USA und Iran erzielen vorläufige Einigung zur Beendigung des Krieges und Wiedereröffnung der Straße von Hormus
Ein anderthalbseitiges Rahmenabkommen markiert einen vorsichtigen Schritt zur Beendigung des Iran-Krieges, doch die Kämpfe im Libanon dauern an und die Ölreserven sind auf ein 40-Jahres-Tief gefallen.
Das Rahmenabkommen
Die Vereinigten Staaten und der Iran haben am späten Sonntag ein vorläufiges Rahmenabkommen erzielt, um ihren Konflikt zu beenden und die Straße von Hormus wieder zu öffnen. US-Vizepräsident JD Vance beschrieb das Dokument als „sehr allgemein“ und etwa anderthalb Seiten lang. Er merkte an, dass eine Reihe von Fragen in einer kommenden Phase technischer Verhandlungen geklärt werden müsse.
Bei einer Reihe von Themen müssen wir diese Dinge zunächst in der Phase der technischen Verhandlungen klären.
Präsident Donald Trump erklärte gegenüber dem Wall Street Journal, dass das Abkommen vorsehe, dass der Iran auf Atomwaffen verzichtet und die Straße sofort wieder öffnet. Im Gegenzug könnten Sanktionen aufgehoben werden, doch Trump warnte auch vor neuen Militärschlägen, sollte kein endgültiges Atomabkommen zustande kommen. Experten mahnten zur Vorsicht und wiesen darauf hin, dass schwierige Fragen offen blieben – vom Atomprogramm bis hin zu Teherans Unterstützung für islamistische Gruppen. Walter Posch, Iran-Experte an der Landesverteidigungsakademie in Wien, betonte die hohen Kosten des Krieges für alle Seiten.
In der Realität kann sich niemand diesen Konflikt mehr leisten.
Als Teil des Abkommens boten die Vereinigten Staaten dem Iran laut Regierungsvertretern einen bedingten Zugang zu einem 300-Milliarden-Dollar-Wiederaufbaufonds an, der von den Golfstaaten mitfinanziert werden soll. Teheran muss zuvor nachweislich den Erwerb von Atomwaffen aufgeben und darf die freigegebenen Mittel nicht für Terrorismus oder regionale Destabilisierung verwenden.
Die Hisbollah und die Libanon-Dimension
Trotz des vorläufigen Abkommens hielt die Gewalt im Südlibanon an. Die Hisbollah feuerte am Montag Panzerabwehrraketen, Mörsergranaten und Raketen auf israelische Soldaten ab, während das israelische Militär angab, zahlreiche Geschosse abgefangen zu haben. Bei einem israelischen Drohnenangriff auf ein Fahrzeug in der Nähe von Kfar Tebnit wurde eine Person getötet. Die israelische Armee teilte mit, der Angriff habe der Beseitigung einer Bedrohung gedient.
Premierminister Benjamin Netanjahu erklärte, dass Israel so lange wie nötig in einer „Sicherheitszone“ im Libanon bleiben werde. Er beharrte darauf, dass der Iran keine Atomwaffen erhalten dürfe.
Der Islamischen Republik wird es nicht gestattet sein, Atomwaffen zu erlangen, mit oder ohne Abkommen.
Er räumte gelegentliche Differenzen mit Präsident Trump ein. Irans Verbündeter Hisbollah vertritt den Standpunkt, dass das Abkommen auch den Libanon abdecken sollte, was israelische Minister jedoch zurückwiesen. Bundeskanzler Friedrich Merz forderte, das Abkommen auf den Libanon auszuweiten.
Ölmärkte und US-Reserven
Der Krieg hat die strategischen Ölreserven der USA auf ein 40-Jahres-Tief gedrückt. Im Juni hielten die Vereinigten Staaten 340,3 Millionen Barrel, den kleinsten Vorrat seit Juli 1983. Im März koordinierte die Internationale Energieagentur (IEA) die größte Freigabe von Notreserven in der Geschichte, als die Ölpreise in die Höhe schossen. Präsident Trump spielte den Rückgang herunter und sagte, die Reserve werde „ein wenig reduziert, und das senkt die Preise“, doch die steigenden Kraftstoffkosten haben seine Zustimmungswerte vor den Kongress-Zwischenwahlen im November untergraben.
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Politischer Druck in Deutschland
Konservative Verteidigungspolitiker in Deutschland forderten vor einem möglichen Bundeswehrmandat volle Klarheit über den Inhalt des Abkommens. Thomas Röwekamp, Vorsitzender des Verteidigungsausschusses, sagte, dass eine Bundestagsabstimmung mit einfacher Mehrheit erforderlich sei. Er merkte an, dass deutsche Marinekapazitäten – einschließlich Minenräumung und maritimer Überwachung – eine internationale Mission unterstützen könnten.
Diese Entscheidungen hängen stark vom endgültigen Wortlaut der Vereinbarungen ab.
Thomas Erndl, verteidigungspolitischer Sprecher der CDU/CSU-Bundestagsfraktion, drängte die Bundesregierung dazu, schnell die rechtliche Grundlage für ein Mandat zu schaffen.


