
Türkisches Gericht verhängt lange Haftstrafen für Vergiftungstod einer Hamburger Familie in Istanbuler Hotel
Ein türkisches Gericht verurteilte vier Angeklagte, darunter einen Hotelbesitzer und Schädlingsbekämpfungsmanager, zu bis zu 18 Jahren Haft wegen der Vergiftungstode einer Hamburger Familie, die im November letzten Jahres in ihrem Istanbuler Hotelzimmer Insektiziden ausgesetzt waren.
Das Urteil
Am Freitag verurteilte ein Istanbuler Gericht vier Angeklagte wegen fahrlässiger Tötung im Bewusstsein der möglichen Folgen zu Haftstrafen. Der Hotelbesitzer erhielt 13 Jahre und 4 Monate. Der Inhaber des Schädlingsbekämpfungsunternehmens und sein Sohn wurden jeweils zu 18 Jahren verurteilt. Der Arbeiter, der die Behandlung durchführte, erhielt 12 Jahre und 2 Monate. Zwei Rezeptionisten wurden freigesprochen. Das Urteil kann innerhalb von zwei Wochen angefochten werden.
- Hotelbesitzer
- 13.33 Jahre
- Besitzer Schädlingsbekämpfung
- 18 Jahre
- Sohn des Besitzers
- 18 Jahre
- Angestellter
- 12.17 Jahre
- Rezeptionisten (2)
- 0 Jahre
Die Staatsanwaltschaft hatte bis zu 22 Jahre und 5 Monate gefordert. Der Familienanwalt Yasar Balci hatte auf Totschlag plädiert, was schwerere Strafen nach sich gezogen hätte.
Ich finde, 18 Jahre sind eine gerechte Strafe.
Die Vergiftung
Mitte November 2025 wurden die Eltern und ihre beiden Kleinkinder mit Erbrechen und Übelkeit aus ihrem Istanbuler Hotel ins Krankenhaus eingeliefert. Alle vier starben kurz darauf. Der erste Verdacht fiel auf eine Lebensmittelvergiftung, aber ein forensischer Bericht identifizierte später das Insektizid, das zur Behandlung von Bettwanzen im Hotel eingesetzt worden war, als Ursache.
Früheres Warnsignal
Der vierfache Todesfall war nicht der erste. Ein dreijähriger Junge war laut der Zeitung Hürriyet bereits im April 2025 an einem ähnlichen Pestizid gestorben. Der forensische Bericht über diesen Tod wurde nur kurz vor dem Fall der Hamburger Familie eingereicht. Der Anwalt der Familie kritisierte die Behörden für ihr zögerliches Vorgehen und argumentierte, dass ein schnelleres Handeln die spätere Tragödie hätte verhindern können.


