
Vertrauen in Nachrichten weltweit auf Zehnjahrestief, Portugal bleibt jedoch eines der stärksten Länder
Der Digital News Report 2026 zeigt, dass das weltweite Vertrauen in Nachrichten bei nur 37 % liegt – der niedrigste Stand seit 2015. Portugal widersetzt sich dem Trend mit 51 %, sieht sich jedoch mit zunehmender Nachrichtenvermeidung und Ängsten vor Desinformation konfrontiert.
Globales Vertrauen sinkt auf historischen Tiefstand
Der Digital News Report 2026 des Reuters Institute, der auf 97.520 Interviews in 48 Märkten basiert, ergab, dass weltweit nur 37 % der Menschen den meisten Nachrichten die meiste Zeit über vertrauen – der niedrigste Wert seit Beginn der Umfrage im Jahr 2015. Die Vereinigten Staaten verzeichneten einen der stärksten Rückgänge: Nur noch 25 % vertrauen den Nachrichten, ein Minus von fünf Prozentpunkten innerhalb eines Jahres; bei rechtsgerichteten Bürgern sank der Wert sogar auf 15 %. Große US-Sender wie CBS News, Fox News und CNN verloren allesamt an Boden. Erstmals haben soziale Medien und Videoplattformen Nachrichtenseiten und das Fernsehen als häufigste Nachrichtenquelle über alle Altersgruppen hinweg überholt, wenngleich ältere Zielgruppen weiterhin traditionelle Formate bevorzugen.
Portugal sticht hervor, doch das Vertrauen erodiert
Portugal zählt weiterhin zu den Ländern mit dem höchsten Vertrauen: 51 % äußern Zuversicht in Nachrichten – ein Niveau, das mit den nordischen Ländern vergleichbar ist. Dieser Wert liegt jedoch 15 Prozentpunkte unter den 66 % von 2015, und das Vertrauen ist ungleich verteilt: Ältere, besser gebildete und wohlhabendere Bürger vertrauen eher, während junge Menschen deutlich zurückbleiben.
Die Nachrichtenvermeidung hat sich seit 2017 verdoppelt und betrifft nun 37 % der Portugiesen, wobei Frauen und junge Erwachsene am ehesten dazu neigen, sich abzuwenden.Portugal gehört zwar zu den Ländern, in denen das Vertrauen in den Journalismus am höchsten ist, aber es gibt einen sehr besorgniserregenden Trend, nämlich das Problem der Nachrichtenvermeidung.
Sorge vor Desinformation nimmt zu
Die Sorge darüber, was im Internet wahr oder falsch ist, stieg in Portugal auf 76 % (nach 71 % im Vorjahr) und liegt damit deutlich über dem weltweiten Durchschnitt von 62 %. Damit reiht sich Portugal neben Nigeria, Kenia, Australien und den Vereinigten Staaten in die Gruppe der am stärksten alarmierten Märkte ein.
Unter denjenigen, die dem professionellen Journalismus noch vertrauen, geben 85 % an, über Desinformation besorgt zu sein.Wir haben hier einige Ergebnisse, die darauf hindeuten, dass die Portugiesen zunehmend zwischen glaubwürdigen journalistischen Informationen und irreführenden Inhalten in digitalen Umgebungen unterscheiden, und ich denke, das ist sogar eine gute Nachricht.
- Allgemeine Nachrichten
- 51 %
- Suchmaschinen
- 40 %
- KI-Chatbots
- 24 %
- Soziale Medien
- 21 %
Hierarchie des Markenvertrauens verschiebt sich
Innerhalb des portugiesischen Nachrichtenmarktes führt der öffentlich-rechtliche Sender RTP mit 79 % Vertrauen, gefolgt von Jornal de Notícias (78 %) und SIC (77 %). Der größte Gewinner im Zeitverlauf ist das Boulevardblatt Correio da Manhã, dessen Vertrauenswert seit 2018 um 18,3 Punkte gestiegen ist. Obwohl es sich immer noch im Mittelfeld bewegt, zeigt es den stärksten Aufwärtstrend.
Einige etablierte Marken wie Expresso und Público mussten im gleichen Zeitraum hingegen leichte Vertrauensverluste hinnehmen.Die Tatsache, dass alle eine Mehrheit an Vertrauen genießen, deutet darauf hin, dass die Beziehung der Öffentlichkeit zum Nachrichtensystem positiver ist, wenn man von der abstrakten Ebene der 'Nachrichten im Allgemeinen' zur konkreteren Ebene der bekannten Marken übergeht.
KI und neue Konsummuster
Künstliche Intelligenz spielt eine wachsende Rolle: 10 % der weltweiten Nachrichtenkonsumenten nutzen inzwischen wöchentlich Chatbots, bei den unter 35-Jährigen steigt dieser Wert auf 16 %. In Portugal liegt das Vertrauen in Nachrichten, die über KI bezogen werden, bei nur 24 % und damit hinter Suchmaschinen (40 %) und allgemeinen Nachrichten (51 %), liegt jedoch knapp vor sozialen Medien (21 %). Nur 8 % der Portugiesen haben im vergangenen Jahr für Online-Nachrichten bezahlt, was die Finanzierungsschwierigkeiten lokaler Medien unterstreicht.
- Portugal 2025
- 71 %
- Portugal 2026
- 76 %
- Global 2025
- 58 %
- Global 2026
- 62 %


