Diplomatie · New York, Ankara und Wien

Türkei nominiert Feridun Sinirlioğlu für das Amt des UN-Generalsekretärs, während die Abstimmung im Sicherheitsrat stockt

Ankara übermittelte ein Nominierungsschreiben vom Freitag, 30. Oktober, nachdem eine siebte Probeabstimmung ohne klaren Favoriten zu Ende gegangen war. Feridun Sinirlioğlu ist derzeit Generalsekretär der OSZE.

KI-Text auf Grundlage von Berichten von BBC, Handelsblatt, Deutsche Welle und weiteren Medien. Veröffentlicht . So entsteht er

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Kurz gefasst

New York, Ankara, Wien · Vereinigte Staaten, Türkei, Österreich
Wie es dazu kam
  1. 31.10.Anadolu berichtet über die Nominierung Sinirlioğlus durch die Türkei
  2. 31.12.Zweite Amtszeit von Guterres endet
  3. 1.01.Erwarteter Amtsantritt des neuen Generalsekretärs

Die Nominierung

Die Türkei hat Feridun Sinirlioğlu, derzeit Generalsekretär der Organisation für Sicherheit und Zusammenarbeit in Europa (OSZE), als Kandidaten für die Nachfolge von António Guterres an der Spitze der Vereinten Nationen vorgeschlagen. Anadolu berichtete unter Berufung auf Quellen im türkischen Außenministerium am Samstag, 31. Oktober, von dem Schritt. Das Nominierungsschreiben datiert vom Freitag, 30. Oktober und war an die Präsidenten der Generalversammlung und des Sicherheitsrats gerichtet. Als Überbringer wird der ständige Vertreter der Türkei bei den Vereinten Nationen, Ahmet Yıldız, genannt. Die Berichte unterscheiden sich bei der Unterzeichnerschaft: Die spanischsprachige Berichterstattung der Deutschen Welle schreibt, Erdoğan habe das Schreiben unterzeichnet, während Notícias ao Minuto es als Erdoğans Brief beschreibt, der von Yıldız übermittelt wurde. Das Handelsblatt bezeichnet Sinirlioğlu als Kompromisskandidaten, der vorgeschlagen wurde, weil sich der Rat auf niemanden geeinigt hat.

Sinirlioğlu vertrat die Türkei von 2016 bis 2023 bei den Vereinten Nationen, und laut Handelsblatt war er 2015 kurzzeitig Außenminister in der Übergangsregierung. Ende 2024 wurde er einstimmig zum OSZE-Generalsekretär gewählt, ein Amt mit Sitz in Wien. Das Handelsblatt merkt an, dass er keines der für die Stelle am häufigsten genannten Kriterien erfüllt – eine Frau zu sein oder aus Lateinamerika und der Karibik zu stammen –, aber die Unterstützung Erdoğans habe. Quellen im türkischen Außenministerium, zitiert von Notícias ao Minuto, erklärten, die Nominierung sei nach einer Blockade im Auswahlverfahren erfolgt.

Ein stockendes Feld

Der Prozess zur Auswahl von Guterres' Nachfolger begann laut BBC Ende 2025. Die siebte Probeabstimmung, die am Freitag in geschlossener Sitzung stattfand, endete ohne klaren Favoriten. Rebeca Grynspan, ehemalige Vizepräsidentin Costa Ricas und Vorsitzende der UN-Konferenz für Handel und Entwicklung, landete erneut auf dem ersten Platz, vor Rafael Grossi, dem Leiter der Internationalen Atomenergiebehörde, und Carolyn Rodrigues-Birkett, einer ehemaligen Außenministerin Guyanas. Die BBC berichtet, Grynspan habe bei der Abstimmung am 30. Oktober 11 Unterstützungsstimmen erhalten, sei zuvor jedoch mit Nein-Stimmen ständiger Mitglieder konfrontiert gewesen, sodass ihre Führung nicht gesichert sei.

Macky Sall, der ehemalige Präsident Senegals, hat seine Kandidatur zurückgezogen, und Lana Nusseibeh, eine Diplomatin aus den Vereinigten Arabischen Emiraten, ist in das Rennen eingestiegen. Nusseibeh belegte nach Stimmenzahl in der siebten Runde den vierten Platz, so Notícias ao Minuto. Die BBC zählt sieben Kandidaten, bevor der Brief der Türkei eintraf, während die eigenen Zahlen der Deutschen Welle abweichen: Sie nennt in ihrer Überschrift 10 Rivalen und in ihrem Text 11 Namen neben Sinirlioğlu. Die Deutsche Welle merkt zudem an, dass weitere Länder noch Kandidaten vorschlagen könnten.

Wie die Auswahl funktioniert

Die 15 Mitglieder des Sicherheitsrats führen die Auswahl über Probeabstimmungen durch, in denen jedes Mitglied einen Kandidaten als Unterstützung, keine Unterstützung oder ohne Meinung markiert. Um ausgewählt zu werden, braucht ein Kandidat mindestens neun Stimmen und muss ein Veto eines der fünf ständigen Mitglieder – Vereinigte Staaten, Russland, China, Vereinigtes Königreich und Frankreich – vermeiden. Sobald der Rat einen Konsens erreicht, geht der Name an die 193 Mitglieder der Generalversammlung, die in der Praxis der Empfehlung des Rates folgt.

Eine regionale Rotation würde normalerweise einen Kandidaten aus Lateinamerika oder der Karibik für das Amt vorsehen, und viele Staaten wünschen sich zudem die erste Generalsekretärin in der Geschichte der Vereinten Nationen. Das Vereinigte Königreich und Frankreich hatten laut Deutscher Welle zuvor erklärt, sie würden gerne eine Frau an der Spitze der UN sehen. Die Türkei und die Vereinigten Arabischen Emirate haben beide Kandidaten von außerhalb dieser Region. Guterres' zweite Amtszeit endet am 31. Dezember 2026, und die Deutsche Welle erwartet, dass der neue Generalsekretär ab dem 1. Januar 2027 im Amt ist.

Ankaras Lesart der Blockade

Ankaras Einschätzung, wie die BBC berichtet, ist, dass die Blockade Raum für neue Kandidaten schafft. Der Brief der Türkei folgte unmittelbar auf die siebte Runde, die am 30. Oktober ohne Einigung auf einen Kandidaten endete. Das Handelsblatt berichtet, Erdoğan fordere seit Jahren eine Reform des UN-Systems, insbesondere der Struktur des Sicherheitsrats. Die Nominierung liegt nun beim Rat, in dem die fünf ständigen Mitglieder die entscheidenden Stimmen haben.

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