
Katalanische Lehrer streiken am ersten Schultag wegen Personalmangel und ausgeschlossenen PISA-Daten
Mehr als 1,6 Millionen katalanische Schüler kehrten am 8. September in die Schulen zurück, während Gewerkschaften wegen der Unterrichtsmittel protestierten und die OECD die regionalen PISA-Ergebnisse für ungültig erklärte.
Schuljahr beginnt mit Streiks in ganz Katalonien
Mehr als 1,6 Millionen Schüler begannen am 8. September das Schuljahr 2026–2027 in Katalonien, während Lehrer in der gesamten Region die Arbeit niederlegten. In Barcelona marschierten zwischen 1.800 und 5.000 Demonstranten von der Placa Urquinaona zur Placa Sant Jaume hinter einem Banner mit der Aufschrift „Contra l'emergencia educativa. Seguim als carrers“. In Lleida besetzten etwa zwanzig Demonstranten vor 08:30 Uhr für dreißig Minuten die Gleise 1 und 2 der Hochgeschwindigkeitsstrecke AVE, bis die Mossos d'Esquadra den Bereich räumten und drei Teilnehmer identifizierten. Das regionale Bildungsministerium meldete um 11:30 Uhr eine Streikbeteiligung von 9,3 % in ganz Katalonien, während die aufrufenden Gewerkschaften die Beteiligung auf 20 bis 30 % schätzten.
- Guàrdia Urbana
- 1800 Personen
- Organisierende Gewerkschaften
- 5000 Personen
Gewerkschaftsforderungen und Verhandlungsplan der Regierung
Der Streik wurde von Bildungsgewerkschaften wie Ustec-Stes, CGT, Intersindical, CNT, COS und der Assemblea Educativa de Catalunya ausgerufen. Gewerkschaftsvertreter führten hohe Arbeitsbelastungen, hohe Schüler-Lehrer-Verhältnisse und eine unzureichende Zuteilung von Fachpersonal wie Logopäden und Beratern an. In Spanien liegt das geschätzte Verhältnis bei einem Bildungsberater pro 750 Schüler, während die europäische Empfehlung bei einem pro 250 liegt.
- Europäische Empfehlung
- 250 Schüler
- Spanien
- 750 Schüler
Gewerkschaftsführer warnten, dass die Aktionen fortgesetzt werden, wenn die Forderungen nach Personal und Klimakontrolle in den Klassenzimmern nicht erfüllt werden.
Wir beginnen das Schuljahr so, wie wir es beendet haben: mit einem Streik.
Bildungsministerin Esther Niubó kündigte an, dass der sektorale Verhandlungstisch am 21. September zusammentreten werde, um Arbeitsbedingungen und langfristige Bildungspolitik zu erörtern. Niubó bestätigte, dass die katalanische Verwaltung ihren früheren Gehaltsvorschlag nicht ändern werde, der eine monatliche Erhöhung von 600 Euro bis 2029 vorsah – ein Angebot, das die Lehrer in einer Abstimmung vor dem Sommer abgelehnt hatten.
PISA-Bewertungsstreit und Ungültigkeit der Stichprobe
Die Rückkehr in die Klassenzimmer erfolgte nach der Veröffentlichung der Ergebnisse des OECD-Programms für internationale Schülerbewertung (PISA) 2025. Die Ergebnisse für Katalonien wurden für offizielle Vergleiche als ungültig erklärt, da die Befreiungsrate der Schüler 23,2 % erreichte, weit über der von der OECD empfohlenen Schwelle von 5 %. Im übrigen Spanien deuteten die Testergebnisse auf einen Lernverlust hin, der einem ganzen Schuljahr im Leseverständnis und mehr als einem halben Schuljahr in Mathematik über drei Jahre entspricht.
Wir werden die Daten nicht auswerten, da sie nicht vergleichbar sind.
Niubó betonte Pläne zur Rationalisierung des Technologie- und Bildschirmeinsatzes in den Klassenzimmern bei gleichzeitiger Förderung des Leseverständnisses. Die Gewerkschaftsorganisatoren haben ihre nächste Generalversammlung für den 19. September angesetzt, um weitere mögliche Mobilisierungen für Oktober zu koordinieren.
Politischer Druck im katalanischen Parlament
Oppositionsparteien, darunter Junts, PP, Vox und CUP, forderten den Rücktritt von Niubó und riefen den katalanischen Präsidenten Salvador Illa auf, vor dem katalanischen Parlament zu erscheinen, um Rechenschaft über den PISA-Bewertungsfehler abzulegen. Die Regionalregierung hatte zuvor die Nummer zwei des Bildungsministeriums entlassen, um der administrativen Verantwortung gerecht zu werden. Regierungssprecherin Sílvia Paneque erklärte, Illa stehe den Abgeordneten zur Verfügung, allerdings sei noch kein Termin für sein Erscheinen festgelegt worden. Die Investiturpartner ERC und Comuns kritisierten die Regierung dafür, dass sie die Gewerkschaftskonflikte im Sommer nicht gelöst habe; ERC-Sprecherin Ester Capella bezeichnete den Streik am ersten Schultag als schlechtes Zeichen für die Verwaltung.
- Lehrer halten Streiks in ganz Katalonien am ersten Schultag ab
- Assemblea Educativa de Catalunya versammelt sich, um Streikpläne für Oktober vorzubereiten
- Katalanisches Bildungsministerium beruft sektoralen Verhandlungstisch mit Gewerkschaften ein


