US-Beschäftigungswachstum verlangsamt sich im September auf 29.000 Stellen – Erwartungen an Zinserhöhung schwinden
Die Arbeitgeber schufen im September 29.000 neue Stellen außerhalb der Landwirtschaft, während die Arbeitslosenquote auf 4,2 Prozent stieg. Dies verstärkt die Markterwartung, dass die Federal Reserve auf ihrer Oktober-Sitzung von weiteren Zinserhöhungen absehen wird.
September-Beschäftigungszahlen bleiben hinter den Prognosen zurück
Die US-Wirtschaft schuf im September 2026 saisonbereinigt 29.000 Stellen außerhalb der Landwirtschaft und blieb damit unter der Konsensprognose von 90.000 sowie unter allen im Bloomberg-Survey erhobenen Schätzungen. Die vom Bureau of Labor Statistics veröffentlichten Daten enthielten Abwärtskorrekturen für die beiden Vormonate: Der Zuwachs im August wurde von 162.000 auf 133.000 gesenkt, der Juli-Wert auf einen Netto-Rückgang von 10.000 Stellen revidiert. Zusammen beseitigten die Korrekturen 60.000 zuvor gemeldete Stellen. Die Beschäftigung im privaten Sektor wuchs im September um 46.000 Stellen gegenüber einer Prognose von 85.000, nachdem der private Stellenaufbau im August von 127.000 auf 89.000 nach unten korrigiert worden war. Das Beschäftigungswachstum lag im dritten Quartal 2026 bei durchschnittlich rund 50.000 Stellen pro Monat, nach monatlichen Zuwächsen von etwa 200.000 in den Jahren 2023–2024.
- 2026-07
- -10 Tsd.
- 2026-08
- 133 Tsd.
- 2026-09
- 29 Tsd.
Arbeitslosenquote und Lohnentwicklung
Die nationale Arbeitslosenquote stieg im September von 4,1 Prozent im August auf 4,2 Prozent und entsprach damit den Erwartungen einer Abkühlung des Arbeitsmarktes, da mehr Menschen aktiv eine Stelle suchten. Die Quote liegt weiterhin unter den 4,4 Prozent des Vorjahres, aber über dem Tiefstand von 3,5 Prozent Mitte 2022. Die durchschnittlichen Stundenlöhne stiegen um 0,1 Prozent im Monatsvergleich und um 3,0 Prozent im Jahresvergleich, was unter den Erwartungen von 0,3 Prozent bzw. 3,2 Prozent lag und sich gegenüber 3,1 Prozent im August abschwächte. Trotz der schwächeren Einstellungstätigkeit blieben die wöchentlichen Anträge auf Arbeitslosenhilfe niedrig, und ein breites Maß für Unternehmensentlassungen verharrte auf einem Vier-Jahres-Tief. Die Sektordaten zeigten Stellenabbau in der lokalen Verwaltung sowie in durch künstliche Intelligenz gefährdeten Bereichen wie Informationsdienste, Finanzwesen und unternehmensnahe Dienstleistungen, während Investitionen in KI-Rechenzentren den Stellenaufbau im Baugewerbe und in der Industrie stützten.
- Beschäftigung außerhalb der Landwirtschaft (Prognose)
- 90 Tsd.
- Beschäftigung außerhalb der Landwirtschaft (tatsächlich)
- 29 Tsd.
- Private Beschäftigung (Prognose)
- 85 Tsd.
- Private Beschäftigung (tatsächlich)
- 46 Tsd.
Wandel der Zinserwartungen an die Federal Reserve
Die Verlangsamung des Arbeitsmarktes veränderte die Erwartungen an das Federal Open Market Committee vor seiner Zinsentscheidung am 28. Oktober 2026. Die Notenbank hatte im September den Leitzins um 25 Basispunkte angehoben, wobei die Notenbanker der Inflationsbekämpfung Priorität einräumten, da die jüngste Kern-PCE-Inflationsrate bei 3,0 Prozent lag – über dem Jahresziel der Fed von 2,0 Prozent. Nach Veröffentlichung der Beschäftigungsdaten stieg die vom Markt implizierte Wahrscheinlichkeit, dass die Fed die Zinsen im Oktober unverändert lässt, auf 84 Prozent. Jüngste öffentliche Äußerungen hatten an den Finanzmärkten die Erwartung geweckt, dass die Notenbank weitere Zinserhöhungen bis Dezember verschieben würde. Thomas Simons, Chefvolkswirt für die USA bei Jefferies, bewertete die geldpolitischen Konsequenzen des Berichts.
Für die Fed dürfte diese Zahl das Aus für eine Zinserhöhung im Oktober bedeuten.
Reaktion der Finanzmärkte und politischer Kontext
Nach Veröffentlichung der Daten stiegen die Aktienindex-Futures, während die Renditen US-amerikanischer Staatsanleihen sanken und den Bewertungsdruck auf Technologieunternehmen an der Wall Street milderten. Der US-Dollar schwächte sich gegenüber internationalen Währungen ab und trieb den Euro auf den Devisenmärkten vor 15:00 Uhr um 0,15 Prozent auf 1,1255 Dollar. Die September-Daten sind der letzte vollständige monatliche Arbeitsmarktbericht vor den Kongresswahlen im November, bei denen die Lebenshaltungskosten und die Ausgaben der Haushalte zentrale Wahlkampfthemen bleiben. Bartosz Sawicki, Marktanalyst bei Exante, äußerte sich zum weiteren Zinsausblick an den Finanzmärkten.
Nicht nur enttäuschte der US-Arbeitsmarkt im September, auch der starke August-Wert wurde nach unten korrigiert, ebenso der Juli-Wert. Die Daten untergraben die Begründung für eine Zinserhöhung des FOMC auf der Sitzung am 28. Oktober. Der Markt preist für den Rest des Jahres 2026 nicht einmal mehr einen vollständigen Zinsschritt der Fed ein.

