Gesundheit & Bildung · Lissabon

Fast die Hälfte der befragten portugiesischen Erwachsenen fällt in das gesundheitlich verletzlichste Profil

Eine am Donnerstag, 5. November, von der Ordem dos Médicos veröffentlichte Studie ordnet 48 % der Befragten ihrer verletzlichsten Gruppe zu. Fast 30 % geben an, wegen Terminproblemen oder Wartelisten keine rechtzeitige Versorgung erhalten zu haben.

KI-Text auf Grundlage von Berichten von Observador, Notícias ao Minuto, PÚBLICO und weiteren Medien. Veröffentlicht . So entsteht er

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Kurz gefasst

Lissabon · Portugal

Drei Patientenprofile

Eine am Donnerstag, 5. November, von der Ordem dos Médicos veröffentlichte Studie ordnet die Befragten drei Gesundheitsprofilen zu: „Vulneráveis“ (verletzlich), „Episódicos“ (episodisch) und „Integrados“ (integriert). Die verletzliche Gruppe ist mit 48 % der Befragten die größte und zeichnet sich durch einen schlechteren subjektiv wahrgenommenen Gesundheitszustand und eine höhere Krankheitslast aus. Ihre Mitglieder sind überwiegend ältere Menschen, die Gesundheitsdienste eher aus Notwendigkeit nutzen, denen es aber am schwersten fällt, eine kontinuierliche Nachsorge aufrechtzuerhalten. Das episodische Profil macht 34 % aus; es umfasst jüngere Menschen, die ihre Gesundheit besser einschätzen und Dienste seltener nutzen, die aber eine schwache Kontinuität der Versorgung und unregelmäßige Vorsorgegewohnheiten aufweisen. Die integrierte Gruppe (18 %) berichtet über einen mittleren Gesundheitszustand, eine regelmäßige Inanspruchnahme von Diensten, eine starke Nachsorge und bessere Präventionspraktiken.

Anteil der Befragten nach Gesundheitsprofil%
Vulneráveis (verletzlich)
48 %
Episódicos (episodisch)
34 %
Integrados (integriert)
18 %

Daten aus dem Artikeltext

Der Studienkoordinator Tiago Correia brachte das Paradox in einem Satz auf den Punkt.

„Das sind die Menschen, die am meisten brauchen, und die Menschen, denen es am schwersten fällt, angesichts ihres Bedarfs im Gesundheitssystem den Anschluss zu halten.“

Tiago Correia

Zugang und Wartezeiten

Fast drei von zehn Befragten (29,9 %) gaben an, in den vergangenen 12 Monaten nicht innerhalb eines angemessenen Zeitraums versorgt worden zu sein – wegen Terminschwierigkeiten oder Wartelisten. Mehr als ein Drittel (36,3 %) bewertete den Zugang zum nationalen Gesundheitsdienst SNS in ihrem Wohngebiet als schwierig oder sehr schwierig. Dagegen bewerteten 40 % diesen Zugang als einfach oder sehr einfach. Correia sagte dem DN, die Wartezeit sei das in der Studie am häufigsten genannte Zugangsproblem und beruhe auf offiziellen Indikatoren zur maximal garantierten Antwortzeit, die seiner Aussage nach steigen. Am stärksten betroffen seien die Verletzlichsten, darunter Menschen ab 65 Jahren.

Wahrnehmung des Zugangs zum SNS und rechtzeitiger Versorgung%
Keine rechtzeitige Versorgung erhalten
29.9 %
Bewerten SNS-Zugang als schwierig oder sehr schwierig
36.3 %
Bewerten SNS-Zugang als einfach oder sehr einfach
40 %

Daten aus dem Artikeltext

Informelle Pflegepersonen

Die Studie ergab, dass 14,7 % der Befragten regelmäßig eine Person mit langfristigen Gesundheitsproblemen pflegen. Von diesen Pflegenden wenden 34 % 20 oder mehr Stunden pro Woche für diese Aufgabe auf. Mehr als 40 % der informellen Pflegepersonen gaben an, das 2019 verabschiedete Statut des informellen Pflegers habe keine positiven Auswirkungen auf ihre psychische Gesundheit oder ihr Einkommen gehabt, und fast die Hälfte beschreibt sich als sowohl psychisch als auch finanziell belastet. Correia wies darauf hin, dass europäische Gesundheitssysteme stark auf informelle Pflege setzen, eine Rolle mit geschlechtsspezifischer Dimension, die meist Frauen zufällt. Er argumentierte, das Modell halte Pflegende vom Arbeitsmarkt fern und schränke ihre Lebensautonomie ein, und stellte drei Fragen: ob das Statut ordnungsgemäß umgesetzt wird, ob die Unterstützung ausgeweitet werden muss oder ob das häusliche Modell selbst überdacht werden muss.

One Health und Antibiotika

Fast 84 % (83,9 %) der Befragten halten die Zusammenarbeit zwischen Ärztinnen und Ärzten, Tierärztinnen und Tierärzten, Umweltfachleuten und politischen Entscheidungsträgern für wesentlich, um Ausbrüche zu verhindern und auf Bedrohungen der öffentlichen Gesundheit zu reagieren. Wissenslücken bleiben jedoch bestehen. Rund 12 % gaben zu, Antibiotika ohne Rezept eingenommen zu haben, zwischen einem Viertel und einem Fünftel stimmt nicht zu, dass der Antibiotikaeinsatz in der Tierproduktion die menschliche Gesundheit beeinträchtigen kann, und fast 20 % sagen, sie kennen diesen Zusammenhang nicht. Etwa ein Fünftel der Menschen, die Fleisch vom eigenen oder familiären Hof essen, kennt die Hygienebedingungen nicht, unter denen die Tiere aufgezogen oder geschlachtet wurden. Correia sagte, bei der Integration von menschlicher, tierischer und Umweltgesundheit bleibe viel zu tun, und betonte, dass Ernährungsentscheidungen ebenso wichtig seien wie medizinische Versorgung.

„Es geht nicht nur um unsere Gesundheit. Es hat damit zu tun, wie wir Lebensmittel und Tiere produzieren und wie wir informierte Entscheidungen treffen, zum Beispiel im Supermarkt.“

Tiago Correia

Studiendesign

Die Studie mit dem Titel „Retrato da Saúde em Portugal no Pós-Pandemia“ wurde von der Ordem dos Médicos angeregt und vom Instituto de Higiene e Medicina Tropical der Universidade NOVA de Lisboa durchgeführt, mit Unterstützung des WHO-Kooperationszentrums für Politik und Planung im Bereich Gesundheitspersonal. Sie stützt sich auf 700 Telefoninterviews mit erwachsenen Einwohnern des portugiesischen Festlands und der Inseln. Das Projekt umfasst auch die Sicht von Ärztinnen und Ärzten sowie Medizinstudierenden. Bastonário Carlos Cortes sagte, die Ergebnisse könnten die tiefgreifende Reform untermauern, die der SNS braucht.

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