Regierung · Straßburg, Brüssel und Ceuta
Ursula von der Leyen schlägt in ihrer jährlichen Rede Europäischen Sicherheitsrat und Migrationsmaßnahmen vor
EU-Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen stellte in ihrer Rede zur Lage der Europäischen Union am 16. September 2026 in Straßburg neue Sicherheitsrahmen, Wirtschaftsreformen und Grenzschutzinstrumente vor.
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Kurz gefasst
Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen schlug einen Europäischen Sicherheitsrat mit Kanada, Norwegen, der Ukraine und dem Vereinigten Königreich sowie ein EU-weites Notfall-Sicherheitsprotokoll vor.
Von der Leyen berichtete von einem Rückgang der unerlaubten Einreisen um 55 % in zwei Jahren und einem weiteren Rückgang um 35 % in letzter Zeit und schlug ein Notfallreaktionsinstrument vor.
Der kanadische Premierminister Mark Carney bestätigte Gespräche mit von der Leyen und Roberta Metsola nach Vorschlägen, Kanada einen assoziierten EU-Status zu gewähren.
Marco Falcone (Forza Italia) befürwortete die Rede, während AVS-Abgeordnete und Paolo Borchia (Lega) Militärausgaben, Klimapolitik und Machbarkeit kritisierten.

Verteidigung und strategische Koordinierung
In ihrer jährlichen Rede zur Lage der Union vor dem Europäischen Parlament legte EU-Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen Pläne zur Stärkung der europäischen militärischen Koordinierung nach den jüngsten Sicherheitsentwicklungen in Leipzig vor. Sie schlug die Schaffung eines Europäischen Sicherheitsrates vor, der als strategisches Forum konzipiert ist und Nicht-EU-Partner wie Kanada, Norwegen, die Ukraine und das Vereinigte Königreich einbeziehen soll. Neben diesem Rat führte sie ein Notfall-Sicherheitsprotokoll ein, das als EU-Gegenstück zu NATO-Artikel 4 konzipiert ist und es jedem einzelnen Mitgliedstaat ermöglicht, die 27 Nationen sofort einzuberufen, um gemeinsame Reaktionen zu koordinieren. Von der Leyen forderte außerdem die Einrichtung des Europäischen Instruments für strategische Befähiger, um militärische Fähigkeitslücken in den Bereichen Luft- und Raketenabwehr, strategischer Transport, Luftbetankung, Weltraum und Cybersicherheit zu schließen.
Migrationspolitik und Grenzreaktion
In Bezug auf das externe Grenzmanagement konzentrierte sich von der Leyen auf spanische Gebiete und irreguläre Migrationsströme und wandte sich direkt an die spanische Öffentlichkeit hinsichtlich des Grenzdrucks. Sie schlug ein Europäisches Notfallreaktionsinstrument vor, um Situationen zu bewältigen, in denen Massenbewegungen politisch gesteuert werden. Die Kommissionspräsidentin berichtete, dass die irregulären Ankünfte in den letzten zwei Jahren um 55 % zurückgegangen seien, mit einem weiteren Rückgang von 35 % im jüngsten Überwachungszeitraum, und forderte die vollständige Umsetzung des Migrations- und Asylpakts. Sie sagte erweiterte Rückführungsoperationen von Frontex, verbesserte Frühwarninstrumente in Zusammenarbeit mit Nicht-EU-Staaten und eine Mittelmeerinitiative zur Ausbildung und Beschäftigung von Jugendlichen zu.
„Die Grenze von Ceuta ist eine europäische Grenze. Denn Ceuta ist Spanien. Ceuta ist Europa. Und Europa wird an Ihrer Seite stehen.“
- Letzte zwei Jahre
- 55 %
- Letzter Überwachungszeitraum
- 35 %
Daten aus dem Artikeltext
Wirtschaft, Klima und Partnerschaft mit Kanada
In der Wirtschaftspolitik forderte die Rede die Mitgliedstaaten auf, die Empfehlungen des Draghi-Berichts umzusetzen und die Integration des Binnenmarkts durch ein Paket 'Ein Europa, ein Markt' sowie Fortschritte bei der Bankenunion voranzutreiben. Zu den sozialen Maßnahmen gehörte ein Europäischer Pflegedeal zur Unterstützung von Wohnungs- und Pflegediensten. Im Bereich Energie- und Klimaresilienz skizzierte von der Leyen drei spezifische Mechanismen: eine Klimawandel-Versicherungsallianz, einen Europäischen Hitzewellenplan und eine Europäische Wasserinitiative. Sie schlug außerdem vor, Kanada einen assoziierten Mitgliedsstatus in der Europäischen Union zu gewähren, was der kanadische Premierminister Mark Carney nach Gesprächen mit der EU-Führung bestätigte.
„Mit Kommissionspräsidentin von der Leyen und Parlamentspräsidentin Metsola haben wir uns auf künftige Schritte konzentriert: eine engere Partnerschaft, die unsere gegenseitige Souveränität stärkt, um größere Chancen und Wohlstand für unsere Bürger zu schaffen.“
Politische Reaktionen im Europäischen Parlament
Die Rede stieß bei den politischen Gruppen in Straßburg auf unterschiedliche Reaktionen. Der Delegationsleiter der Forza Italia, Marco Falcone, begrüßte die Rede als breit angelegt und zukunftsorientiert und verwies auf ihren Fokus auf gemeinsame Verteidigung, wirtschaftliche Widerstandsfähigkeit und geldpolitische Souveränität. Nicola Procaccini, Leiter der Fratelli-d'Italia-Delegation, unterstützte die strengere Grenzkontrolle, überseeische Rückführungszentren und Deregulierungsbemühungen, stellte jedoch das Angebot eines assoziierten Status für Kanada in Frage und bemängelte das Fehlen administrativer Selbstkritik. Grüne und linke Abgeordnete der Alleanza Verdi e Sinistra, darunter Benedetta Scuderi und Ignazio Marino, kritisierten die Betonung der militärischen Aufrüstung, die Verwässerung des Green Deal durch Omnibus-Pakete und das Fehlen direkter Bezüge zu den Vereinigten Staaten. Der Lega-Delegationsleiter Paolo Borchia wies die Vorschläge als unrealistische, von der praktischen Realität losgelöste Verpflichtungen zurück.
Fragen zu diesem Text
Quellen und Kontext
- ANSA.it>ANSA-SCHEDA/ La road map di von der Leyen per un'Europa geopolitica - Altre news
- ANSA.itStato Unione: Falcone (FI), "Discorso ampio e di prospettiva, Ue culla di libertà e democrazia" - Ansalive
- ANSA.itEurodeputati Avs, 'autonomia dell'Ue non può tradursi in corsa al riarmo' - Altre news
- ANSA.itCarney, 'Canada e Ue partner naturali, focus su partenariato più stretto' - Europa
- Ursula von der Leyen
- Präsidentin der Europäischen Kommission, die die Rede zur Lage der Europäischen Union hält
- Mark Carney
- Premierminister von Kanada, der bilaterale Beziehungen mit der Europäischen Union aushandelt
- Roberta Metsola
- Präsidentin des Europäischen Parlaments
- Marco Falcone
- Leiter der Forza-Italia-Delegation im Europäischen Parlament
- Nicola Procaccini
- Leiter der Fratelli-d'Italia-Delegation im Europäischen Parlament
- Paolo Borchia
- Leiter der Lega-Delegation im Europäischen Parlament
- Benedetta Scuderi
- Mitglied des Europäischen Parlaments für Alleanza Verdi e Sinistra
- Ignazio Marino
- Mitglied des Europäischen Parlaments für Alleanza Verdi e Sinistra
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