
Trump landet in Genf zum G7-Gipfel, während Verbündete über Hormus-Mission und Iran-Deal beraten
Der US-Präsident traf am Montagnachmittag ein, bevor er per Hubschrauber nach Évian weiterreiste. Dort werden das Rahmenabkommen mit dem Iran und eine europäische Marine-Mission zum Schutz der Straße von Hormus die Gespräche dominieren.
Ankunft in Genf
US-Präsident Donald Trump landete am Montag kurz vor 16 Uhr an Bord der Air Force One auf dem Flughafen Genf. Der Schweizer Bundespräsident Guy Parmelin und die US-Botschafterin in der Schweiz, Callista Gingrich, begrüßten ihn auf dem Rollfeld, doch Trump blieb nur wenige Augenblicke, bevor er an Bord des Marine-One-Hubschraubers ging. Er flog anschließend nach Évian-les-Bains am französischen Ufer des Genfersees, wo vom 15. bis 17. Juni der G7-Gipfel stattfindet. Auf dem Rollfeld herrschten außergewöhnliche Sicherheitsvorkehrungen, wie ein Reporter von Keystone-SDA beobachtete.
Teilnehmer und Agenda des G7-Gipfels
Neben Trump versammelt der Gipfel die Staats- und Regierungschefs der G7-Nationen: den französischen Präsidenten Emmanuel Macron, den deutschen Bundeskanzler Friedrich Merz, den britischen Premierminister Keir Starmer, die italienische Ministerpräsidentin Giorgia Meloni, den kanadischen Premierminister Mark Carney und die japanische Premierministerin Sanae Takaichi. Auch die Präsidentin der Europäischen Kommission, Ursula von der Leyen, und der Präsident des Europäischen Rates, António Costa, nehmen teil. Zu den eingeladenen Ländern gehören Brasilien, Indien, Kenia, Südkorea und Syrien, während Katar, Ägypten und die Vereinigten Arabischen Emirate hochrangige Vertreter entsenden. Die Kriege im Nahen Osten und in der Ukraine sowie die Regulierung künstlicher Intelligenz gehören zu den zentralen Themen.
Iran-Deal und Mission in der Straße von Hormus
Der Nahostkonflikt wird durch das am Sonntag zwischen Trump und dem Iran erzielte Rahmenabkommen zur Beendigung des Krieges geprägt. Das Abkommen soll am Freitag in der Schweiz unterzeichnet werden, wobei unklar bleibt, ob Trump oder Vizepräsident J.D. Vance die Unterschrift leisten wird. In einer über Nacht veröffentlichten gemeinsamen Erklärung erklärten die vier europäischen G7-Mitglieder ihre Bereitschaft, sich an einer „rein defensiv ausgerichteten, unabhängigen“ Militärmission zur Sicherung der Straße von Hormus zu beteiligen, einem kritischen Nadelöhr für den globalen Ölhandel.
Mit dem Abkommen eröffnet sich eine Chance, die Region und die Weltwirtschaft wieder zu stabilisieren.
EU-Schweizer Stahlschutzmaßnahmen und bilaterale Gespräche
Parmelin führte zudem Gespräche mit von der Leyen und Costa über Stahlschutzmaßnahmen und die Ratifizierung eines bilateralen Pakets. Ab dem 1. Juli wird die EU strengere Stahlimportregeln durchsetzen, die auch für die Schweiz gelten. Bern und Brüssel verhandeln in Genf über Quoten für zollfreie Schweizer Stahlimporte im Rahmen der WTO.
Der Dialog bleibt der Schlüssel zur Lösung gemeinsamer Herausforderungen.
Breiterer diplomatischer Kontext
Der Gipfel folgt auf ein Wochenende intensiver Diplomatie. Parmelin hatte bereits am Montag den brasilianischen Präsidenten Luiz Inácio Lula da Silva getroffen, wobei die Diskussionen auf das Freihandelsabkommen zwischen der EFTA und dem Mercosur für 2025 fokussiert waren. Die Anwesenheit eingeladener Nationen aus mehreren Kontinenten unterstreicht das Bestreben der G7, die Diskussion über globale Sicherheit und wirtschaftliche Resilienz über ihren Kernbestand hinaus zu erweitern.
- Trump landet am Flughafen Genf und reist per Hubschrauber nach Évian ab
- G7-Gipfel beginnt in Évian-les-Bains und dauert bis zum 17. Juni
- Unterzeichnung des US-Iran-Rahmenabkommens in Genf erwartet
- Neue EU-Stahlschutzmaßnahmen treten in Kraft; Schweizer Quoten in Verhandlung


