
Todeszahl durch Venezuelas Doppelerdbeben erreicht 5.346 – Wohnungskrise verschärft sich
Knapp einen Monat nach den beiden Beben der Stärke 7,2 und 7,5 im Bundesstaat La Guaira melden die Behörden 16.740 Verletzte und über 23.000 Obdachlose. Die UNO warnt, dass bis zu 50.000 Menschen noch vermisst werden könnten.
Die Erdbeben
Am 24. Juni erschütterten zwei schwere Erdbeben der Stärke 7,2 und 7,5 innerhalb kurzer Zeit den Norden Venezuelas. Das Epizentrum lag nahe dem Küstenstaat La Guaira, nördlich der Hauptstadt Caracas. Die Erdstöße verursachten sofortige und weitreichende Verwüstungen: Wohngebäude, Geschäfte und kritische Infrastruktur wurden dem Erdboden gleichgemacht. In den am stärksten betroffenen Gebieten wurden ganze Stadtviertel in Schutt und Asche gelegt. Die Rettungsarbeiten begannen innerhalb weniger Stunden, doch das Ausmaß der Zerstörung überforderte die örtlichen Rettungsdienste.
Steigende Todeszahl
Die offizielle Todeszahl wird täglich von Nationalversammlungspräsident Jorge Rodríguez über seinen Telegram-Kanal aktualisiert. Am Sonntag, dem 19. Juli, lag die Zahl bei 5.208. Bis Montag, dem 20. Juli, stieg sie auf 5.278 – ein Anstieg um 70 Todesfälle an einem einzigen Tag. Am Dienstag, dem 21. Juli, meldete Rodríguez, dass die Zahl 5.346 erreicht habe. Die Zahl der Verletzten bleibt mit 16.740 unverändert zum Vortag. Rettungskräfte und Freiwillige bergen weiterhin Leichen aus eingestürzten Gebäuden in La Guaira, und es wird erwartet, dass die Zahl weiter steigt, sobald die Trümmer geräumt sind.
- Zwei Erdbeben der Stärke 7,2 und 7,5 erschüttern den Norden Venezuelas und verwüsten den Bundesstaat La Guaira.
- UNO schätzt bis zu 50.000 Vermisste.
- Offizielle Todeszahl erreicht 5.208.
- Todeszahl steigt auf 5.278; Zahl der Verletzten nähert sich 17.000.
- Todeszahl steigt auf 5.346; 16.740 Verletzte; amtierende Präsidentin weist 200 Familien Wohnungen zu.
Vertreibung und Unterbringungskrise
Nach offiziellen Angaben haben die Erdbeben mindestens 23.122 Menschen obdachlos gemacht. Vertriebene Familien hausen in Lagern, die in Stadien, auf öffentlichen Plätzen und entlang von Gehwegen errichtet wurden, oft ohne Zugang zu fließendem Wasser oder angemessener Sanitärversorgung. Mehr als 850 Gebäude wurden beschädigt, 190 stürzten vollständig ein. Am Montag übergab die amtierende Präsidentin Delcy Rodríguez Wohnungsschlüssel in einem Sozialwohnungskomplex in Caracas an rund 200 Familien, die ihre Häuser verloren hatten. Sie kündigte an, bis Ende 2026 4.000 Wohneinheiten an Erdbebenopfer zu übergeben. Die Wohnungsnot bleibt akut: Tausende leben weiterhin unter prekären Bedingungen, während die Regenzeit einsetzt.
- Tote
- 5346
- Verletzte
- 16740
- Obdachlose
- 23122
- Beschädigte Gebäude
- 850
- Eingestürzte Gebäude
- 190
Ungewissheit über Vermisste
Die venezolanischen Behörden haben keine offizielle Zahl der noch Vermissten veröffentlicht. Die Vereinten Nationen schätzten in einer zwei Tage nach den Beben veröffentlichten Bewertung, dass die Zahl der Vermissten bis zu 50.000 betragen könnte. Andere von französischen Medien zitierte Prognosen gehen von etwa 10.000 Vermissten aus. Das Fehlen einer bestätigten Zahl schürt die Angst unter Familien, die seit fast einem Monat auf Nachricht über ihre Angehörigen warten. Suchtrupps arbeiten sich weiter durch die Trümmer, aber die Chancen, Überlebende zu finden, sind gesunken.
Reaktion der Regierung und der internationalen Gemeinschaft
Die unmittelbare Priorität der Regierung liegt auf der Wohnraumhilfe und der Räumung der Trümmer in den am schlimmsten betroffenen Zonen. Delcy Rodríguez‘ Wohnungsversprechen ist die bisher konkreteste Hilfsmaßnahme. Internationale Hilfsorganisationen haben Unterstützung angeboten, doch offizielle Berichte enthalten keine Details über größere ausländische Hilfseinsätze. Die Katastrophe belastet ein Land zusätzlich, das bereits mit wirtschaftlichen Schwierigkeiten zu kämpfen hat. Da Tausende noch vermisst werden und das volle Ausmaß der Schäden noch nicht abgeschätzt werden kann, wird der Wiederaufbau voraussichtlich Monate dauern.

