
WM-Final-Schiedsrichter Slavko Vincic tritt im Alter von 46 Jahren nach Spaniens Verlängerungssieg über Argentinien zurück
Slavko Vincic, der slowenische Schiedsrichter, der das WM-Finale 2026 leitete, ist im Alter von 46 Jahren zurückgetreten, genau eine Woche nach Spaniens Verlängerungssieg über Argentinien. Sein Rücktritt erfolgt nach einem Spiel, das von Zusammenstößen auf dem Feld und einer Massenschlägerei nach dem Spiel überschattet wurde, die nun von der Fifa untersucht wird.
Ein Finale voller Kontroversen
Der Slowenische Fußballverband (NZS) bestätigte am Montag, dass Slavko Vincic seine Karriere beendet hat, genau eine Woche nach Spaniens 1:0-Verlängerungssieg über Argentinien im MetLife Stadium in New Jersey.
Eine Woche nach dem WM-Finale in den USA hat Slavko Vincic seine historische Schiedsrichterkarriere an der Weltspitze offiziell beendet.
In den Schlussminuten der regulären Spielzeit schickte Vincic den Chelsea-Mittelfeldspieler Enzo Fernandez vom Platz, eine Entscheidung, die breite Kritik auslöste, weil angeblich die körperliche Spielweise Argentiniens während des gesamten Spiels ungeahndet blieb. Spanien sicherte sich den Titel durch ein Tor von Ferran Torres in der Verlängerung, woraufhin die Gemüter in einer Massenkonfrontation hochkochten. Der argentinische Nationalspieler Leandro Paredes wurde dabei gefilmt, wie er Spaniens Gavi zu Boden warf – ein Vorfall, den die Fifa untersucht.
Eine Karriere voller prestigeträchtiger Einsätze
Trotz des bitteren Endes seines letzten Spiels verlässt Vincic die Bühne mit einer Flut von Auszeichnungen. Die Internationale Föderation für Fußballgeschichte und -statistik (IFFHS) ernannte ihn zum besten Schiedsrichter des Turniers, und der Italienische Schiedsrichterverband (AIA) verlieh ihm die alle zwei Jahre vergebene Giulio-Campanati-Auszeichnung für seine Leistung bei der WM.
- Leitet das Europa-League-Finale (Eintracht Frankfurt vs. Rangers)
- Leitet das Champions-League-Finale (Real Madrid vs. Borussia Dortmund)
- Pfeift das EM-Halbfinale 2024 (Spanien vs. Frankreich)
- Wird der erste ausländische Schiedsrichter für Galatasaray vs. Fenerbahce
- Schickt Piero Hincapie wegen Mundbedeckens vom Platz (Mexiko vs. Ecuador)
- Leitet das WM-Finale 2026 (Spanien 1:0 Argentinien)
Seine Vita umfasst das Champions-League-Finale 2024, bei dem Real Madrid Borussia Dortmund mit 2:0 besiegte und den 15. Titel holte, sowie das Europa-League-Finale 2022, das Eintracht Frankfurt im Elfmeterschießen gegen die Rangers gewann. Zudem leitete er das EM-Halbfinale 2024 zwischen Spanien und Frankreich.
Neue Regeln durchgesetzt und Geschichte geschrieben
Bei der diesjährigen WM leitete Vincic vier Spiele, darunter Brasiliens erstes Gruppenspiel gegen Marokko und Mexikos 2:0-Sieg über Ecuador im Achtelfinale. In letzterer Partie setzte er eine neu eingeführte Regel durch und schickte Arsenal-Verteidiger Piero Hincapie wegen Mundbedeckens während des Spiels vom Platz. Früher in seiner Karriere wurde Vincic zum ersten ausländischen Schiedsrichter der Geschichte, der ein türkisches Super-Lig-Derby leitete, als sowohl Galatasaray als auch Fenerbahce für ihr Duell 2025 einen neutralen Schiedsrichter forderten.
Seit 2010 international und seit 2019 Mitglied der UEFA-Elitegruppe, bleibt Vincic dem Fußball in einer noch nicht näher bezeichneten Rolle erhalten. Der NZS hat angekündigt, ihn offiziell als den besten Schiedsrichter zu ehren, den Slowenien je hervorgebracht hat.


