KI-generiert·Mehr erfahren
© stern.de
Konflikte·vor 2 Std.

Selenskyj und europäische Verbündete stellen fünf Bedingungen für Friedensgespräche zur Ukraine und fordern Putin zur Waffenruhe auf

Nach einem Gipfeltreffen in London haben die Ukraine und ihre europäischen Verbündeten gemeinsam zu einer sofortigen Waffenruhe aufgerufen und fünf Bedingungen für einen 'gerechten und dauerhaften Frieden' formuliert. Sie drängen Russland und die USA zu direkten Gesprächen.

Gipfeltreffen in London und gemeinsame Erklärung

Am Sonntagabend kamen der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj, Bundeskanzler Friedrich Merz, der französische Präsident Emmanuel Macron und der britische Premierminister Keir Starmer in London zusammen. Das Treffen im Format E3-Ukraine konzentrierte sich auf Verteidigungsunterstützung und den Weg zur Beendigung des Krieges. Nach den Gesprächen veröffentlichten die vier Staatschefs eine gemeinsame Erklärung, in der sie den russischen Präsidenten Wladimir Putin aufforderten, einer sofortigen Waffenruhe zuzustimmen und Verhandlungen über einen dauerhaften Frieden aufzunehmen.

Fünf Bedingungen für den Frieden

Die gemeinsame Erklärung zählte fünf Voraussetzungen für einen 'gerechten und dauerhaften Frieden' auf: eine sofortige und vollständige Waffenruhe; die derzeitige Kontaktlinie als Ausgangspunkt für Gespräche; die Unverletzlichkeit internationaler Grenzen unter Ablehnung jeglicher gewaltsamer Veränderungen; die vollständige Achtung des Rechts der Ukraine, ihre eigenen Sicherheitsvorkehrungen und Bündnisse zu wählen; und, sobald eine Waffenruhe in Kraft tritt, die Gewährung 'robuster und rechtlich bindender' Sicherheitsgarantien für die Ukraine, einschließlich der Stationierung einer multinationalen Truppe. Die Staatschefs legten außerdem fest, dass russische Vermögenswerte eingefroren bleiben, bis Russland seinen Angriffskrieg beendet und der Ukraine den verursachten Schaden ersetzt hat.

Selenskyjs diplomatische Vorstöße

Wir trafen uns im wichtigen Format E3-Ukraine. Im Mittelpunkt einer intensiven Diskussion stand unsere Verteidigung.

Selenskyj schrieb auf X nach dem Gipfel. In einem parallelen Interview mit Sky News äußerte er sich zu den widersprüchlichen Signalen aus Moskau und sagte:

Manchmal versteht man nicht, was die Russen wirklich wollen.

Er bestand darauf, dass Putin 'diesen schrecklichen Krieg gewinnen will', aber seine Truppen hätten in letzter Zeit die Initiative auf dem Schlachtfeld verloren. Alle Entscheidungen hingen nun 'zu hundert Prozent' von Putin ab.

Selenskyj bekräftigte seine Bereitschaft, Putin direkt zu treffen, jedoch nicht in Moskau, Kiew oder Minsk, und betonte, dass jede Einigung einen weiteren Konflikt verhindern müsse.

Ich bin auch zu bilateralen Gesprächen bereit,

sagte er und fügte hinzu, der Krieg müsse so enden, dass er nicht 'wegen einiger dummer Leute' wieder aufflamme.

Abramowitsch als Vermittler

Die Financial Times berichtete unter Berufung auf vier Quellen, dass Selenskyj kürzlich den russischen Oligarchen Roman Abramowitsch in Kiew empfangen und ihn als Boten zu Putin eingesetzt habe. Selenskyj bestätigte das Treffen und sagte, er habe Abramowitsch beauftragt, zu übermitteln, dass die Ukraine den Donbas niemals aufgeben werde und er zu einem persönlichen Treffen außerhalb Russlands oder Weißrusslands bereit sei.

Ich sagte, du kannst jeden Zeitpunkt ab morgen wählen, du kannst jeden Tag und jedes Format wählen,

berichtete Selenskyj.

Wandelndes US-Engagement, Europa tritt auf den Plan

Die von den USA geführten Friedensbemühungen sind ins Stocken geraten. Die früheren Vorschläge von Präsident Donald Trump, darunter eine Einladung an Putin nach Alaska im August 2025, verlangten von Kiew tiefgreifende Zugeständnisse, wie Truppenbegrenzungen, ein verfassungsmäßiges Verbot der NATO-Mitgliedschaft und die faktische Anerkennung der Krim, Donezk und Luhansk als russisch. Diese Bedingungen fanden nie Gehör. Vor zwei Wochen sagte Außenminister Marco Rubio, andere seien willkommen, zu versuchen, ein Ende des Krieges zu vermitteln. Europäische Beamte sehen nun eine Gelegenheit.

Langsam öffnet sich ein Fenster für Gespräche der europäischen Seite mit Russland,

anonymous German government source
sagte eine deutsche Regierungsquelle der Tagesschau.

Die Abfolge der jüngsten diplomatischen Schritte:

Diplomatische Initiative für Friedensgespräche zur Ukraine, Juni 2026
  1. Selenskyj sendet offenen Brief an Putin mit dem Vorschlag direkter Gespräche.
  2. Putin lehnt den Vorschlag ab.
  3. E3+Ukraine-Gipfel in London; gemeinsame Erklärung fordert sofortige Waffenruhe und Verhandlungen.
  4. Selenskyj enthüllt im Sky-News-Interview, dass er Abramowitsch als Boten eingesetzt hat, und bekundet Bereitschaft zu bilateralen Gesprächen mit Putin.

Der finnische Präsident Alexander Stubb forderte Europa auf, die Initiative zu ergreifen, und sagte der Neuen Zürcher Zeitung, dass zwar die Koordinierung mit Washington unerlässlich sei, Europa aber auch prüfen solle, ob die US-Politik mit den europäischen Interessen übereinstimme.

London · Kiew · Moskau

8 Quellen

Pollar Weekly abonnieren

Die Woche in Nachrichten, jeden Freitag. Kostenlos.

Kostenlos. Kein Tracking, keine Werbung. Jederzeit abbestellbar.

Mehr aus Politik & Wirtschaft