
Londoner Umweltzone mit verbesserter Lungenentwicklung bei Kindern in fünfjähriger Studie verbunden
Eine in The Lancet Public Health veröffentlichte Studie mit über 3.400 Schülern zeigt, dass das Lungenwachstum von Kindern in London nach Einführung der Ultra Low Emission Zone zu dem regionaler Gleichaltriger aufschloss.
Fünfjährige Studie verfolgt Lungenwachstum bei Kindern
Forscher unter der Leitung der Queen Mary University of London beobachteten zwischen 2018 und 2022 die Atemwegsgesundheit von mehr als 3.400 Kindern im Alter von sechs bis neun Jahren. Die Studie rekrutierte Schüler aus 84 Grundschulen in London und Luton, wobei Luton als Kontrollort diente, da es eine ähnliche Verkehrsschadstoffbelastung aufwies, aber keine Umweltzone. Vor der Einführung der Ultra Low Emission Zone (Ulez) in London im April 2019 hatten Kinder in der Hauptstadt eine deutlich geringere Lungenkapazität als ihre Altersgenossen in Luton. Bis 2022, nach Einführung der täglichen Gebühr von 12,50 £ für nicht konforme Fahrzeuge, hatten sich Lungengröße und -leistung der Londoner Schüler so weit verbessert, dass sie das in Luton gemessene Niveau erreichten. Die Stickstoffdioxid-Belastung der Londoner Schüler sank im fünfjährigen Überwachungszeitraum doppelt so schnell wie in Luton.
- Ella Adoo-Kissi-Debrah stirbt in Lewisham an Asthma
- Queen Mary University beginnt fünfjährige Überwachung an 84 Schulen
- Ultra Low Emission Zone tritt in Zentral-London in Kraft
- Ulez wird auf Inner London ausgeweitet
- Fünfjährige Überwachung von 3.400 Kindern endet
- Ulez auf ganz Greater London ausgeweitet
Rückgang der Raten eingeschränkter Lungenkapazität
Die in The Lancet Public Health veröffentlichte Studie berichtete von einem deutlichen Rückgang des Anteils der Kinder mit klinisch eingeschränkter Lungenfunktion. In London sank die Rate der eingeschränkten Lungenkapazität von 14 % vor Inkrafttreten der Maßnahme auf 9 % im Jahr 2022. In Luton, wo es keine Umweltzone gab, ging der Anteil im gleichen Zeitraum von 9 % auf 7 % zurück. Experten wiesen darauf hin, dass ein verzögertes Lungenwachstum im frühen Erwachsenenalter die langfristige Anfälligkeit für Asthma, Herz-Kreislauf-Erkrankungen, Stoffwechselerkrankungen und vorzeitige Sterblichkeit erhöht. Die Hauptautorin Helen Wood betonte, dass die Ergebnisse zwar messbare gesundheitliche Verbesserungen bestätigten, die Luftqualität in beiden städtischen Gebieten jedoch immer noch die Richtwerte der Weltgesundheitsorganisation nicht erfülle.
Wir wussten bereits, dass die Ulez die Luftverschmutzung reduziert hat, aber jetzt wissen wir, dass sich die Lungengesundheit von Kindern gleichzeitig verbessert hat – ein wirklich wichtiges Ergebnis für Kinder und Eltern in London.
- London (vor Ulez)
- 14 %
- London (2022)
- 9 %
- Luton (vor Ulez)
- 9 %
- Luton (2022)
- 7 %
Politikausweitung und politische Reaktionen
Das Ulez-System wurde erstmals 2019 von Londons Bürgermeister Sadiq Khan in Zentral-London eingeführt, bevor es 2021 auf Inner London und 2023 auf alle Bezirke von Greater London ausgeweitet wurde. Khan verwies auf frühere Forschungsergebnisse des Imperial College London, wonach die geschätzte Zahl der Todesfälle im Zusammenhang mit Luftverschmutzung in der Hauptstadt zwischen 2019 und 2024 um rund 40 % zurückgegangen sei. Die Studie wurde von der britischen Regierung über das National Institute for Health and Care Research finanziert. Gesundheitsministerin Karin Smyth befürwortete die veröffentlichten Daten und bezeichnete sie als direkten Beleg für den Zusammenhang zwischen städtischer Luftqualität und Atemwegsentwicklung.
Forderungen nach bundesweiter Ausweitung der sauberen Luft
Befürworter sauberer Luft nutzten die Forschungsergebnisse, um für eine umfassendere Umweltregulierung im gesamten Vereinigten Königreich zu werben. Rosamund Adoo-Kissi-Debrah, deren achtjährige Tochter Ella 2013 in Lewisham an einem Asthmaanfall starb und als erste Person im Vereinigten Königreich Luftverschmutzung als Todesursache verzeichnet bekam, drängte die nationalen Führungskräfte zum Handeln. Sie appellierte direkt an den Premierminister und die regionalen Bürgermeister, die Londoner Politik zu übernehmen, indem sie in anderen Städten Umweltzonen einrichten und ein neues Gesetz für saubere Luft verabschieden. Die Aktivistin erklärte, dass schützende Umweltmaßnahmen nicht auf die Hauptstadt beschränkt bleiben sollten.
Londoner Kinder sollten nicht die einzigen sein, die saubere Luft atmen.


