
Polnischer Vater angeklagt, nachdem er zweiten Sohn auf demselben Grundstück in Boćki erfasst hat – drei Jahre nach tödlichem Unfall
Ein 47-jähriger Vater in Boćki muss mit bis zu fünf Jahren Haft rechnen, nachdem er seinen vierjährigen Sohn mit einem Fahrzeuganhänger erfasst hat – drei Jahre nachdem er auf demselben Hof seinen Säugling tödlich überfahren hatte.
Der Vorfall in Boćki
Am Sonntagmorgen, dem 16. August 2026, gegen 9:00 Uhr, gingen bei Polizei und Rettungsdiensten Meldungen über einen Unfall auf einem Privatgrundstück in der Ortschaft Boćki in der Woiwodschaft Podlachien ein. Ein 47-jähriger Mann führte Arbeiten auf dem Gelände durch und manövrierte dabei ein Geländefahrzeug mit einem leichten Anhänger. Beim Rückwärts- oder Vorwärtsfahren erfasste der Anhänger seinen vierjährigen Sohn. Der Vater verständigte sofort den Rettungsdienst. Ein Rettungshubschrauber wurde entsandt, um das verletzte Kind in das Klinikum der Kinderklinik in Białystok zu bringen.
Medizinischer Zustand und Krankenhausbewertung
In der Klinik für Kinderchirurgie und Urologie der Medizinischen Universität Białystok untersuchten Ärzte das Kind und diagnostizierten Lungenprellungen. Die Verletzungen des Jungen waren nicht lebensbedrohlich, und das medizinische Personal bestätigte, dass sein Zustand stabil sei und kein chirurgischer Eingriff erforderlich sei. Die Ärzte deuteten an, dass der Junge nach etwa einer Woche nach Hause entlassen werden könne.
Das Kind bleibt in der Obhut unserer Klinik. Derzeit wird es wegen Lungenprellungen behandelt. Ich denke, dass kein chirurgischer Eingriff erforderlich sein wird.
Strafrechtliche Vorwürfe und Reaktion der Staatsanwaltschaft
Nach dem Vorfall nahm die Polizei den 47-jährigen Vater fest. Er gab gegenüber den Beamten an, er habe geglaubt, sein Sohn sei vor dem Manöver im Haus, um Wasser zu holen. Adam Naumczuk, Leiter der Bezirksstaatsanwaltschaft in Bielsk Podlaski, gab am Montag, dem 17. August 2026, bekannt, dass gegen den Mann offiziell Anklage erhoben wurde, weil er ein seiner Obhut unterstelltes Kind der unmittelbaren Gefahr des Todes oder einer schweren Körperverletzung ausgesetzt habe. Der Verdächtige gestand die Tat, verweigerte jedoch während der Vernehmung eine formelle Aussage. Ihm droht eine gesetzliche Höchststrafe von bis zu fünf Jahren Haft. Die Polizei beabsichtigt, das Familiengericht zu benachrichtigen, um die häuslichen Sorge- und Betreuungsbedingungen zu überprüfen.
- Ein 10 Monate alter Säugling wird auf dem Grundstück der Familie in Boćki tödlich von einem Geländewagen erfasst.
- Der Großvater des Kindes stirbt vor der endgültigen Berufung, was zur Einstellung des Verfahrens gegen ihn führt.
- Ein Berufungsgericht reduziert die achtmonatige Haftstrafe des Vaters auf eine Geldstrafe von 2.000 PLN.
- Der Vater erfasst seinen vierjährigen Sohn auf demselben Hof mit einem angehängten Anhänger.
- Die Staatsanwaltschaft erhebt Anklage gegen den Vater, weil er das Kind der unmittelbaren Gefahr einer schweren Schädigung oder des Todes ausgesetzt hat.
Vorherige Gerichtsverfahren ab August 2023
Der Fall erregte sofort die Aufmerksamkeit der Strafverfolgungsbehörden, da sich fast drei Jahre zuvor auf genau demselben Grundstück eine ähnliche Tragödie ereignet hatte. Am 26. August 2023 überfuhr derselbe Mann seinen 10 Monate alten Säugling tödlich, als er mit dem identischen Geländefahrzeug manövrierte. Das krabbelnde Kind war unbemerkt aus dem Familienhaus geschlüpft, während die Mutter und der Großvater des Kindes im Haus waren.
Seit ich hier arbeite, bin ich zum ersten Mal mit so etwas konfrontiert. Dieser Vorfall ereignete sich vor drei Jahren am 26. August und dieser am 16. August. Es handelte sich um dasselbe Geländefahrzeug. Nur dass das Kind diesmal von einem angehängten leichten Anhänger überrollt wurde, damals direkt vom Auto selbst.
Nach diesem tödlichen Unfall im Jahr 2023 verurteilte ein Bezirksgericht den Vater ursprünglich zu einer achtmonatigen Haftstrafe wegen fahrlässiger Tötung. Im Oktober 2025 wandte ein Berufungsgericht eine außergewöhnliche Strafmilderung an und ersetzte die Freiheitsstrafe durch eine Geldstrafe von 2.000 PLN. Es verwies auf die traumatische Erfahrung des Verlusts eines Kindes. Der Großvater des Kindes, der im erstinstanzlichen Verfahren ebenfalls zu acht Monaten Haft wegen Beweisfälschung und Strafvereitelung verurteilt worden war, war Anfang 2025 verstorben, woraufhin das Berufungsgericht das Verfahren gegen ihn einstellte.


