
Trump-Regierung schlägt Gebühr von 103.265 US-Dollar für neue H-1B-Arbeitsvisa vor
Das Heimatschutzministerium (DHS) hat einen Verordnungsentwurf veröffentlicht, der eine Gebühr von 103.265 US-Dollar für kontingentierte H-1B-Visa vorsieht, und schlägt damit einen formellen Rechtsetzungsweg ein, nachdem ein Bundesrichter eine frühere Anordnung von 100.000 US-Dollar aufgehoben hatte.
Vorgeschlagene Gebührenstruktur
Das US-Heimatschutzministerium hat am Montag, den 24. August 2026, eine formelle Verordnung vorgeschlagen, die eine Gebühr von 103.265 US-Dollar für neue H-1B-Spezialarbeitsvisa einführt. Der Entwurf erschien im Bundesregister zur Einsichtnahme vor seiner formellen Veröffentlichung am 25. August und eröffnet ein 30-tägiges öffentliches Kommentarfenster. Bundesbeamte gehen davon aus, dass die Verordnung noch vor Jahresende verabschiedet werden könnte. Die Gebühr gilt für Anträge, die der gesetzlichen Jahresgrenze von 85.000 Visa unterliegen, die 65.000 allgemeine Plätze und 20.000 für Personen mit höheren Abschlüssen umfasst. Die üblichen Bearbeitungsgebühren lagen zuvor zwischen 2.000 und 5.000 US-Dollar pro Antrag. Die Verordnung befreit kontingentfreie Arbeitgeber, darunter Universitäten und gemeinnützige oder staatliche Forschungseinrichtungen, sowie bestehende Visumsverlängerungen und ausländische Studierende, die sich bereits mit Studentenvisa in den Vereinigten Staaten aufhalten.
Rechtliche Anfechtungen und Gerichtsgeschichte
Der Verwaltungsvorschlag folgt auf einen früheren Versuch von Präsident Donald Trump, im September 2025 per Präsidentenproklamation eine Gebühr von 100.000 US-Dollar einzuführen. Diese Proklamation stützte sich auf die exekutive Befugnis im Einwanderungsrecht, um die Einreise von Ausländern zu beschränken, die als schädlich für die inländischen Interessen angesehen wurden. Im Juni 2026 blockierte der US-Bezirksrichter Leo T. Sorokin in Massachusetts die Maßnahme und urteilte, dass die Gebühr eine nicht genehmigte Steuer darstelle, die ohne Zustimmung des Kongresses erhoben wurde. Der Berufungsgerichtshof des Ersten Bezirks in Boston lehnte Ende Juli 2026 einen Antrag der Regierung ab, das Urteil auszusetzen, während die Berufung der Regierung geprüft wird. Rechtliche Anfechtungen der US-Handelskammer, von Demokraten geführten Generalstaatsanwälten der Bundesstaaten, Gewerkschaften und Handelsverbänden sind weiterhin vor Bundesgerichten anhängig.
- Präsident Donald Trump erlässt eine Proklamation zur Einführung einer vorübergehenden Gebühr von 100.000 US-Dollar.
- Etwa 70 Arbeitgeber zahlen die 100.000-US-Dollar-Gebühr für 85 Visumanträge.
- Richter Leo T. Sorokin erklärt die Proklamationsgebühr für rechtswidrig.
- Berufungsgericht des Ersten Bezirks lehnt Antrag der Regierung auf Aussetzung des Gerichtsurteils ab.
- Heimatschutzministerium veröffentlicht Verordnungsentwurf mit einer Gebühr von 103.265 US-Dollar.
- Bundesregister veröffentlicht den Verordnungsentwurf formell zur 30-tägigen öffentlichen Kommentierung.
- Die ursprüngliche Präsidentenproklamation von 2025 erreicht ihr geplantes Auslaufen.
Mittelzuweisung auf Bundesbehörden
Das Heimatschutzministerium schätzt, dass die neue Gebührenstruktur jährlich etwa 8,8 Milliarden US-Dollar einbringen wird, wobei die Einnahmen auf sechs Regierungsstellen verteilt werden. Die Exekutivbehörde für Einwanderungsprüfungen (Executive Office for Immigration Review), die das bundesstaatliche Einwanderungsgerichtssystem betreibt, soll 2,96 Milliarden US-Dollar erhalten. Diese Mittel sind für die Einstellung von über 8.400 Mitarbeitern, darunter neue Einwanderungsrichter, vorgesehen. Die US-Einwanderungs- und Einbürgerungsbehörde (USCIS) wird voraussichtlich rund 3 Milliarden US-Dollar für die Bearbeitung von Anträgen erhalten, während die Einwanderungs- und Zollbehörde (ICE) mit knapp 1 Milliarde US-Dollar zur Finanzierung der Betrugsprüfung und der Überwachung ausländischer Studenten eingeplant ist.
- USCIS
- 3 $B
- Einwanderungsgerichte (EOIR)
- 2.96 $B
- ICE
- 1 $B
Programhintergrund und wirtschaftliche Debatte
Die H-1B-Visumkategorie wurde 1990 vom Kongress eingeführt, um inländischen Unternehmen die Beschäftigung ausländischer Fachkräfte für Zeiträume zwischen drei und sechs Jahren zu ermöglichen. Regierungsbeamte argumentieren, dass die bestehenden Politiken Unternehmen dazu ermutigen, inländische Talente durch niedriger bezahlte ausländische Mitarbeiter zu verdrängen. Die vorgeschlagene Verordnung zitiert ein Arbeitspapier des National Bureau of Economic Research, das zeigt, dass H-1B-Empfänger im Durchschnitt 15 Prozent weniger verdienten als ihre inländischen Kollegen. Gegenargumente von Wirtschaftsverbänden lauten, dass das Visumsprogramm für die Besetzung technischer Stellen in den Bereichen Wissenschaft, Bildung und Technologie unerlässlich sei, da dort weiterhin ein Mangel an inländischen Kandidaten herrsche. Vor der gerichtlichen Verfügung hatten bis Ende Februar 2026 etwa 70 Arbeitgeber die frühere Gebühr von 100.000 US-Dollar für 85 einzelne Visumanträge gezahlt.

