
Vereinigte Staaten streichen Syrien nach 47 Jahren von der Liste der Staatsförderer des Terrorismus
Washington hat die Streichung Syriens von der Liste der Terrorismusförderer nach einer 45-tägigen Prüfungsfrist des Kongresses abgeschlossen und damit die seit 1979 gegen Damaskus verhängten finanziellen Beschränkungen aufgehoben, um den wirtschaftlichen Wiederaufbau zu unterstützen.
Sanktionserleichterungen abgeschlossen
Die Vereinigten Staaten haben am Montag die formelle Streichung Syriens von ihrer Liste der Staatsförderer des Terrorismus abgeschlossen und damit eine Einstufung beendet, die seit 1979 in Kraft war. Die Maßnahme folgte auf eine obligatorische 45-tägige Prüfungsfrist des Kongresses, die am Samstag auslief, nachdem US-Präsident Donald Trump den Kongress am 8. Juli 2026 formell über den Plan unterrichtet hatte. Das US-Außenministerium hob zudem die zuvor gegen die Haiʾat Tahrir asch-Scham verhängte Einstufung als globale terroristische Vereinigung auf, die ehemalige Rebellenfraktion unter Führung des syrischen Präsidenten Ahmed al-Sharaa, die sich 2016 von Al-Qaida losgesagt hatte. Das US-Finanzministerium erließ entsprechende Sanktionserleichterungen, um die Wiederherstellung internationaler Bankverbindungen zu ermöglichen.
Führung in Syrien reagiert
Beamte in Damaskus begrüßten die US-Entscheidung als wichtige Entwicklung für die Erholung des Landes nach dem Sturz von Baschar al-Assad im Dezember 2024. In einer öffentlichen Ansprache am Dienstagmorgen drückte Präsident Ahmed al-Sharaa der amerikanischen Regierung und den Partnerstaaten seinen Dank für die Ermöglichung des diplomatischen Wandels aus.
Heute befreit sich Syrien von einer schweren Last und schlägt ein neues Kapitel seiner schmerzhaften Vergangenheit auf, um den Weg der Entwicklung und des Wiederaufbaus zu gehen.
US-Außenminister Marco Rubio erklärte, dass die Aufhebung die Maßnahmen der Übergangsregierung anerkenne, und verwies auf den Beitritt Syriens zur Globalen Koalition gegen den Islamischen Staat. Der syrische Außenminister Asaad al-Shaibani bezeichnete die Streichung als einen Schritt, der das Bekenntnis von Damaskus zur internationalen Sicherheit widerspiegele.
Historischer Hintergrund und regionale Beziehungen
- USA setzen Syrien unter Hafez al-Assad als Staatsförderer des Terrorismus auf die Liste
- USA schließen ihre Botschaft in Damaskus nach Eskalation des Bürgerkriegs
- Rebellen stürzen Baschar al-Assad; Trump unterzeichnet Aufhebung des Caesar-Gesetzes
- Trump unterrichtet Kongress über Absicht, Syrien von der Terrorliste zu streichen
- USA schließen formelle Streichung Syriens und der Haiʾat Tahrir asch-Scham ab
Washington setzte Syrien erstmals 1979 unter Präsident Hafez al-Assad aufgrund der Unterstützung von Damaskus für bewaffnete palästinensische Gruppierungen auf die Terrorismus-Liste. Die bilateralen Beziehungen verschlechterten sich nach der US-Invasion im Irak 2003 und der Schließung der amerikanischen Botschaft in Damaskus 2012 infolge der Niederschlagung des Aufstands von 2011 weiter. Während des fast 14-jährigen Bürgerkriegs verhängte Washington zusätzliche Beschränkungen, darunter das Caesar-Gesetz von 2019, das Trump im Dezember aufhob. Die jüngste Entscheidung belässt Kuba, Iran und Nordkorea als einzige verbleibende Staaten auf der US-Liste der Terrorismusförderer. In Ankara erklärte das türkische Außenministerium, dass der US-Schritt die Beziehungen Syriens zur internationalen Gemeinschaft stärken werde.
Wirtschaftliche Hürden und Wiederaufbauziele
Während die administrative Änderung Hindernisse für die globale Finanzwelt beseitigt, steht Syrien weiterhin vor akuten innenwirtschaftlichen Schwierigkeiten. Fast 90 % der syrischen Bevölkerung leben in Armut, und das Land kämpft mit hoher Inflation sowie steigenden Lebensmittel- und Treibstoffpreisen. Vittorio Maresca di Serracapriola, ein leitender Sanktionsanalyst bei Karam Shaar Advisory, erläuterte die praktische Bedeutung der Entscheidung für den syrischen Bankensektor.
Die Dynamik für diese Ankündigung ist großartig, und es war die letzte große Hürde für die Wiederanbindung der Banken.
Die Übergangsregierung in Damaskus setzt auf ausländisches Privatkapital, um die während des mehr als ein Jahrzehnt andauernden bewaffneten Konflikts zerstörten öffentlichen Versorgungseinrichtungen und die Infrastruktur wieder aufzubauen.

