
Schwere Gewitter über Deutschland: Zwei Jugendliche von umstürzendem Baum schwer verletzt, mehrere Wasserrettungen
Schwere Gewitter zogen am Donnerstag über Deutschland hinweg, entwurzelten Bäume und lösten Wasserrettungen aus. Zwei Jugendliche wurden am Möhnesee in Nordrhein-Westfalen von einem herabstürzenden Ast schwer verletzt.
Eine Gewitterlinie zog am Donnerstagabend und in der Nacht über Deutschland hinweg, angefacht von einer Hitzewelle, die die Temperaturen in einigen Gebieten auf über 40 Grad Celsius steigen ließ. Der Deutsche Wetterdienst hatte vor Starkregen, Blitzschlag und orkanartigen Böen gewarnt. Die Stürme entwurzelten Bäume, entfachten einen Feldbrand und lösten mehrere Wasserrettungen aus, wobei zwei Jugendliche schwer verletzt wurden.
Zwei Jugendliche am Möhnesee schwer verletzt
Der schwerwiegendste Vorfall ereignete sich an der Möhnetalsperre in Nordrhein-Westfalen. Eine Gruppe von vier Jugendlichen ging in einem Waldstück in Ufernähe spazieren, als ein Baum im Sturm umstürzte. Ein großer Ast traf einen 18-Jährigen und einen 19-Jährigen und verursachte schwere Verletzungen. Die Polizei im Kreis Soest bestätigte, dass beide ins Krankenhaus gebracht wurden. Der Unfall wurde zuerst von Bild gemeldet.
Wasserrettungen auf norddeutschen Seen
In Mecklenburg-Vorpommern sorgten die Stürme für gefährliche Bedingungen auf dem Wasser. Auf dem Schweriner See wurden vier Personen auf einem Stand-up-Paddleboard von starken Winden abgetrieben; sie erreichten schließlich unversehrt das Ufer. Auf der Unterwarnow in Rostock kenterte ein 22-jähriger Mann mit seinem Boot. Er konnte sich selbst aus dem Wasser befreien, erlitt aber Schürfwunden und wurde medizinisch versorgt. Auf dem Plauer See gerieten zwei Personen in einem Ruderboot in den Sturm und klammerten sich an eine Fahrwassertonne, bis die Feuerwehr sie rettete. Beide blieben unverletzt.
Straßen blockiert, Fahrzeuge von umstürzenden Bäumen getroffen
Umgestürzte Bäume und Äste verursachten weitreichende Verkehrsbehinderungen. Im Bereich des Polizeipräsidiums Rostock registrierten die Beamten 30 Fälle von Straßenblockaden durch entwurzelte Bäume oder umgestürzte Verkehrsschilder. Auf der B5 bei Redefin stürzte ein Baum auf das Auto einer 52-jährigen Frau; beide Insassen erlitten leichte Verletzungen. Im Landkreis Vorpommern-Rügen beschädigte ein herabstürzender Ast zwei Autos: Das erste Fahrzeug fuhr in den Ast, der dann auf ein zweites Auto geschleudert wurde, was einen Schaden von schätzungsweise 15.000 Euro verursachte. Zwei weitere Unfälle mit abgebrochenen Ästen führten zu mehreren tausend Euro zusätzlichem Schaden, es wurden jedoch keine Verletzungen gemeldet.
Schäden in Städten und ein Feldbrand
In Celle, Niedersachsen, lockerte das Gewitter Dachziegel und blies einen Sonnenschirm auf ein Dach. Die Feuerwehr rückte zu sieben Einsätzen aus, darunter die Entfernung loser Ziegel, die auf eine Straße in der Innenstadt zu fallen drohten, und die Beseitigung eines großen Astes, der über eine Straße gefallen war. Straßen und Wege mussten von Schutt befreit werden. Im Landkreis Prignitz in Brandenburg brachten Sturmböen Bäume und Äste auf Autos zu Fall, aber niemand wurde verletzt; die betroffenen Gebiete lagen hauptsächlich im nördlichen Teil des Kreises nahe der Grenze zu Mecklenburg-Vorpommern. In Lübstorf fing ein Feld Feuer, vermutlich durch einen Blitzeinschlag; die Feuerwehr löschte den Brand schnell.
Nachwirkungen
Bis Freitagmorgen wurden keine Todesfälle gemeldet. Die Rettungskräfte räumten weiterhin Trümmer weg und stellten den normalen Verkehrsfluss wieder her. Die Stürme markierten ein gewaltsames Ende eines Tages extremer Hitze, wobei der Deutsche Wetterdienst vor weiteren möglichen Gewittern warnte.


