
Valencianische Sozialisten legen 30-seitiges Dossier über Präsident Pérez Llorca vor – dieser fordert gerichtliche Untersuchung
Die Parlamentsfraktion der PSPV-PSOE hat am Mittwoch ein 30-seitiges Dossier vorgelegt, das mutmaßliche Korruption im Umfeld des valencianischen Präsidenten Juanfran Pérez Llorca dokumentiert. Dieser reagierte mit der Forderung, die Unterlagen direkt den Gerichten vorzulegen.
Opposition legt Dossier im Parlament vor
Der Sprecher der PSPV-PSOE, José Muñoz, berief am Mittwoch, dem 30. September 2026, kurzfristig eine Pressekonferenz ein – am letzten Tag der Generaldebatte über die Politik in Les Corts Valencianes. Muñoz zeigte eine Klarsichthülle mit einem rund 30-seitigen Dossier, auf dessen Titelseite der Name des valencianischen Präsidenten Juanfran Pérez Llorca steht. Zwei Tage zuvor, am Montag, hatte Muñoz eine leere Aktenbox ans Rednerpult getragen und dabei auf Berichte über das Dokument verwiesen, die eldiario.es veröffentlicht hatte. Muñoz erklärte, die sozialistische Fraktion habe die physische Akte am Mittwochmorgen erhalten und ihre Rechtsabteilung angewiesen, das Material in den kommenden Tagen zu prüfen, um mögliche strafrechtliche Verantwortlichkeiten zu bewerten. Er forderte den nationalen Vorsitzenden der Partido Popular, Alberto Núñez Feijóo, auf, disziplinarische Schritte gegen den Regionalpräsidenten einzuleiten.
Wenn auch nur ein Schatten des Verdachts besteht, darf er Pérez Llorca nicht als Kandidaten zulassen; er muss ihn zum Rücktritt zwingen, sobald er Zugang zu diesem Dossier hatte.
Details der 30-seitigen Akte
Auf der Titelseite der nicht unterzeichneten Akte mit dem Titel „Expediente: CKV-2026/01“ heißt es, sie sei im Juni 2026 zusammengestellt worden. Das Dokument skizziert Vorwürfe zur kommunalen Auftragsvergabe in Finestrat in den Jahren 2024 und 2025 sowie zu Stadtentwicklungsprojekten und kommerziellen Netzwerken. Es enthält Anhänge zu Planungsunterlagen entlang der Avenida Benidorm, zu Vorgängen der Wasserbehörde EPSAR und zu Geschäftsbeziehungen, die Pérez Llorca mit Personen verbinden, die als Serra und González de la Red identifiziert werden. Muñoz merkte an, eine erste Prüfung deute darauf hin, dass die Akte dokumentiertes Material enthalte und nicht auf haltlosen Anschuldigungen beruhe. Die sozialistische Fraktion bestätigte Pläne, einen förmlichen parlamentarischen Auftritt von Pérez Llorca zu den Vorwürfen zu verlangen.
- Nicht unterzeichnetes Dossier mit dem Titel Expediente: CKV-2026/01 wird zu Aufträgen und Stadtplanung zusammengestellt.
- eldiario.es veröffentlicht Auszüge aus dem Dossier, als die Generaldebatte in Les Corts beginnt.
- PSPV zeigt Journalisten das 30-seitige Dokument, woraufhin Pérez Llorca eine Vorlage bei Gericht verlangt.
Pérez Llorca fordert gerichtliche Untersuchung
Präsident Pérez Llorca reagierte in der parlamentarischen Sitzung am Mittwoch und forderte die Oppositionsführer auf, das Dossier unverzüglich den Justizbehörden vorzulegen. Vor Journalisten erklärte der Regionalpräsident, er sei völlig ruhig, und verwies auf ein Gespräch aus der Vorwoche mit dem nationalen PP-Vorsitzenden Alberto Núñez Feijóo, der die Regionalpartei angewiesen habe, ihre Routinearbeit fortzusetzen. Pérez Llorca beharrte darauf, dass politische Akteure, die Dokumente mit Vorwürfen von Fehlverhalten besitzen, diese den Gerichten vorlegen müssten, statt anonyme Leaks zu verbreiten. Er versprach, das Dossier persönlich den Ermittlern zu übergeben, falls ihm eine Kopie ausgehändigt werde.
Wenn jemand behauptet, ein Dossier oder ein Dokument zu haben, und es nicht vor Gericht bringt, dann lügt er entweder oder weiß, dass nichts dran ist, und will zu jenen Kanälen zurückkehren, an die uns die Sozialistische Partei so sehr gewöhnt hat.
Politische Reibungen innerhalb der Legislaturperiode
Der parlamentarische Sprecher der Partido Popular, Nando Pastor, wies die Vorwürfe zurück und verteidigte den Regionalpräsidenten in Les Corts. Pastor warf Muñoz vor, minderwertige politische Zauberei zu betreiben, weil er am Montag eine leere Box mitgebracht habe und dann behauptet habe, das Dossier am Mittwoch erhalten zu haben. Pastor verspottete den anonymen Bericht mit der Bemerkung, die fiktiven Detektive Mortadelo und Filemón hätten ihn unterzeichnen können. Die nationale PP-Führung in Madrid bestritt, eine Kopie des Dossiers erhalten zu haben, das vor dem Hintergrund innerparteilicher Debatten über die Forderung des früheren Präsidenten Francisco Camps nach einem regionalen Parteitag kursierte. Pérez Llorca hatte die Generaldebatte am Montag mit der Ankündigung mehrjähriger politischer Initiativen eröffnet.

