Verkehr · Lissabon

Fidelidade bestreitet, Opfern des Elevador da Glória eine Entschädigung zu verweigern – Lissabons Bürgermeister nennt Aussagen beschämend

Fidelidade, der Versicherer von Carris, erklärte am 28. Oktober 2026, es verweigere den Opfern des Entgleisens des Elevador da Glória in Lissabon keine Entschädigung. Am selben Tag nannte der Bürgermeister Passagen aus den Gerichtsschriftsätzen des Unternehmens „beschämend“ und „beklagenswert“.

KI-Text auf Grundlage von Berichten von Notícias ao Minuto, RTP, Diário de Notícias und weiteren Medien. Veröffentlicht . So entsteht er

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Kurz gefasst

Lissabon · Portugal

Versicherer weist Vorwurf der Verweigerung zurück

Fidelidade, der Versicherer von Carris, erklärte am 28. Oktober 2026, es weise die Behauptung kategorisch zurück, den Opfern des Entgleisens des Elevador da Glória in Lissabon vom 3. September 2025 keine Entschädigung zahlen zu wollen. In einer an die Nachrichtenagentur Lusa gesandten Erklärung hieß es, einige aus Gerichtsschriftsätzen zitierte Formulierungen hätten bei den Opfern und ihren Angehörigen zusätzliches Leid verursacht. Die zitierten Passagen stammten aus Verfahrensschriftsätzen, die als Ganzes gelesen werden müssten; isolierte Auszüge könnten ein falsches Bild ihrer Position vermitteln. Zudem bedeute die Differenz zwischen dem von ihr vorgeschlagenen Betrag und der geforderten Summe keine Verweigerung der Zahlung.

„Fidelidade weist kategorisch zurück, dass es den Opfern und ihren Angehörigen eine Entschädigung verweigert.“

Fidelidade

Umstrittene Entschädigungssummen

Die umstrittenste Zahl sind 125.000 Euro, die die Familie eines Opfers für den Schaden des Todes fordert und die der Versicherer gemessen an dem zur Bewertung eines Menschenlebens herangezogenen Maßstab für sehr hoch hält. Fidelidade erklärt, sie habe auf Grundlage rechtlicher und rechtsprechender Kriterien, validiert von der Unabhängigen Technischen Kommission, eine Entschädigung in Höhe mehrerer Hunderttausend Euro angeboten. Ein separater Bericht von SIC Notícias beschreibt eine Forderung von rund einer Million Euro, aufgeteilt in mehrere Teile, im Zusammenhang mit einer Mitarbeiterin der Santa Casa da Misericórdia de Lisboa, die sich in der Standseilbahn befand. Vor dem Verwaltungsgericht Lissabon argumentierte der Versicherer, eine solche Katastrophe sei zum damaligen Zeitpunkt nicht als gänzlich unvorhersehbar anzusehen gewesen. Zudem könne die Standseilbahn nicht als besonders zuverlässiges Verkehrsmittel gelten, da das Opfer sie täglich benutzt habe, und der Unfall sowie das Leid hätten weniger als eine Minute gedauert.

Lissabons Stadträte reagieren

In der öffentlichen Sitzung der Stadträte am 28. Oktober 2026 nannte Lissabons Bürgermeister Carlos Moedas (PSD) die in den Medien wiedergegebenen Aussagen „beschämend“ und „beklagenswert“ und erklärte, er habe den Versicherer über das Unbehagen der Stadt informiert. Ricardo Moreira vom Linksblock, der für Carolina Serrão nachrückte, befragte die Führung von PSD, CDS-PP und IL zu den Auszügen, nannte sie eine Unwürdigkeit und forderte den Bürgermeister auf, die Opfer nicht im Stich zu lassen. Pedro Anastácio von der Sozialistischen Partei sagte, die Äußerungen des Versicherers zeigten einen völligen Mangel an Empathie, und warf eine gravierendere Frage auf: Wenn das Risiko weithin bekannt gewesen sei, hätte es auch die Stadtverwaltung wissen können und wäre verpflichtet gewesen, den Betrieb zu stoppen. Er betonte, dass Carris zu 100 Prozent der Stadt Lissabon gehört. Moedas sagte, es sei traurig zu sehen, dass die Politik eine Tragödie erreiche, und sprach von einer Politisierung einer Tragödie.

„Die Informationen, die wir – zumindest über die Medien – über den Versicherer gehört haben, sind beschämend, sind beklagenswert.“

Carlos Moedas, Bürgermeister von Lissabon

Stand der Fälle bei den 16 Todesopfern

Fidelidade erklärt, bislang rund 2,5 Millionen Euro an Entschädigungen und Kosten im Zusammenhang mit dem Unfall direkt gezahlt oder die Verpflichtung zur Rückzahlung übernommen zu haben. Von den 16 Menschen, die starben, wurden mit vier Familien Vereinbarungen erzielt, acht Fälle befinden sich in Verhandlung, einer ist vor Gericht, einer wird im Rahmen der Arbeitsunfallregelung mit vorläufigen Renten regularisiert, und zwei warten auf Unterlagen. Die 24 Verletzten erhalten weiterhin die notwendige Betreuung, bis sich ihr klinischer Zustand gefestigt hat, was eine abschließende Bewertung der Schäden ermöglicht.

Stand der Entschädigung bei den 16 Todesfällen laut FidelidadeFälle
Vereinbarungen erzielt
4 Fälle
In Verhandlung
8 Fälle
Vor Gericht
1 Fälle
Arbeitsunfallregelung
1 Fälle
Warten auf Unterlagen
2 Fälle

Daten aus dem Artikeltext

Nuno Pinto Coelho de Faria, der Anwalt der Familie des Witwers der Mitarbeiterin, sagte, die Argumentation des Versicherers impliziere, dass er einräume, das Verkehrsmittel sei nicht zuverlässig gewesen. Es sei ungewöhnlich, dass Versicherer über Entschädigungen entscheiden sollten, bevor die Ursachen und Verantwortlichkeiten eines Unfalls geklärt seien. Zudem scheine der Versicherer nach Gründen zu suchen, um die Deckung auszuschließen, statt die Haftung anzuerkennen.

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