Regierung · Warschau
Tusk droht Giertych mit Rauswurf wegen geleakter Vernehmungsaufnahmen von Kaczyński
Premierminister Donald Tusk erklärte, Abgeordneter Roman Giertych werde Konsequenzen tragen müssen, wenn er illegal Videoaufnahmen der staatsanwaltschaftlichen Vernehmung von Jarosław Kaczyński veröffentlicht habe. Die Warschauer Staatsanwaltschaft identifizierte Giertych als einzige Person, die auf die Ermittlungsakten zugegriffen habe.
KI-Text auf Grundlage von Berichten von NIEZALEZNA.PL, polsatnews.pl, FAKT24.pl und weiteren Medien. Veröffentlicht . So entsteht er
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Kurz gefasst
Das Portal goniec.pl veröffentlichte auf YouTube Videoausschnitte der stundenlangen Vernehmung Kaczyńskis, die nach Angaben der Staatsanwaltschaft einen Anhang zum Zeugenvernehmungsprotokoll darstellten.
Staatsanwaltschaftssprecher Piotr Antoni Skiba erklärte, Giertych sei die einzige Person gewesen, die Einsicht in die vollständigen Ermittlungsakten beantragt habe, und sei auf Artikel 241 des Strafgesetzbuches zur Geheimhaltung von Ermittlungsverfahren hingewiesen worden.
Auf einer Pressekonferenz am Mittwoch sagte Tusk, er werde Generalstaatsanwalt Żurek direkt befragen und erwarte eine sofortige Untersuchung, falls die Staatsanwaltschaft glaube, dass Giertych die Unterlagen illegal entfernt habe.
Giertych bezeichnete die Kommunikation der Staatsanwaltschaft als 'dreist', weil sie einen Täter andeute, argumentierte, das Leck komme aus dem Inneren der Staatsanwaltschaft, und kündigte an, eine Anzeige wegen möglicher strafbarer Drohungen Kaczyńskis gegen die leitende Staatsanwältin zu erstatten.
Justizminister und Generalstaatsanwalt Waldemar Żurek sagte, gezielte Lecks von Staatsanwälten aus der Ziobro-Ära hielten an, und gelobte: 'Hier werde ich nicht locker lassen.'
- 10.06.Kaczyński als Zeuge in der 'Zwei Türme'-Affäre bei der Warschauer Bezirksstaatsanwaltschaft vernommen
- Zwei Wochen späterStaatsanwaltschaft stellt Verfahren ein, findet keine Anhaltspunkte für eine Straftat
- Letzte Juliwochegoniec.pl veröffentlicht Videoaufnahmen der Vernehmung auf YouTube
- 5.08.Tusk fordert sofortige Untersuchung; Żurek äußert sich bei Polsat News zu Lecks in der Staatsanwaltschaft
Hintergrund: die Vernehmung zu den „Zwei Türmen“
Jarosław Kaczyński, Vorsitzender von Recht und Gerechtigkeit (PiS), wurde am 10. Juni als Zeuge in der sogenannten „Zwei Türme“-Affäre bei der Warschauer Bezirksstaatsanwaltschaft vernommen. Zwei Wochen nach der Vernehmung stellte die Staatsanwaltschaft das Verfahren ein, da sie keine Anhaltspunkte für eine Straftat fand. Letzte Woche veröffentlichte das Portal goniec.pl auf YouTube Videoaufnahmen, die Ausschnitte der stundenlangen Vernehmung zeigen und die nach Angaben der Staatsanwaltschaft einen Anhang zum Zeugenvernehmungsprotokoll darstellten. Die Warschauer Bezirksstaatsanwaltschaft leitete daraufhin Überprüfungsmaßnahmen im Zusammenhang mit der Veröffentlichung der Aufnahmen ein.
Staatsanwaltschaft zeigt auf Giertych
Der Sprecher der Staatsanwaltschaft, Staatsanwalt Piotr Antoni Skiba, erklärte, dass die einzige Person, die Einsicht in die vollständigen Ermittlungsakten beantragt habe, einer der Vertreter des Geschädigten gewesen sei, der zuvor auf Artikel 241 des Strafgesetzbuches zur Geheimhaltung von Ermittlungsverfahren hingewiesen worden war. „Wir sehen keine andere Person, die einen Grund gehabt hätte, das Beweismaterial auf diese Weise zu verwerten“, so Skiba. Er fügte hinzu, dass Giertych die Gelegenheit dazu gehabt habe und die Arbeit der Staatsanwaltschaft, insbesondere die Entscheidungen von Staatsanwältin Małgorzata Szeroczyńska, aktiv kritisiert habe. Die Staatsanwaltschaft sandte ein Schreiben an den Warschauer Anwaltsrat und leitete Unterlagen an die Regionalstaatsanwaltschaft Warschau weiter, die den Fall wiederum an die Bezirksstaatsanwaltschaft Warschau-Praga übergab.
Tusk: „Wenn er das Gesetz gebrochen hat, fliegt er“
Auf einer Pressekonferenz am Mittwoch in der Kanzlei des Premierministers sagte Donald Tusk, falls sich herausstelle, dass Abgeordneter Roman Giertych etwas Illegales getan habe, etwa die Unterlagen entfernt zu haben, werde er Konsequenzen tragen müssen. Tusk sagte, er habe nicht den Eindruck gewonnen, dass die Staatsanwaltschaft offiziell erklärt habe, Giertych sei für das rechtswidrige Entfernen von Dokumenten verantwortlich, und kündigte an, den Generalstaatsanwalt direkt zu befragen.
„Ich werde den Generalstaatsanwalt direkt fragen, ob dies die Überzeugung der Staatsanwaltschaft ist. Wenn ja, erwarte ich eine sofortige Untersuchung in dieser Angelegenheit. Nicht nur Pressemitteilungen, sondern auch eine Untersuchung, und glauben Sie mir, Roman Giertych, aus meiner Sicht eine in manchen Dingen verdienstvolle, in anderen umstrittene Person, ist keine heilige Kuh. Wenn er das Gesetz gebrochen hat, fliegt er.“
Giertych weist Vorwürfe zurück und kontert
Giertych sagte gegenüber Fakt, der Premierminister habe „die ganze Sache schön klargestellt“ und „alles begann mit einer unverantwortlichen und dreisten Aussage des Staatsanwaltschaftssprechers“. Auf X bezeichnete Giertych die Kommunikation der Staatsanwaltschaft als „dreist“, weil sie einen Täter andeute, während sie gleichzeitig Überprüfungsmaßnahmen ankündige. Er argumentierte, die Staatsanwaltschaft selbst habe Zugang zu den Aufnahmen gehabt und dass aus der derzeitigen Staatsanwaltschaft „alles durchsickere“. Giertych kündigte außerdem an, eine Anzeige wegen einer möglichen Straftat von Jarosław Kaczyński zu erstatten, die aus strafbaren Drohungen gegen die leitende Staatsanwältin bestehe, die auf den Aufnahmen zu hören seien. Er behauptete, diese Drohungen hätten die Staatsanwältin dazu veranlasst, 80 % seiner Fragen abzulehnen und das Verfahren dann mit einer „absurden Begründung“ einzustellen.
Żurek: gezielte Lecks aus dem Inneren der Staatsanwaltschaft
Justizminister und Generalstaatsanwalt Waldemar Żurek sagte gegenüber Polsat News, er deute niemals an, dass jemand eine Straftat begangen habe, bevor diese Person vorgeladen, vernommen und angeklagt sei. Er stimmte Tusks Erklärung zu, dass es „keine heiligen Kühe“ gebe. Żurek sagte, es gebe noch viele Menschen in der Staatsanwaltschaft, die dem früheren Justizminister Zbigniew Ziobro treu ergeben seien, und dass weiterhin gezielte Lecks aufträten.
„Das sind gezielte Lecks, die entweder die Arbeit der Staatsanwälte, der ehrlich arbeitenden, schwächen oder sogar Ermittlungen zerstören sollen, die sich in einem frühen Stadium befinden und, wie die Staatsanwälte sagen, entwicklungsfähig sind.“
Żurek sagte, dass bei einem offensichtlichen Leck aus dem Inneren der Staatsanwaltschaft ein Strafverfahren eingeleitet werde, und fügte hinzu: „Hier werde ich nicht locker lassen.“ Er merkte an, dass einige seiner während Ziobros Amtszeit ernannten Stellvertreter noch im Amt seien und dass viele Menschen in den Einheiten in ganz Polen auf die Rückkehr ihrer politischen Gönner warteten, anstatt eine entpolitisierte Staatsanwaltschaft zu unterstützen.
Fragen zu diesem Text
Quellen und Kontext
- Donald Tusk
- Premierminister von Polen, sagte, Giertych sei 'keine heilige Kuh' und werde Konsequenzen tragen müssen, wenn er das Gesetz gebrochen habe
- Roman Giertych
- Abgeordneter der Bürgerkoalition und Rechtsanwalt, Vertreter des Geschädigten in der 'Zwei Türme'-Affäre, von der Staatsanwaltschaft als einzige Person identifiziert, die auf die vollständigen Ermittlungsakten zugegriffen hat
- Jarosław Kaczyński
- PiS-Vorsitzender, am 10. Juni als Zeuge in der 'Zwei Türme'-Affäre bei der Warschauer Bezirksstaatsanwaltschaft vernommen
- Waldemar Żurek
- Justizminister und Generalstaatsanwalt, äußerte sich zu Lecks in der Staatsanwaltschaft und sagte, er werde die Sache nicht auf sich beruhen lassen
- Zbigniew Ziobro
- Ehemaliger Justizminister, von Żurek im Zusammenhang mit Loyalisten genannt, die noch in der Staatsanwaltschaft verankert sind
- Orte
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