
Trump verwechselt Iran mit ‚Islamischer Republik Japan‘ und nennt Selenskyj ‚Putin‘ beim NATO-Gipfel
Bei einer Pressekonferenz auf dem NATO-Gipfel in Ankara bezeichnete Donald Trump den Iran als ‚Islamische Republik Japan‘ und sprach Wolodymyr Selenskyj als ‚Präsident Putin‘ an – weitere sprachliche Ausrutscher inbegriffen.
Eine Kaskade sprachlicher Ausrutscher
Bei einer Pressekonferenz zum Abschluss des NATO-Gipfels in Ankara am Mittwoch unterliefen Donald Trump mehrere faktische Fehler, die sofort Aufmerksamkeit erregten. Auf eine Frage zur Raketenabwehr hin erklärte er, die ‚Islamische Republik Japan‘ habe 111 Raketen auf die USS Abraham Lincoln abgefeuert, wobei er den Iran mit Japan verwechselte. Wenige Augenblicke zuvor, als er neben dem ukrainischen Präsidenten Wolodymyr Selenskyj stand, wandte Trump sich an das Publikum und fragte: ‚Hat jemand eine Frage an Putin?‘ Nachdem Journalisten reagiert hatten, korrigierte er sich, doch der Ausrutscher erinnerte an einen früheren Vorfall. Der Präsident bezeichnete die Social-Media-Plattform TikTok zudem als ‚TicTac‘, den Namen einer Minzbonbon-Marke.
Wir haben zwei Kinder im Park, die sich nicht mögen und anfangen zu streiten. Manchmal muss man sie streiten lassen. Sie sollen sehen, dass es hart ist. Kämpfen ist hart.
Die politische Achterbahn des Gipfels
Trumps Auftritt in Ankara war von scharfen Stimmungsschwankungen geprägt. Er eröffnete das Treffen mit Drohungen: Er warnte Dänemark vor einer Annexion Grönlands, teilte den europäischen Verbündeten mit, er könne alle US-Truppen abziehen, und drohte, den Handel mit Spanien einzustellen. Er zeigte sich enttäuscht, dass das Vereinigte Königreich, Deutschland, Italien und Frankreich nicht im Konflikt mit dem Iran geholfen hätten. Doch bei der abschließenden Pressekonferenz, die in der riesigen Bibliothek der Hauptstadt stattfand, beschrieb er ein ‚unglaubliches‘ Gefühl der ‚Liebe‘ im Raum und sagte, die Führer hätten ‚viel Freundlichkeit in ihren Herzen, keine Bosheit.‘
Das Leben eines Präsidenten ist sehr gefährlich.
Hinter ihm standen Außenminister Marco Rubio, der den Gipfel als ‚historisch‘ bezeichnet hatte, und Kriegsminister Pete Hegseth, der eine deutliche Reduzierung der US-Streitkräfte in Europa angekündigt hatte. Der portugiesische Premierminister Luís Montenegro erklärte im Namen des Bündnisses, das Treffen sei unter dem Zeichen der ‚Einheit‘ zu Ende gegangen.
Reaktion aus dem Weißen Haus
Die Pressesprecherin des Weißen Hauses, Karoline Leavitt, antwortete auf Fragen von Forbes zu den Fehlern, indem sie die Leistung des Präsidenten als ‚Marathon‘ auf dem Gipfel beschrieb und anmerkte, er habe mehrere Pressekonferenzen abgehalten. Die Regierung ging nicht direkt auf die konkreten Falschaussagen ein.
Der Präsident hatte eine Marathon-Leistung auf dem Gipfel, er hielt mehrere Pressekonferenzen.
Kontext und Reaktionen
Die japanische Nachrichtenagentur Kyodo berichtete als erste über die Bemerkung zur ‚Islamischen Republik Japan‘. Japanische Medien stellten fest, dass das Land keine offizielle Religion hat und der Islam dort zu den kleinsten Glaubensgemeinschaften gehört. Die Patzer reihten sich in ein Muster verbaler Ausrutscher des 80-jährigen Präsidenten ein, der im Juni 80 Jahre alt wurde.
Ergebnisse des Gipfels
Trotz der widersprüchlichen Botschaften verabschiedeten die 32 NATO-Mitglieder eine Abschlusserklärung, die Russland als bedeutendste strategische Bedrohung des Bündnisses identifiziert. Das Treffen, das vom türkischen Präsidenten Recep Tayyip Erdoğan in seinem weitläufigen Präsidentenkomplex ausgerichtet wurde, endete mit einer öffentlichen Einheitsbekundung, obwohl Trumps widersprüchliche Aussagen die Verbündeten verunsichert zurückließen.

