
Erdbeben der Stärke 7.4 tötet mindestens 18 in Kolumbien, beschädigt Städte im Westen
Ein Erdbeben der Stärke 7.4 hat am Montagmorgen den Westen Kolumbiens erschüttert, mindestens 18 Menschen in Pereira getötet, weitere in Quibdó verletzt und Gebäude in mehreren Städten einschließlich Cali und Manizales beschädigt.
Erdbeben erschüttert Westkolumbien
Ein Erdbeben der Stärke 7.4 hat am Montagmorgen um 7:34 Uhr Ortszeit (12:34 GMT) den Westen Kolumbiens erschüttert, mit dem Epizentrum nahe San José del Palmar im Departement Chocó, etwa 400 Kilometer westlich von Bogotá. San José del Palmar ist eine kleine Gemeinde mit rund 4.700 Einwohnern, so das nationale Statistikamt. Der kolumbianische Geologische Dienst (SGC) maß eine Tiefe von 96 Kilometern, während der US Geological Survey (USGS) 107 Kilometer angab. Es wurde keine Tsunami-Warnung ausgegeben. Das Beben war in weiten Teilen Kolumbiens sowie bis nach Quito, der Hauptstadt des Nachbarlandes Ecuador, und Panama zu spüren, wo mehrere Gebäude und öffentliche Einrichtungen evakuiert wurden.
Opfer und Schäden
Mindestens 18 Menschen wurden in der Stadt Pereira getötet, so Bürgermeister Mauricio Salazar, der mit Caracol Radio sprach.
Die Situation ist kritisch.
Die Zahl der Verletzten bleibt unbestimmt. In Quibdó, der Hauptstadt des Departements Chocó, berichtete Gouverneurin Nubia Córdoba auf der Social-Media-Plattform X von Verletzten und schweren Gebäudeschäden. In Cali, der drittgrößten Stadt Kolumbiens, meldete der Bürgermeister erhebliche Schäden, die mit Drohnen begutachtet werden, und sagte, dass Menschen unter Trümmern eingeschlossen seien. In Manizales, 300 Kilometer von Bogotá entfernt, wurde ein Turm der Kathedrale beschädigt, und Gebäude meldeten strukturelle Schäden. Lokale Medien verbreiteten Bilder von eingestürzten Fassaden, zerstörten Strukturen und Trümmern in den Straßen mehrerer Orte. In Bogotá wurden Gebäude evakuiert, und Anwohner gingen in Schlafanzügen auf die Straßen, als Sirenen ertönten.
Nachbeben und Flughafenunterbrechungen
Kurz nach dem Hauptbeben registrierte der kolumbianische Geologische Dienst ein Nachbeben der Stärke 4.6 in Nóvita, ebenfalls im Departement Chocó.
Wir machen uns Sorgen wegen der Nachbeben.
Sechs Flughäfen im Westen Kolumbiens stellten aus Sicherheitsgründen den Betrieb ein: Pereira, Manizales, Quibdó, Armenia, Cartago und Buenaventura. Die Zivilluftfahrtbehörde erklärte auf X, dass der Betrieb ausgesetzt bleibe, bis die strukturellen Schäden an der Infrastruktur begutachtet werden könnten. In sozialen Medien geteilte Bilder zeigten Teile der Decke des Flughafens von Pereira, die eingestürzt waren.
- Erdbeben der Stärke 7.4 erschüttert die Region nahe San José del Palmar, Departement Chocó
- Nachbeben der Stärke 4.6 in Nóvita, ebenfalls in Chocó, registriert
- Sechs Flughäfen im Westen Kolumbiens stellen den Betrieb bis zur Schadensbegutachtung ein
- Präsident de la Espriella ordnet einheitlichen Führungsstab in San José del Palmar an, kündigt Reise nach Pereira an
Regierungsreaktion
Präsident Abelardo de la Espriella, kürzlich vereidigt, gab auf X bekannt, dass er die Führung der Notfallmaßnahmen übernommen und die Einrichtung eines einheitlichen Führungsstabs in San José del Palmar angeordnet habe, um die Hilfsmaßnahmen über die Institutionen hinweg zu koordinieren. Er forderte einen detaillierten Bericht über die Lage und den dringendsten Hilfebedarf. De la Espriella sagte, er werde nach Pereira reisen, einer der am stärksten betroffenen Städte, die in der Kaffeeanbauregion Kolumbiens liegt.
- Hauptbeben
- 7.4 Magnitude
- Nachbeben (Nóvita)
- 4.6 Magnitude
Seismischer Kontext
Das Erdbeben ereignete sich entlang des Pazifischen Feuerrings, wo die Nazca- und die Karibische Platte unter die Südamerikanische Platte subduzieren. Am 24. Juni tötete ein Doppelbeben der Stärken 7.2 und 7.5 mehr als 6.000 Menschen in Venezuela und verursachte massive Zerstörungen. Chocó ist eines der Gebiete Kolumbiens, das aufgrund bedeutender tektonischer Aktivität in der Region am stärksten von Erdbebenrisiken betroffen ist.

