
FIFA entlässt Chief Operating Officer Kevin Lamour nach öffentlicher Kritik an WM-Beteiligungsplan
Der Weltfußballverband beendete am 17. August 2026 die Zusammenarbeit mit Chief Operating Officer Kevin Lamour, nachdem dieser sich gegen ein geplantes 20-Milliarden-Dollar-Kommerzinstrument für Turnierrechte ausgesprochen hatte.
Formelle Beendigung des operativen Chefs
Der Weltfußballverband FIFA bestätigte am 17. August 2026, dass Chief Operating Officer Kevin Lamour seinen Posten geräumt hat. Der Abgang des französisch-schweizerischen Managers, der als dritthöchster Funktionär der Organisation fungierte, erfolgte nach wochenlangen internen Spannungen um die kommerzielle Strategie. Die FIFA bestätigte, dass die Zusammenarbeit zwischen dem Verband und Lamour am 17. August 2026 endete. Der Weltverband dankte Lamour für zwei Jahre Dienst und wünschte ihm alles Gute für die Zukunft, fügte jedoch hinzu, dass keine weiteren Kommentare abgegeben würden. Den FIFA-Ratsmitgliedern übermittelte Mitteilungen wiesen darauf hin, dass die Führung die Entscheidung nach sorgfältiger Prüfung getroffen habe.
Unsere Mission … ist es, dem Fußball zu dienen. Nicht den persönlichen Interessen einer Person zu dienen, die leider glaubt, sie verkörpere die FIFA, obwohl sie ihr dienen soll.
Der Kommerzialisierungsplan für die WM
Der Konflikt rührte von einem Führungsvorschlag her, eine 20-Milliarden-Dollar-Kommerztochter namens FIFA Forward Enterprise zu gründen, um Turniervermögenswerte, einschließlich der Herren- und Damen-Weltmeisterschaften, zu verwalten. In diesem Rahmen wollte die FIFA bis zu 20 % Eigenkapital an externe Privatinvestoren verkaufen. Lamour stellte die Initiative Ende Juli 2026 infrage und nannte das Konzept das Projekt einer einzigen Person. Er behauptete, Verbandsmitarbeiter seien ohne offene Konsultation getäuscht worden. In damals verteilten schriftlichen Stellungnahmen argumentierte Lamour, die Mitarbeiter hätten mehr verdient als Einschüchterung und Missachtung durch das Führungsmanagement.
Dieses Projekt darf nicht nur nicht fortgeführt werden, sondern es ist nun an der Zeit, dass die politischen Entscheidungsträger im Fußball die richtigen Fragen stellen und die richtigen Entscheidungen treffen.
Rücktritte auf höchster Ebene und Widerstand der Verbände
Der Widerstand gegen den Kommerzialisierungsvorschlag erstreckte sich über mehrere Verwaltungsorgane und hochrangige Beratungsgremien. Carlos Cordeiro, ranghöchster Berater von FIFA-Präsident Gianni Infantino, trat wenige Stunden vor Lamours öffentlicher Stellungnahme von seinem Beraterposten zurück und bezeichnete den Private-Equity-Plan als schlechtes Geschäft für den Fußball. Widerstand formierte sich auch bei Kontinentalverbänden wie der UEFA, der CONCACAF und der Asiatischen Fußball-Konföderation, wobei die CONCACAF erklärte, die FIFA-Führung stelle den Fußball nicht mehr an erste Stelle. Auch der ehemalige portugiesische Nationalspieler Luís Figo äußerte Kritik an der Verbandsführung. Nach weit verbreitetem internen und externen Widerstand ließ die FIFA die Investitionsinitiative fallen und entschuldigte sich für die Art und Weise, wie das Projekt vorbereitet und geführt worden war.
Verwaltungskarriere und bevorstehende Präsidentschaftswahl
Lamour war im November 2024 als Chief Operating Officer zur FIFA gestoßen, nachdem er seit 2007 für den europäischen Dachverband UEFA gearbeitet hatte. Als er Ende Juli 2026 seine öffentliche Kritik äußerte, erklärte der französisch-schweizerische Verwalter ausdrücklich, dass er damit rechne, seinen Job zu verlieren. Die FIFA hat keinen Ersatz benannt oder mitgeteilt, wer nach seinem Abgang die operativen Aufgaben übernehmen wird. Der personelle Wechsel an der Spitze erfolgt vor der nächsten FIFA-Präsidentschaftswahl, die für März 2027 anberaumt ist, bei der Gianni Infantino seine Kandidatur für eine vierte und letzte Amtszeit an der Spitze der Organisation angekündigt hat.
- Kevin Lamour wechselt zur Europäischen Fußball-Union UEFA.
- Lamour wird zum Chief Operating Officer der FIFA ernannt.
- Lamour und Berater Carlos Cordeiro lehnen öffentlich den Verkauf von 20 % der Turnieranteile ab.
- FIFA bestätigt die Beendigung der Zusammenarbeit mit Lamour.
- Nächste FIFA-Präsidentschaftswahl ist geplant.


