Iran bezeichnet US-Sekundärsanktionen als illegal, während Öltransit durch Hormus sinkt
Teheran hat geplante US-Sekundärsanktionen als Bruch des Völkerrechts bezeichnet, während die Schiffsverfolgung zeigt, dass der tägliche Öltransit durch die Straße von Hormus weiterhin auf 6 Millionen Barrel beschränkt ist.
Rechtsstreit um Sekundärsanktionen
Die iranische Regierung hat die Pläne der Vereinigten Staaten für eine erweiterte Wirtschaftskampagne verurteilt und erklärt, die Maßnahmen verletzten die Charta der Vereinten Nationen und völkerrechtliche Grundsätze. Der Sprecher des iranischen Außenministeriums, Ismail Baghai, erklärte auf X, dass Finanzinstitute, Handelsunternehmen und Flughäfen, die der ausschließlichen Hoheitsgewalt eines Staates unterliegen, von anderen Regierungen nicht gezwungen werden dürften, auf rechtmäßigen Handel mit Dritten zu verzichten. Die diplomatische Reaktion erfolgte auf Äußerungen des US-Präsidenten Donald Trump, der schwere Strafen gegen Länder androhte, die Handelsbeziehungen mit Teheran unterhalten. US-Beamte haben den Druck auf verbündete Regierungen erhöht, sich an den Maßnahmen zu beteiligen, die Trump als eine wirtschaftliche Operation zur Beendigung des Krieges gegen den Iran charakterisierte.
Wirtschaftlicher Zwang, der darauf abzielt, einen souveränen Staat zur Änderung seiner rechtmäßigen politischen Entscheidungen zu zwingen, stellt einen klaren Rechtsbruch dar.
Gestörter Durchfluss durch die Straße von Hormus
Der Rechtsstreit geht mit schwerwiegenden Beeinträchtigungen der Schifffahrt im Persischen Golf einher, wo der kommerzielle Ölverkehr weiterhin eingeschränkt ist. Vor dem Krieg passierten täglich etwa 20 Millionen Barrel Rohöl die Straße von Hormus. Daten der Schiffsverfolgung von Kpler zeigen, dass der Transit während des 60-tägigen Waffenstillstands von Birgenstock auf durchschnittlich 6 Millionen Barrel pro Tag zurückging, was weniger als 40 % des Vorkriegsniveaus entspricht. US-Energieminister Chris Wright behauptete, der tägliche Transit sei kürzlich auf 9 Millionen Barrel gestiegen, und bezeichnete die Wasserstraße als de facto geöffnet, obwohl Tracking-Daten und iranische Stellungnahmen diese Einschätzung widerlegen. Washington hat mit Oman und den Vereinigten Arabischen Emiraten koordiniert, um Handelssendungen über alternative regionale Korridore umzuleiten, während die Vereinigten Arabischen Emirate eigene Sanktionen gegen Teheran verhängt haben.
- Vorkriegsniveau
- 20 Mio. Barrel/Tag
- Waffenstillstands-Durchschnitt (Kpler)
- 6 Mio. Barrel/Tag
- Schätzung des US-Energieministers
- 9 Mio. Barrel/Tag
Volatilität der Ölpreise und Sanktionsdruck
Die internationalen Ölmärkte verzeichneten im Laufe der Woche Preisschwankungen, da die Händler die aus der Seeblockade resultierenden Versorgungsrisiken bewerteten. Brent-Rohöl zur Oktober-Lieferung wurde am Freitag bei 93,22 $ pro Barrel gehandelt, was einem Rückgang von etwa 0,5 % gegenüber Donnerstag entspricht, nachdem es seit Montag um mehr als 5 % gestiegen war. Die Rohstoffanalystin der Commerzbank, Barbara Lambrecht, berichtete, dass der Transit durch den Persischen Golf weiterhin ins Stocken geraten sei, und fügte hinzu, dass zusätzliche US-Sanktionen gegen Abnehmer von iranischem Öl, darunter China, die weltweite Rohölverfügbarkeit zu verringern drohten. China ist eines der Hauptziele für iranische Rohölexporte, die bereits durch eine amerikanische Seeblockade eingeschränkt sind.
Die Lage an der Straße von Hormus ist festgefahren.
Strategische Bewertungen und militärische Neuausrichtung
Strategische Bewertungen innerhalb des Weißen Hauses deuten darauf hin, dass die gegenwärtigen Bedingungen Teheran höhere Finanzkosten auferlegen als den Vereinigten Staaten, so eine Analyse von Trita Parsi vom Quincy Institute. US-Beamte gehen davon aus, dass die Kombination alternativer Golf-Schifffahrtsrouten mit maritimer Durchsetzung es Washington ermöglicht, seine Position zu halten, ohne neue militärische Offensiven zu starten. Als Reaktion auf den US-Druck reorganisierte Teheran zehn Tage vor dem 21. August seine militärische Kommandostruktur und verlagerte die Golfoperationen hin zu offensiven Missionen. Mohammad Mokhber, ein Berater des obersten Führers Mojtaba Khamenei, bestätigte die überarbeitete Strategie und erklärte, die iranischen Streitkräfte würden operative Aktivitäten auf feindliches Territorium verlagern, wann immer die Führung dies anordne.
- Teheran stellt die militärische Führung um, um offensive Operationen im Golf zu priorisieren.
- Die Brent-Rohölpreise steigen angesichts des eingeschränkten Transitverkehrs in der Straße von Hormus stark an.
- Brent-Rohöl schließt bei 93,22 $ pro Barrel, während Donald Trump wirtschaftliche Maßnahmen darlegt.
- Ismail Baghai verurteilt US-Sekundärsanktionen als Verstoß gegen internationales Recht.


