Zwei US-Kleinunternehmen reichen Klage gegen Trumps neue 10-12,5 % Zölle auf 60 Nationen ein und werfen Section-301-Überschreitung vor
Zwei kleine Unternehmen, vertreten durch das Liberty Justice Center, reichten am Freitag vor dem US-Gericht für internationalen Handel Klage ein und argumentierten, die Regierung habe Section 301 des Trade Act missbraucht, um Zölle von 10 % und 12,5 % auf mehr als 60 Länder zu erheben.
Die Klage
Zwei kleine Unternehmen, Burlap and Barrel (ein in New York ansässiger Gewürzhändler) und Collective Horology (ein kalifornischer Uhrenverkäufer), reichten am Freitag vor dem US-Gericht für internationalen Handel Klage ein. Sie werden vom Liberty Justice Center vertreten, einer gemeinnützigen Rechtsgruppe, die während Trumps zweiter Amtszeit mehrfach erfolgreich seine Zölle angefochten hat. Die Klage richtet sich gegen Zölle, die nur wenige Stunden zuvor in Kraft getreten waren und mehr als 60 Länder mit Abgaben von 10 % und 12,5 % belegen. Die Kläger argumentieren, die Regierung habe Section 301 des Trade Act von 1974 missbraucht, um ein System von Abgaben wieder einzuführen, das Richter bereits für illegal erklärt hatten.
Die Zölle
Die neuen Abgaben wurden unter Section 301 verhängt, einer Bestimmung, die historisch zur Bekämpfung unfairer oder diskriminierender Wirtschaftspraktiken bestimmter Nationen eingesetzt wurde. Die Regierung berief sich auf Vorwürfe, dass Handelspartner nicht genug unternähmen, um den Export von Waren zu stoppen, die mit Zwangsarbeit hergestellt wurden. Die Zölle gelten für eine breite Palette von Ländern, darunter Kanada, Mexiko und die 27 Mitgliedstaaten der Europäischen Union. Sie ersetzten einen vorübergehenden globalen Zoll von 10 %, der ausgelaufen war. Anders als frühere Zollmaßnahmen, die auf neuartigen Auslegungen des Bundesrechts beruhten, gilt Section 301 als etablierte Politik und wurde von früheren Präsidenten regelmäßig angewandt. Trumps Einsatz von Section 301 während seiner ersten Amtszeit zur Erhebung von Zöllen auf chinesische Waren überstand mehrere gerichtliche Anfechtungen.
Rechtliche Argumente
Die Kläger behaupten, dass Section 301 detaillierte, länderspezifische Untersuchungen erfordert, bevor Zölle verhängt werden können. Sie verweisen auf die Art und Weise, wie die Regierung ihre Untersuchungen durchführte, und auf die Tatsache, dass sie die Zölle bereits vor Abschluss ihrer Überprüfungen zu verhängen plante. Die Klage argumentiert, dass der pauschale Ansatz kein historisches Vorbild habe und der Präsident versuche, Zölle wieder einzuführen, die Gerichte bereits aufgehoben hätten. Der Oberste Gerichtshof entschied am 20. Februar, dass der International Emergency Economic Powers Act den Präsidenten nicht ermächtigt, einseitig Zölle zu verhängen. Ein Handelsgericht hob später einen vorübergehenden globalen Zoll auf, der unter einer anderen Rechtsgrundlage verhängt worden war – ein Urteil, gegen das die Regierung Berufung einlegt.
- Oberster Gerichtshof erklärt IEEPA-Zölle für illegal
- Handelsgericht hebt vorübergehenden globalen Zoll auf
- Neue Section-301-Zölle von 10 % und 12,5 % treten in Kraft
- Klage kleiner Unternehmen gegen die neuen Zölle eingereicht
Frühere gerichtliche Erfolge
Das Liberty Justice Center stand im Mittelpunkt des juristischen Widerstands gegen Trumps Zollagenda. Im Februar überzeugten seine Anwälte gemeinsam mit Staatsbeamten den Obersten Gerichtshof, dass die ursprünglichen länderspezifischen Zölle des Präsidenten gegen die Verfassung verstießen, indem sie die dem Kongress vorbehaltenen Zollbefugnisse an sich rissen. Im Frühjahr gelang es der Gruppe, den vorübergehenden Ersatzzoll durch das Handelsgericht aufheben zu lassen. Diese Erfolge stellten fest, dass der Präsident ohne klare Ermächtigung durch den Kongress keine breiten Zölle verhängen kann, und bereiteten den Boden für die aktuelle Anfechtung.
Wie es weitergeht
Die neue Klage eröffnet eine weitere Front im Kampf um die Zollbefugnisse des Präsidenten. Sollte das Gericht zugunsten der kleinen Unternehmen entscheiden, könnte dies die Fähigkeit der Regierung, einen Handelskrieg durch Exekutivmaßnahmen zu führen, weiter einschränken. Der Fall wird voraussichtlich durch die Bundesgerichte gehen und möglicherweise erneut den Obersten Gerichtshof erreichen. Die Regierung legt bereits Berufung gegen das frühere Urteil des Handelsgerichts zum vorübergehenden Zoll ein, sodass nun mehrere rechtliche Stränge parallel laufen.


