
Vance behauptet, Iran habe der Zulassung von IAEO-Inspektoren zugestimmt; Teheran dementiert neue Zusagen
Vizepräsident JD Vance kündigte an, dass Iran sich bereit erklärt habe, IAEO-Inspektoren wieder ins Land zu lassen – eine Schlüsselforderung in den Gesprächen, um den Waffenstillstand der letzten Woche in einen endgültigen Friedensvertrag umzuwandeln. Das iranische Außenministerium bestritt, neue Zusagen gemacht zu haben, und erklärte, Inspektionen seien bereits in der Absichtserklärung geregelt.
Erster Tag in Bürgenstock
Amerikanische und iranische Unterhändler trafen sich am Sonntag im schweizerischen Bürgenstock. Vizepräsident JD Vance führte das Washingtoner Team an, Außenminister Abbas Araghtschi die Delegation Teherans. Die Vermittler Katar und Pakistan pendelten zwischen den Seiten; mehrfach drohten die Gespräche zu scheitern. Iran drohte mit dem Ausstieg, nachdem Präsident Trump gewarnt hatte, die USA könnten „Iran noch einmal sehr hart treffen“, doch die Sitzung dauerte bis nach 1 Uhr Ortszeit. Am Montagmorgen hielt Vance eine Pressekonferenz und sprach von erheblichen Fortschritten.
- IAEO-Inspektoren nach US-israelischen Angriffen auf Atomanlagen aus Iran ausgeschlossen
- Trump und Peseschkian unterzeichnen 14-Punkte-Waffenstillstands-Memorandum in Versailles
- USA und Iran beginnen technische Gespräche in Bürgenstock, Schweiz
- Iran droht nach Trump-Warnung mit Ausstieg, Gespräche dauern bis nach 1 Uhr morgens
- Vance kündigt an, dass Iran zugestimmt habe, IAEO-Inspektoren wieder zuzulassen
- Vermittler kündigen Fahrplan für Abschlussabkommen binnen 60 Tagen an
Atominspektions-Behauptung
Vance sagte, Iran habe zugestimmt, Inspektoren der Internationalen Atomenergie-Organisation (IAEO) wieder ins Land zu lassen, und bezeichnete dies als „einen großen Meilenstein für das amerikanische Volk und den ersten Schritt zur dauerhaften Beendigung eines Atomwaffenprogramms im Iran“. Er deutete an, dass der Prozess bereits diese Woche beginnen könne, mit Gesprächen mit der IAEO „bereits heute“. Im Rahmen des Atomabkommens von 2015 hatte Iran Inspektionen zugelassen, schränkte den Zugang jedoch ein, nachdem Präsident Trump 2018 aus dem Abkommen ausstieg, und untersagte Inspektionen im vergangenen Jahr nach US-israelischen Angriffen auf seine Atomanlagen völlig. Das letzte Woche unterzeichnete Memorandum verpflichtete Iran, seinen Bestand an angereichertem Uran unter IAEO-Aufsicht zurückzuführen.
Die Iraner haben zugestimmt, IAEO-Inspektoren wieder in ihr Land zu lassen.
Iranischer Widerspruch
Ein Sprecher des iranischen Außenministeriums, Esmail Baghaei, erklärte gegenüber der staatlichen Nachrichtenagentur IRNA, Iran habe „keine neuen Zusagen“ für Inspektionen gemacht. Außenminister Araghtschi, der Fortschritte in anderen Bereichen einräumte, bestätigte Vances Aussage nicht. Iran hat stets betont, sein Atomprogramm sei friedlich, reicherte Uran jedoch auf waffenfähiges Niveau an und hielt Inspektoren ein Jahr lang fern. Rafael Grossi, Generaldirektor der IAEO, hielt sich in Bürgenstock auf, doch Iran bestritt ein Treffen mit ihm.
Wir haben keine neuen Zusagen für Inspektionen gemacht.
Regionale Dimensionen
Über das Atomdossier hinaus befassten sich die Unterhändler mit dem brüchigen Waffenstillstand im Libanon, wo Israel trotz fehlender Beteiligung an dem Memorandum weiterhin Hisbollah-Ziele angreift. Irans Araghtschi erklärte, die „unermüdliche“ Vermittlung habe „große Fortschritte zur Beendigung des Libanon-Krieges“ erzielt, und verwies auf die Aufhebung der US-Seeblockade, den Verzicht auf Sanktionen gegen Ölexporte und die Freigabe eingefrorener Vermögenswerte. Die Parteien richteten eine Deeskalationszelle und eine direkte Kommunikationsleitung ein, um Vorfälle in der Straße von Hormus zu vermeiden, wo das Schiffsaufkommen in den letzten Tagen gestiegen ist.
Die unermüdliche pakistanische und katarische Vermittlung hat große Fortschritte zur Beendigung des Libanon-Krieges erzielt. Öl- und Petrochemieexporte sind freigegeben, die Blockade aufgehoben, eingefrorene Vermögenswerte freigegeben und ein großer Wiederaufbau- und Entwicklungsplan für den Iran gestartet.
Der weitere Weg
Eine gemeinsame Erklärung Katars und Pakistans bestätigte einen Fahrplan für einen endgültigen Vertrag innerhalb von 60 Tagen, ein hochrangiges politisches Aufsichtskomitee sowie Arbeitsgruppen zu Atomfragen und Sanktionen. Vance wird nach Hause zurückkehren, während die technischen Gespräche in der Schweiz fortgesetzt werden. Es bleiben viele Hindernisse: die israelischen Militäroperationen im Südlibanon, die Frage des iranischen Uranbestands und das tiefe Misstrauen zwischen Teheran und Washington. Die nächste Phase wird zeigen, ob die beiden Seiten ihre Fortschrittsbehauptungen in ein verbindliches Abkommen umsetzen können.
