
Griechische Untersuchung prüft 15-minütige Koordinationslücke bei tödlichem Hubschrauberzusammenstoß in Psatha
Griechische Ermittler, die den Zusammenstoß zweier Löschhubschrauber in der Luft am 2. August 2026 in Psatha untersuchen, konzentrieren sich auf Aussagen von Überlebenden, Funkaufzeichnungen und eine 15-minütige Führungslücke.
Untersuchung des Zusammenstoßes von Psatha
Die griechischen Behörden untersuchen die Einsatzbedingungen im Zusammenhang mit dem Zusammenstoß zweier Löschhubschrauber in der Luft über Psatha am 2. August 2026. Der tödliche Unfall ereignete sich bei den Löscharbeiten eines großen Waldbrandes, der sich von Böotien nach Westattika ausbreitete und zwei Todesopfer forderte. Während ein Hubschrauber zerstört wurde, behielt das zweite beteiligte Fluggerät die Flugkontrolle und führte eine Notlandung ohne weitere Verletzte durch. Die Direktion zur Bekämpfung der Organisierten Kriminalität hat die vorläufige Untersuchung übernommen, um die verfahrenstechnischen und operativen Ursachen des Absturzes zu ermitteln. Die Ermittler haben mehr als 15 förmliche Zeugenaussagen aufgenommen und dabei Beweise von Feuerwehrbeamten, Einsatzpersonal, Anwohnern und der überlebenden Besatzung gesammelt.
Aussagen der überlebenden Besatzung
Die Aussagen der beiden Überlebenden – eines britischen Kapitäns und eines griechischen Dolmetschers, die sich im zweiten Fluggerät befanden – liefern die ersten direkten Schilderungen des Vorfalls. Die Besatzungsmitglieder sagten den Ermittlern, dass sie keinen Sichtkontakt zu dem kreuzenden Fluggerät hatten und es nicht herannahen sahen, bevor es zum Aufprall kam. Als die Rotorblätter kollidierten, glaubten die Insassen, ihr Fluggerät habe sich in Stromleitungen verfangen und nicht mit einem anderen Hubschrauber kollidiert.
Wir hatten keinen Sichtkontakt. Wir dachten, wir hätten Stromkabel getroffen.
Die Überlebenden erklärten, dass ihr Fluggerät als zweite Einheit in einer taktischen Formation hinter einem Führungshubschrauber operierte, der die Gruppe dirigierte. Sie gaben an, dass der Luftkoordinator die Anweisung erteilte, die Position zu halten, bis der Führungshubschrauber seinen Wasserabwurf beendet habe, und dann sofort die eigene Ladung abzuwerfen. Die Besatzung gab während der Befragung an, von einem dritten Hubschrauber, der im selben Sektor operierte, nichts gewusst zu haben, obwohl sie Funkverkehr einer dritten Besatzung mithörten, die eine Annäherung an ihre Position signalisierte.
Übergabe der Luftraumkoordination
Die Ermittler haben sich besonders auf eine 15-minütige Führungslücke konzentriert, die unmittelbar vor dem Zusammenstoß über dem Abschnitt Psatha auftrat. Der Luftverkehr im Einsatzabschnitt Psatha wurde zunächst vom Boden aus von einem hochrangigen Feuerwehrbeamten dirigiert, der alle beteiligten Fluggeräte direkt im Blick hatte. Etwa 15 Minuten vor dem Absturz verließ dieser Beamte den unmittelbaren Sektor, um auf einen Aufflammherd an anderer Stelle zu reagieren. Nach den üblichen Einsatzprotokollen der Feuerwehr ging die taktische Kontrolle über den Luftraum automatisch auf den designierten Luftkoordinator mit dem Rufnamen Floga über. Das koordinierende Fluggerät operierte oberhalb von Vilia über einem anderen Teil der Brandperipherie, sodass es keine direkte Sichtverbindung zum Luftraum über Psatha hatte.
- Zwei Löschhubschrauber kollidieren bei der Waldbrandbekämpfung über Psatha in der Luft, zwei Menschen kommen ums Leben.
- Der Bodenkoordinator verlässt Psatha, um einen Flächenbrand zu bekämpfen, und übergibt die Luftkontrolle an Vilia.
- Der überlebende britische Pilot und der griechische Übersetzer geben Aussagen ab, die den Verlust des Sichtkontakts detailliert beschreiben.
- Die Ermittler prüfen über 15 Zeugenaussagen und übergeben die Funkaufzeichnungen an Luftsicherheitsexperten.
Audioanalyse und fachliche Überprüfung
Die Untersuchung wertet die aufgezeichneten Funkübertragungen zwischen der Einsatzzentrale, den Koordinatoren und den einzelnen Flugbesatzungen aus. Die Justizbehörden wollen überprüfen, welche Anweisungen an die Piloten übermittelt wurden und ob ausreichende Warnungen hinsichtlich der Staffelung der Flugzeuge ausgesprochen wurden. Da die Kommunikationsbänder technische Luftfahrtterminologie und spezialisierte taktische Rufzeichen enthalten, wird die Auswertung von drei von der Staatsanwaltschaft bestellten Luftfahrtexperten und nicht von regulären Polizeibeamten durchgeführt. Der daraus resultierende Kommunikationsbericht wird zusammen mit den technischen Befunden der gerichtlich bestellten Sachverständigen und Parteienvertretern in die Ermittlungsakte aufgenommen. Die Justizbehörden werden die Boden- und Lufteinsatzkoordinatoren vorladen, um im Rahmen der abschließenden Phase der Voruntersuchung formelle Aussagen zu machen.


