
Schmelzender Triftgletscher in der Schweiz gibt Leichen zweier seit 1992 vermisster belgischer Bergsteiger frei
Die Schweizer Polizei identifizierte die Überreste zweier belgischer Bergsteiger, die von einem Wanderer auf dem Triftgletscher im Wallis entdeckt wurden, 34 Jahre nach ihrem Verschwinden am 4.017 Meter hohen Weissmies-Gipfel.
Entdeckung auf dem Triftgletscher
Am 26. Juli 2026 entdeckte ein Wanderer auf dem Triftgletscher nahe Saas-Grund in der Südschweiz zwei menschliche Leichen, die auf dem Eis freigelegt waren. Der Ort liegt im Kanton Wallis, nahe der Schweizer Grenze zu Italien. Die Kantonsbehörden koordinierten unmittelbar nach der Meldung des Wanderers eine Bergungsaktion und sicherten die Überreste aus dem hochalpinen Gelände. Die Leichen wurden anschließend an das Institut für Rechtsmedizin des Spitals Wallis in Sitten überführt, um mit den formellen Identifizierungsverfahren zu beginnen. Am Mittwoch, dem 19. August 2026, bestätigte die Kantonspolizei öffentlich, dass die Überreste zwei belgischen Bergsteigern gehören, die vor 34 Jahren verschwunden waren.
Die Besteigung des Weissmies im Jahr 1992
Das Verschwinden ereignete sich während einer Expedition im Frühherbst 1992. Am 4. September 1992 brachen die beiden belgischen Kletterer von der Weissmieshütte auf mit dem Ziel, eine weitere hochalpine Schutzhütte auf dem Weissmiesgipfel zu erreichen, der auf einer Höhe von 4.017 Metern liegt. Sich verschlechternde Wetterbedingungen überraschten die beiden Männer während ihres Aufstiegs und hinderten sie daran, die Route zu vollenden oder in Sicherheit abzusteigen. Rettungsteams führten in den Monaten nach dem Vorfall mehrere Suchaktionen in der Region durch, fanden jedoch nur einen einzelnen zurückgelassenen Rucksack. Die beiden Männer, zum Zeitpunkt ihres Unfalls 39 und 41 Jahre alt, blieben offiziell vermisst, während Eis und Schnee den Ort bedeckten.
Identifizierungsverfahren in Sitten
Rechtsmediziner in Sitten führten direkte Vergleiche von DNA-Profilen durch, um die Identität der beiden Personen festzustellen. Die Walliser Kantonspolizei unterhält ein Archiv von Vermisstenmeldungen, das bis ins Jahr 1925 zurückreicht und Personen erfasst, die in hochalpinen Gebieten, Flüssen und Seen verschwunden sind. Dieses Register ermöglichte es den Ermittlern, die geborgenen Überreste mit der ungelösten Akte von 1992 zu verknüpfen und genetische Proben direkt mit Angehörigen zu vergleichen. Die Polizei bestätigte die eindeutige Identifizierung in einer offiziellen Stellungnahme vom 19. August 2026.
Ein direkter Vergleich der DNA-Profile hat eindeutig bestätigt, dass es sich um die beiden Kletterer handelt, die 1992 in der Weissmies-Region verschwunden sind.
Schmelzendes Eis und Funde in den Alpen
Steigende Temperaturen beschleunigen weiterhin den Rückzug der Gletscher in den gesamten Alpen. Wenn die Eisschichten während der Sommermonate dünner werden und zurückweichen, werden seit langem gefrorene Ausrüstungsgegenstände und menschliche Überreste zunehmend aus dem Eis freigegeben. Die Walliser Kantonspolizei stellte fest, dass solche Funde in den Bergregionen der Südwestschweiz häufiger geworden sind.
Mit dem Rückzug der Gletscher kommen manchmal die Überreste von Menschen zum Vorschein, die vor Jahrzehnten in den Bergen verschwunden sind.
Ähnliche Vorfälle wurden in den letzten Jahren im gesamten Kanton Wallis dokumentiert. Im Jahr 2025 bargen Suchteams die Skelettreste eines Schweizer Bergsteigers auf einem Gletscher am Ober Gabelhorn nahe Zermatt, 31 Jahre nachdem der Bergsteiger 1994 verschwunden war. Die Walliser Kantonspolizei führt weiterhin aktive Vermisstenakten für ungelöste Verschwindensfälle, die seit 1925 registriert wurden.
- Die Walliser Kantonspolizei beginnt mit der Führung eines offiziellen Registers von Vermissten in Hochgebirgen und Gewässern.
- Zwei belgische Kletterer verschwinden bei schwerem Wetter während des Aufstiegs zum 4.017 Meter hohen Weissmies-Gipfel.
- Skelettreste eines seit 1994 vermissten Schweizer Bergsteigers werden auf dem Gletscher am Ober Gabelhorn geborgen.
- Ein Wanderer entdeckt zwei durch schmelzendes Eis freigelegte Leichen auf dem Triftgletscher in Saas-Grund.
- Die Walliser Polizei gibt bekannt, dass die DNA-Analyse die Identität der beiden belgischen Bergsteiger bestätigt hat.

