
NATO wählt deutschen General Carsten Breuer zum Vorsitzenden des Militärausschusses
Die Verteidigungschefs der NATO haben in Kopenhagen den deutschen Generalinspekteur Carsten Breuer zum Vorsitzenden des Militärausschusses gewählt. Seine dreijährige Amtszeit soll im Juli 2027 beginnen.
Abstimmung in Kopenhagen
Am 19. September 2026 versammelten sich die Militärchefs der Nordatlantikpakt-Organisation in Kopenhagen und wählten General Carsten Breuer zum nächsten Vorsitzenden des NATO-Militärausschusses. Der 61-jährige deutsche Generalinspekteur setzte sich gegen die kanadische Generalstabschefin Jennie Carignan durch, die die erste Frau an der Spitze des Ausschusses geworden wäre. Breuer soll das Amt im Juli 2027 antreten und von Admiral Giuseppe Cavo Dragone aus Italien übernehmen, der die Position seit 2025 innehat. Die Amtszeit des Ausschussvorsitzenden beträgt standardmäßig drei Jahre. Nach der Bekanntmachung gratulierte Cavo Dragone Breuer in den sozialen Medien.
Ihr operatives Urteilsvermögen, Ihre umfassende Kenntnis des Bündnisses und Ihre Führungserfahrung in der deutschen Armee werden der NATO sehr zugutekommen.
Führung und Einfluss im Bündnis
Der Vorsitzende des Militärausschusses fungiert als ranghöchster militärischer Berater des NATO-Generalsekretärs und dient als wichtigste Verbindung zwischen den Verteidigungschefs der Mitgliedstaaten und den politischen Entscheidungsträgern. Zusammen mit dem Supreme Allied Commander Europe hat der Vorsitzende eine der beiden einflussreichsten militärischen Führungspositionen im Bündnis inne. Breuers Ernennung ist das erste Mal seit mehr als zwei Jahrzehnten, dass ein deutscher Offizier den Ausschuss leitet. General Harald Kujat war der letzte Deutsche in dieser Position, die er von Juli 2002 bis Juni 2005 innehatte. Die Wahl spiegelt Berlins ausgeweitete Verteidigungsverpflichtungen wider; die deutschen Verteidigungsausgaben belaufen sich auf rund 125 Milliarden Euro, die höchste Summe in Europa nach NATO-Angaben.
- General Harald Kujat tritt sein Amt als Vorsitzender des NATO-Militärausschusses an
- General Harald Kujat beendet seine dreijährige Amtszeit als Ausschussvorsitzender
- General Carsten Breuer wird zum Generalinspekteur der Bundeswehr ernannt
- Admiral Giuseppe Cavo Dragone beginnt seine Amtszeit als Ausschussvorsitzender
- Carsten Breuer wird während eines Treffens in Kopenhagen zum nächsten Vorsitzenden gewählt
- Carsten Breuer soll sein Amt als Vorsitzender des Militärausschusses antreten
Vorrangige Aufgaben für die europäische Sicherheit
In Stellungnahmen nach der Abstimmung drückte Breuer seine Dankbarkeit für die Unterstützung der verbündeten Militärchefs im gesamten Bündnis aus. Er wies darauf hin, dass die Mitgliedsstaaten anspruchsvolle Aufgaben zur Wahrung von Sicherheit und Stabilität auf dem europäischen Kontinent zu bewältigen hätten. Sein erklärtes Ziel ist es, die nationalen Standpunkte aller Mitgliedsländer zu bündeln und gleichzeitig substanzielle militärische Beratung für die zivile Führung zu liefern. Breuer betonte, dass eine enge Koordinierung zwischen den nationalen Verteidigungschefs für die Beratungsarbeit des Ausschusses von zentraler Bedeutung bleibe.
Die Unterstützung der Verteidigungschefs unserer NATO-Verbündeten bedeutet mir sehr viel. Im Bündnis stehen große Aufgaben für unsere Sicherheit und den Frieden in Europa und darüber hinaus bevor.
Führung der Bundeswehr und Nachfolge
Breuer führt die deutschen Streitkräfte als Generalinspekteur seit März 2023 und leitet Strukturreformen, die nach der russischen Invasion in der Ukraine eingeleitet wurden. Vor seiner Übernahme des höchsten militärischen Postens gründete er das Territorialkommando der Bundeswehr und leitete zuvor den Krisenstab Pandemie im Bundeskanzleramt. Sein bevorstehender Wechsel nach Brüssel im Sommer 2027 hinterlässt eine Lücke an der Spitze des deutschen Militärs, die Verteidigungsminister Boris Pistorius in den kommenden Monaten schließen muss. Generalleutnant Christian Freuding, derzeit Inspekteur des Heeres und zuvor Leiter der deutschen Koordinierung der Militärhilfe für die Ukraine, gilt als aussichtsreicher Kandidat für diese Rolle. Pistorius lobte Breuers Auswahl am Samstag.
Als Generalinspekteur hat General Breuer strategische Weitsicht bewiesen und eine entscheidende Rolle bei der Neuorganisation der Bundeswehr gespielt. Nun wird er seine gesamte Erfahrung und Expertise in die NATO einbringen, die vor großen, historischen Aufgaben steht.


