
Indonesien sucht nach 140 Vermissten nach Untergang eines Passagierschiffs in der Javasee
Die indonesischen Rettungsdienste haben am Sonntag eine großangelegte Suche eingeleitet, nachdem das Passagierschiff Virgo Transport 8 in der Javasee gesunken war, wobei eine Person ums Leben kam und 140 Personen vermisst werden.
Verschwinden des Schiffes in der Javasee
Das Passagierschiff Virgo Transport 8 verlor am frühen Sonntag bei schwerem Wetter den Kontakt und sank in der Javasee. Das Schiff war am Samstag von Surabaya, der zweitgrößten Stadt Indonesiens in der Provinz Ostjava, zu einer planmäßigen Überfahrt nach Banjarmasin, der Hauptstadt der Provinz Südkalimantan auf der Insel Borneo, abgelegt. Der Schiffsbetreiber meldete den Vorfall den Seebehörden, nachdem er erfahren hatte, dass das Schiff auf schweres Wetter gestoßen war und einen Kommunikationsausfall erlitten hatte. Vorläufige Angaben der Einsatzkräfte zufolge befand sich die letzte bekannte Position des Schiffes etwa 148 Kilometer (92 Meilen) von einem Pier in Banjarmasin entfernt. Während erste Meldungen des regionalen Rettungsdienstes von 240 Personen an Bord sprachen, verzeichneten die offiziellen Passagierlisten 243 Personen an Bord des Schiffes während der Überfahrt.
Rettungsaktionen und Opferzahlen
Rettungskräfte und nahegelegene Schiffe mobilisierten sich schnell, um nach dem Untergang Passagiere aus den Gewässern der Javasee zu ziehen. Bis Sonntagmorgen hatten Suchmannschaften und nahegelegene Schiffe erfolgreich 103 Personen aus dem Wasser gerettet. Die regionalen Such- und Rettungsbehörden bestätigten, dass ein Passagier bei dem Vorfall ums Leben kam, sodass 140 Personen vermisst blieben. Die Behörden arrangierten, dass ein Teil der 103 geretteten Überlebenden per Schiff zu einem Hafen in Ostjava zur medizinischen Versorgung gebracht wurde. Andere Schiffe, die auf dem vielbefahrenen Seeweg zwischen Java und Borneo unterwegs waren, halfen dabei, Überlebende direkt aus dem Meer zu ziehen, bevor spezielle Rettungsboote die Koordinaten erreichten. Die Retter entsandten Teams zur letzten bekannten Position des Schiffes, nachdem sie eine erste Einschätzung der Lage vorgenommen hatten.
Zum Zeitpunkt dieser Erklärung kann das Schiff nicht kontaktiert werden und sein Aufenthaltsort ist unbekannt.
- Vermisst
- 140 Personen
- Gerettet
- 103 Personen
- Verstorben
- 1 Personen
Suchmaßnahmen der regionalen Behörden
Die indonesische Such- und Rettungsbehörde (BASARNAS) leitete die Suchoperationen von ihrem Regionalbüro in Banjarmasin aus. Arianto Ardi, der Einsatzleiter der Such- und Rettungsdienste in Banjarmasin, bestätigte, dass Rettungsteams unmittelbar nach dem Kommunikationsverlust zu den letzten bestätigten Koordinaten des Schiffes entsandt wurden. In einer Videoerklärung führte I Putu Sudayana, der Leiter des Such- und Rettungsbüros in Banjarmasin, aus, dass Überwasserfahrzeuge, spezialisierte Rettungsteams und ein Hubschrauber eingesetzt wurden, um das Gebiet abzusuchen. Die Suchteams weiteten den Suchradius in der Javasee weiter aus, um die 140 Passagiere zu lokalisieren, deren Schicksal unbekannt blieb. Sudayana machte zunächst keine Angaben zum genauen Zustand des gesunkenen Schiffes.
- Virgo Transport 8 legt von Surabaya zu einer planmäßigen Überfahrt nach Banjarmasin ab
- Schiff verliert bei schlechtem Wetter in der Javasee den Kontakt und sinkt
- BASARNAS setzt Boote und einen Hubschrauber ein, während 103 Passagiere gerettet werden
Fährverkehr und Sicherheitsbedingungen im Archipel
Indonesien besteht aus einem Archipel von 17.000 Inseln und ist für den inländischen Personenverkehr stark auf Passagierfähren und -schiffe angewiesen. Die Seefahrt bietet eine deutlich günstigere und zugänglichere Alternative zur gewerblichen Luftfahrt für Bewohner, die zwischen großen Inseln wie Java und Borneo reisen. Allerdings werden Sicherheitsvorschriften und -standards auf den inländischen Schifffahrtsrouten nicht immer streng durchgesetzt, was zu einer relativ hohen Rate an Schiffsunfällen bei schlechtem Wetter beiträgt. Einsatzteams von BASARNAS und örtliche Marineeinheiten bleiben in der Suchzone vor Südkalimantan stationiert, während die Operation zur Lokalisierung der vermissten Passagiere fortgesetzt wird.


