
US-Staatsverschuldung übersteigt 40 Billionen Dollar – Finanzministerium verdoppelt Anleiherückkäufe
Die Staatsverschuldung der Vereinigten Staaten hat die Marke von 40 Billionen US-Dollar überschritten, während Finanzminister Scott Bessent das Tempo der Rückkäufe langfristiger Anleihen verdoppelt, um die steigenden Kreditkosten und Defizite nahe 6 % des BIP zu bewältigen.
Schuldenmeilenstein und Anleihemarktdruck
Die Staatsverschuldung der Vereinigten Staaten hat erstmals 40 Billionen US-Dollar erreicht, zeitgleich mit einem anhaltenden Anstieg der langfristigen Kreditkosten für die Bundesregierung. Die Renditen 30-jähriger US-Staatsanleihen sind über die 5-Prozent-Marke gestiegen und haben damit Niveaus erreicht, die seit 2007 nicht mehr verzeichnet wurden. Trotz des sprunghaften Anstiegs der Renditen gab es keine weiteren Herabstufungen der Kreditwürdigkeit der Bundesverschuldung, die Breakeven-Raten inflationsgeschützter Wertpapiere sind nicht in die Höhe geschossen, und die Kosten für eine Absicherung gegen Zahlungsausfälle bleiben begrenzt. Anleger behandeln US-Staatsanleihen weiterhin als weitgehend risikofreie Vermögenswerte, auch wenn die steigende Anleiheemission die Nachfrage bei Auktionen belastet hat. Die jährlichen Haushaltsdefizite des Bundes übersteigen seit 2019 in jedem Jahr 4 % der Wirtschaftsleistung und halten damit ein Niveau, das normalerweise mit wirtschaftlichen Rezessionen verbunden ist – trotz anhaltender nationaler Wirtschaftsexpansion.
Maßnahmen des Finanzministeriums an den Anleihe- und Devisenmärkten
Um die Belastung am 32 Billionen US-Dollar schweren Markt für Staatsanleihen zu verringern, kündigte US-Finanzminister Scott Bessent eine außerplanmäßige Entscheidung an, das Tempo zu verdoppeln, mit dem das Ministerium seine eigenen langfristigen Anleihen zurückkauft. Die Ausweitung der Rückkäufe stellt die dritte Maßnahme des Finanzministeriums innerhalb von weniger als einem Monat dar, um den Verkaufsdruck auf Staatsanleihen zu begrenzen. Knapp vier Wochen zuvor hatte Bessent an den Devisenmärkten eingegriffen, indem er japanische Yen kaufte, um die Währung Japans zu stützen. Marktteilnehmer werteten diese Intervention als indirekte Maßnahme, um Japan davon abzuhalten, seine Bestände an US-Staatsanleihen abzubauen. Bessent erklärte, dass künftige Yen-Operationen auf eine spezialisierte Fazilität zurückgreifen würden, die so strukturiert sei, dass der sofortige Verkauf von Staatsanleihen vermieden werde. Nach der Ankündigung der Rückkäufe verzeichnete der US-Dollar einen starken Rückgang im Devisenhandel, von dem er sich nicht erholt hat.
- Die jährlichen US-Haushaltsdefizite beginnen, konstant 4 % des BIP zu überschreiten.
- Finanzminister Scott Bessent greift am Devisenmarkt ein, indem er japanische Yen kauft.
- Die US-Staatsverschuldung übersteigt 40 Billionen US-Dollar, während die Renditen 30-jähriger Anleihen auf über 5 % steigen.
- Das Finanzministerium kündigt eine außerplanmäßige Verdoppelung seines Rückkaufprogramms für langfristige Anleihen an.
- Federal-Reserve-Vorsitzender Kevin Warsh und Ökonomen treffen sich, um über fiskalische Dominanz zu diskutieren.
Defizitprognosen und struktureller Ausgabendruck
Das US-Haushaltsdefizit des Bundes liegt bei rund 6 % des Bruttoinlandsprodukts, angetrieben durch anhaltende Ausgabenverpflichtungen, wirtschaftliche Schocks und Steuergesetze. Die Dynamik der Bundesverschuldung änderte sich nach der Finanzkrise von 2007–2009 und weitete sich während der Pandemie weiter aus, verstärkt durch Steuersenkungen, die der Kongress während der Präsidentschaft von Donald Trump verabschiedet hatte. Die strukturellen Ausgaben sind durch Sozialprogramme für eine alternde Bevölkerung, steigende Verteidigungsausgaben und Zollumkehrungen gewachsen, die die Regierung dazu zwangen, Importeuren Rückerstattungsschecks auszustellen. Bessent hat Schuldenwarnungen zurückgewiesen und behauptet, dass Investitionen in künstliche Intelligenz das Wirtschaftswachstum ankurbeln und Steuereinnahmen generieren würden, die ausreichen, um das Defizit auf 3 % des Bruttoinlandsprodukts zu senken, ohne Steuererhöhungen oder Ausgabenkürzungen. Gleichzeitig ist die traditionell mit langfristigen Staatsanleihen verbundene Prämie weitgehend verschwunden, was die Kreditvorteile untergräbt, die an den Status des Dollars als globale Reservewährung geknüpft sind.
Jackson-Hole-Symposium und die Debatte über fiskalische Dominanz
Das Spannungsverhältnis zwischen den Kreditaufnahmeerfordernissen des Staates und der Geldpolitik steht im Mittelpunkt des jährlichen Wirtschaftssymposiums der Federal Reserve in Jackson Hole, Wyoming. Der neu ernannte Vorsitzende der Federal Reserve, Kevin Warsh, befasst sich gemeinsam mit internationalen Notenbankern und akademischen Ökonomen mit dem Thema der fiskalischen Dominanz, bei der Regierungen Druck auf Zentralbanken ausüben, Staatsanleihen zu kaufen. Fortgeschrittene Volkswirtschaften haben die direkte monetäre Finanzierung seit Jahrzehnten formell verboten, nachdem es in der Weimarer Republik und in Argentinien historische Hyperinflationsepisoden gegeben hatte. Marktanalysten beobachten, dass die US-Wirtschaft weiterhin Gegenwind durch höhere Energiekosten und erhöhte Renditen absorbiert, gestützt durch strukturelle Rückenwinde in den Bereichen Technologie und Sicherheit. Paul Hollingsworth von der BNP Paribas nannte steigende Verteidigungsausgaben und massive Investitionen in künstliche Intelligenz als wichtige Treiber, die den wirtschaftlichen Ausblick stützen. Die Notenbanker müssen entscheiden, ob anhaltende Defizite letztlich die Unabhängigkeit der Zentralbank gefährden und die Inflationserwartungen anheizen werden.


