
SpaceX und Blue Origin sagen Teilnahme am Pariser Raumfahrtgipfel nach Druck aus dem Weißen Haus ab
Vier amerikanische Raumfahrtunternehmen, darunter SpaceX und Blue Origin, haben sich nach privatem Druck aus dem Weißen Haus vom internationalen Gipfel in der nächsten Woche in Paris zurückgezogen.
Vier Luft- und Raumfahrtkonzerne ziehen sich zurück
Vier US-amerikanische Luft- und Raumfahrtunternehmen, darunter Elon Musks SpaceX und Jeff Bezos‘ Blue Origin, haben sich von einem internationalen Raumfahrtgipfel in Paris zurückgezogen, der für den 9. und 10. September 2026 geplant ist. Der Raketenhersteller Stoke Space und Starcloud, ein Startup, das orbitale Rechenzentren entwickelt, haben die französischen Behörden am 3. September ebenfalls darüber informiert, dass sie nicht teilnehmen werden. Die Veranstaltung, die auf Initiative des französischen Präsidenten Emmanuel Macron im Grand Palais stattfindet, soll Delegationen aus mehr als 120 Ländern zusammenbringen.
Das französische Ministerium für Hochschulbildung, Forschung und Raumfahrt bestätigte die Absagen am Donnerstagnachmittag, nachdem berichtet wurde, dass das Weiße Haus die amerikanische kommerzielle Beteiligung aktiv abgeraten hatte. Französische Beamte erklärten, dass strategische Veränderungen und politischer Druck aus Washington unnötige Hürden auf den Weg internationaler Luft- und Raumfahrtpartnerschaften legten.
Es ist schwer, keinen Zusammenhang zu den Gerüchten über Druck zu sehen, die in der Presse kursieren. Wir möchten selbstverständlich weiterhin mit unseren amerikanischen Partnern und Verbündeten zusammenarbeiten, auch wenn strategische Veränderungen und politischer Druck die Aufgabe manchmal unnötig verkomplizieren.
Druck aus dem Weißen Haus
Die Absagen erfolgten nach einer privaten Telefonkonferenz am 27. August, die von einem Beamten des Büros für Wissenschafts- und Technologiepolitik des Weißen Hauses (OSTP) durchgeführt wurde. Zu den Teilnehmern der Diskussion gehörten Vertreter von SpaceX, Stoke Space, K2 Space und Astra. Während des Gesprächs warnte der Regierungsbeamte, dass die Präsenz von Unternehmen im Grand Palais als stillschweigende Unterstützung für die politischen Positionen der Europäischen Union aufgefasst werden könnte.
Der Beamte des Weißen Hauses argumentierte zudem, dass die französischen Organisatoren es versäumt hätten, sich rechtzeitig ausreichend mit Washington abzustimmen, behauptete, dass die Workshops des Gipfels nicht darauf ausgelegt seien, die Standpunkte der US-Industrie zu integrieren, und warf den französischen Behörden wettbewerbswidrige Praktiken vor. Die Regierung äußerte außerdem explizite Sicherheits- und strategische Bedenken hinsichtlich der Teilnahme chinesischer Vertreter an der Pariser Zusammenkunft. Während das Weiße Haus betonte, dass die endgültige Entscheidung über die Teilnahme bei den einzelnen Unternehmen liege, berichteten Branchenteilnehmer, dass das Briefing als direkter Versuch diente, die Teilnahme zu verhindern.
- Das OSTP des Weißen Hauses führt ein privates Telefonat durch, in dem es US-Raumfahrtunternehmen von der Teilnahme am Pariser Gipfel abrät.
- Der französische Minister Philippe Baptiste postet auf X, dass US-Unternehmen, Wissenschaftler und Beamte willkommen sind.
- Die französischen Behörden geben bekannt, dass SpaceX, Blue Origin, Stoke Space und Starcloud ihre Teilnahme an der Veranstaltung zurückgezogen haben.
- Der internationale Raumfahrtgipfel tagt im Grand Palais in Paris mit Delegationen aus über 120 Ländern.
Transatlantische Diplomatie und französische Annäherung
Der Streit ereignet sich vor dem Hintergrund breiterer Spannungen zwischen Washington und europäischen Hauptstädten in Bezug auf Handelszölle, Truppenstationierungen und politische Meinungsverschiedenheiten hinsichtlich des Konflikts im Iran. Vor dem offiziellen Rückzug der vier Unternehmen bemühte sich der französische Minister für Hochschulbildung, Forschung und Raumfahrt, Philippe Baptiste, die amerikanischen Branchenführer zu beruhigen. Baptiste, der zuvor die französische Raumfahrtagentur CNES leitete, betonte am 3. September, dass amerikanische Delegierte in Paris weiterhin vollkommen willkommen seien.
Amerika ist nicht nur willkommen, wir wollen Sie dabei haben. Amerikanische Unternehmen, Wissenschaftler und die Regierung sind alle willkommen. Wir arbeiten eng mit meinem Freund Michael Kratsios zusammen.
Baptiste erklärte, dass die französischen Organisatoren in direktem Kontakt mit Michael Kratsios, dem Wissenschafts- und Technologieberater des US-Präsidenten Donald Trump, stünden. Trotz dieser Zusicherungen hatten weder Elon Musk noch Jeff Bezos vor den Unternehmensabsagen öffentlich ihre persönliche Teilnahme bestätigt, und Vertreter aller vier Unternehmen bestätigten, dass sie an den Sitzungen in der nächsten Woche nicht teilnehmen werden.


