veröffentlicht . So entsteht er

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Kurz gefasst

Bochum, Berlin · Deutschland

Berliner Vergesellschaftungsplan

Vonovia, Deutschlands größter Wohnungskonzern, legte am Mittwoch, 4. November 2026, seine Neunmonatszahlen vor, während in Berlin die Koalitionsgespräche zwischen Linke, SPD und Grünen andauerten. Die Parteien haben sich darauf verständigt, die Wohnungsbestände großer Immobiliengesellschaften zu vergesellschaften, was bedeutet, die Eigentümer zu entschädigen und die Wohnungen in Gemeineigentum zu überführen. Stern.de berichtet, für 160.000 Wohnungen würden bis zu 16 Milliarden Euro Entschädigung gezahlt, während die WirtschaftsWoche das politische Risiko auf etwa 138.000 Wohnungen bei einer Entschädigung von nur 20 bis 40 Prozent des Marktwerts beziffert.

Reaktion der Branche und Streit um die Bewertung

Mucic nannte die Berliner Pläne unverantwortlich und sagte, schon die Debatte selbst schwäche das Vertrauen in Immobilien und Investitionen.

„Die Vergesellschaftungspläne in Berlin sind unverantwortlich, vor allem gegenüber den Menschen, die sie schützen sollen.“

Luka Mucic

Laut stern.de sagte Mucic, eine Vergesellschaftung schaffe keine einzige zusätzliche Wohnung und der Ansatz sei rechtlich höchst fragwürdig. Der Tagesspiegel berichtet, er habe auch auf Bundeskanzler Friedrich Merz verwiesen, der im Oktober auf dem Investitionsgipfel der Regierung gesagt habe, der Schutz des Eigentums sei die Grundlage der Marktwirtschaft. Mucic bezifferte den Mangel in Deutschland auf etwa 1,4 Millionen Wohnungen und sagte, Vonovia biete Berliner Wohnungen im Schnitt für 8,40 Euro pro Quadratmeter an.

„Wir müssen mehr bauen und investieren.“

Luka Mucic

Maximilian Fuhrmann vom Deutschen Mieterbund NRW hielt dagegen, die Entschädigung entspreche dem Marktwert, und verwies darauf, dass der Konzern an der Börse rund 14 Milliarden Euro wert sei und 40 Milliarden Euro Schulden trage. Die Financial Times schätzte Vonovias Berliner Bestände auf etwa 20,4 Milliarden Euro bei einer Entschädigung von 12 Milliarden Euro, was einem Verlust von 8,4 Milliarden Euro entsprechen würde.

Mieten und Ergebnisse

Das bereinigte operative EBITDA stieg in den ersten neun Monaten um 3,3 Prozent auf knapp 2,19 Milliarden Euro, doch das bereinigte Ergebnis vor Steuern sank um 3,5 Prozent und der operative Free Cashflow fiel um 34,1 Prozent. Die Mieten im vergleichbaren Portfolio stiegen um 3,8 Prozent, wobei die lokalen Mietspiegel 2,3 Prozentpunkte oder rund 60 Prozent des Anstiegs ausmachten. Modernisierung trug 1,2 Punkte bei, Neubau 0,3 Punkte. Die durchschnittliche Monatsmiete im Vonovia-Bestand erreichte Ende September 8,57 Euro pro Quadratmeter, ein Plus von 3,5 Prozent, während der deutsche Durchschnitt bei 8,41 Euro lag, ein Plus von 1,1 Prozent.

Durchschnittliche Miete pro Quadratmeter bei Vonovia, 2026EUR pro qm
Gesamtportfolio, Ende September
8.57 EUR pro qm
Deutschland, Ende September
8.41 EUR pro qm
Berlin, Angebotsdurchschnitt
8.4 EUR pro qm

Daten aus dem Artikeltext

Bau und Verkäufe

Vonovia hielt Ende September 527.488 Wohnungen in Deutschland, Schweden und Österreich, etwa 5.000 weniger als ein Jahr zuvor; seit Ende 2024 ist das Portfolio um mehr als 12.000 Einheiten geschrumpft. In den ersten neun Monaten 2026 fertigte der Konzern nach seinen Neunmonatsberichten fast 90 Prozent weniger Wohnungen für den eigenen Bestand als im gleichen Zeitraum 2024. Das Unternehmen hatte bereits Ende Oktober erklärt, die Investitionen in den eigenen Bestand zu reduzieren, und neue Investitionen in die energetische Sanierung von Fremdwohnungen im Rahmen seines Modells Manage-to-Green sind vorerst ausgesetzt. Die Immobilienverkäufe summierten sich in den ersten neun Monaten auf rund 900 Millionen Euro, doch die Finanzierungsbedingungen haben sich seit Beginn des Nahostkonflikts verschlechtert, und die Zinsen sind seit Anfang September erneut gestiegen, sodass sich Verkaufsprozesse länger hinziehen.

Prognose gesenkt und Abgang des Finanzvorstands

In einer Ad-hoc-Mitteilung Ende Oktober 2026 senkte Vonovia die Mietwachstumsprognose für 2026 von 4 auf 3,5 Prozent und für 2028 von 5 auf 4,5 Prozent. Für 2026 erwartet das Unternehmen nun ein bereinigtes EBITDA in der unteren Hälfte der bisherigen Spanne von 2,95 bis 3,05 Milliarden Euro.

Vonovia-Mietwachstumsprognose, bisher und neu%
2026 bisher
4 %
2026 neu
3.5 %
2028 bisher
5 %
2028 neu
4.5 %

Daten aus dem Artikeltext

Finanzvorstand Philip Grosse hat den Aufsichtsrat darüber informiert, dass er seinen Vertrag, der bis Ende 2027 läuft, nicht verlängern wird. Vonovia kündigte an, zeitnah einen Nachfolger zu benennen; die Wirtschafts Woche nannte den Zeitpunkt seines Ausscheidens angesichts der Refinanzierungslast des Konzerns ein schlechtes Zeichen.

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