
Griechisches Gericht verhängt Untersuchungshaft für Eltern und Mittäter im Säuglingstötungsfall Kypseli 2022
Ein Untersuchungsrichter und ein Staatsanwalt in Athen ordneten die Untersuchungshaft für einen 43-jährigen Vater, eine 38-jährige Mutter und einen 26-jährigen Mann im Zusammenhang mit der tödlichen Messerattacke und dem Einfrieren eines acht Monate alten Babys an.
Untersuchungshaft und Tötungsvorwürfe
Ein Athener Untersuchungsrichter und Staatsanwalt ordneten am 8. September 2026 die Untersuchungshaft für einen 43-jährigen griechischen Vater und eine 38-jährige deutsche Mutter wegen des Todes ihres acht Monate alten Säuglings an. Dem Paar wird vorsätzlicher gemeinschaftlicher Totschlag an einem Familienmitglied sowie illegaler Waffenbesitz und -gebrauch vorgeworfen. Die Behörden entdeckten das tote Baby in einem Gefrierschrank in einer Mietwohnung im Athener Stadtteil Kypseli. Beide Eltern trafen am Dienstagmorgen kurz nach 11:00 Uhr am Gerichtskomplex Evelpidon ein, wo sie die Tötung des Kindes bestritten und argumentierten, das Baby sei aus natürlichen medizinischen Gründen gestorben. Auf die Frage nach den am Säugling gefundenen Stichwunden behaupteten die Angeklagten, die Schnitte könnten versehentlich beim Versuch entstanden sein, nach dem Tod Eis zu brechen.
Forensische Beweise und Maßnahmen des Jugendamts
Eine forensische Untersuchung des Säuglings ergab mehrere scharfe Stichwunden am Rücken sowie schwere Verletzungen vor dem Tod, die auf gewalttätige Misshandlung vor dem Tod hindeuten. Die Ermittler datieren den Tod des Kindes auf das Jahr 2022, woraufhin die Eltern die Leiche angeblich einfroren und beim Umzug in einer Tasche oder einem Koffer transportierten. Die Justizbehörden untersuchen auch, ob eine mütterliche Substanzabhängigkeit dazu führte, dass der Säugling an einem neonatalen Entzugssyndrom litt. Nach dem ersten Polizeieinsatz entzogen die Jugendbehörden drei überlebende Kinder (im Alter von 15, 13 und 9 Jahren) dem Haushalt und brachten sie in einer staatlichen Betreuungseinrichtung unter. Die beiden älteren Kinder sind die leiblichen Nachkommen des 43-jährigen Vaters, und alle drei teilten den Behörden mit, dass sie wussten, dass die Leiche im Gefrierschrank aufbewahrt wurde.
- Geschätzter Zeitraum, in dem der acht Monate alte Säugling in der Familienwohnung starb
- Polizei verhaftet die drei Verdächtigen, Justizbehörden nehmen sie wegen Drogenhandels in Untersuchungshaft
- Verteidiger Christos Psarras erklärt sich zunächst bereit, alle drei Angeklagten zu vertreten
- Verdächtige treffen am Gerichtskomplex Evelpidon ein, um sich dem Richter zum Tod des Säuglings zu stellen
- Richter und Staatsanwalt erlassen zweite Untersuchungshaftbefehle für alle drei Verdächtigen
Anklage wegen sexuellen Missbrauchs gegen dritten Angeklagten
Der Richter ordnete auch die Untersuchungshaft für einen 26-jährigen afghanischen Staatsangehörigen an, dem vorgeworfen wird, sexuelle Handlungen mit der schwangeren 15-jährigen Tochter des Paares vorgenommen zu haben. Dem Mann werden sexuelle Handlungen mit einer Minderjährigen unter und über 12 Jahren, gemeinschaftlicher illegaler Waffenbesitz und falsche Aussage vorgeworfen. Er sagte dem Richter, er habe geglaubt, das Mädchen sei während ihrer Beziehung volljährig gewesen.
Sie stellte sich mir als 19-Jährige vor. Wir hatten eine Beziehung, ich ging zu ihrem Haus, wohnte aber nicht dort. Ihre Eltern wussten von unserer Beziehung, aber niemand hielt mich auf. Ich wusste nicht, dass ein totes Baby im Gefrierschrank war.
Wechsel der Rechtsvertretung und vorherige Haft
Die Anhörungen folgten auf eine Spaltung der rechtlichen Verteidigung, als sich der Anwalt Christos Psarras von der Vertretung des 26-Jährigen zurückzog, nachdem er sich am Freitag zunächst bereit erklärt hatte, alle drei Verdächtigen zu vertreten. Psarras wies darauf hin, dass die jüngsten Entwicklungen eine gemeinsame Vertretung unmöglich machten, da die Eltern ihre früheren Aussagen bei der Polizei geändert hätten und nun behaupteten, der 26-Jährige habe 2022 mit ihnen zusammengelebt, anstatt sie nur im vergangenen Jahr besucht zu haben.
Sie wünschen nicht, dass ich auch seine Verteidigung übernehme. Es ist nicht so, dass sie etwas gegen ihn sagen wollen.
Alle drei Angeklagten befanden sich bereits in Untersuchungshaft aufgrund separater Anklagen wegen schweren Drogenhandels, die in der Vorwoche erhoben worden waren, als die Polizei kleine Mengen Betäubungsmittel und präzise digitale Waagen beschlagnahmte.


