
Trump führt getrennte Telefonate mit Putin und Selenskyj am US-Unabhängigkeitstag und gelobt, auf dem NATO-Gipfel für Frieden in der Ukraine zu werben
Am 250. Jahrestag der US-Unabhängigkeit führte Präsident Donald Trump getrennte Telefonate mit Wladimir Putin und Wolodymyr Selenskyj, wobei beide Führungspersönlichkeiten ihm gratulierten und über den Krieg in der Ukraine sprachen. Trump versprach, das Thema auf dem NATO-Gipfel in Ankara nächste Woche zur Sprache zu bringen.
Doppelte Anrufe am Unabhängigkeitstag
Am 250. Jahrestag der US-Unabhängigkeit führte Präsident Donald Trump getrennte Telefongespräche mit dem russischen Präsidenten Wladimir Putin und dem ukrainischen Präsidenten Wolodymyr Selenskyj. Beide Führungspersönlichkeiten sprachen Glückwünsche aus, doch die Gespräche wandten sich schnell dem Krieg in der Ukraine zu. Die Anrufe erfolgen nur wenige Tage vor dem NATO-Gipfel in Ankara am 7. und 8. Juli, bei dem Trump das Thema voraussichtlich ansprechen wird.
Kreml-Angaben: 85 Minuten mit Putin
Laut Juri Uschakow, Putins außenpolitischem Berater, dauerte das Gespräch mit Trump 85 Minuten. Putin schilderte die Lage an der Front, während Trump erneut seine Bereitschaft bekundete, zur Beendigung des Krieges beizutragen. Uschakow merkte an, dass die US-Seite den Anruf am Unabhängigkeitstag vorgeschlagen habe, im Gegensatz zum vorherigen Kontakt am 14. Juni, den Russland zu Trumps 80. Geburtstag initiiert hatte.
Das Telefongespräch begann damit, dass Präsident Wladimir Putin Donald Trump und allen Amerikanern persönlich zu diesem bedeutenden Feiertag gratulierte und an Russlands Beitrag zur Entstehung der amerikanischen Staatlichkeit erinnerte.
Der Kreml erklärte, Trump habe zugesichert, die Angelegenheit auf dem NATO-Gipfel zur Sprache zu bringen. Putin bekräftigte zudem seine ständige Einladung an Trump, Russland zu besuchen. Die US-Gesandten Steve Witkoff und Jared Kushner werden die Verhandlungen fortsetzen und sind für eine weitere Reise nach Moskau bereit.
Selenskyj sieht „echte Chance“ zur Beendigung des Krieges
Selenskyj bezeichnete sein Gespräch mit Trump als „sehr fruchtbar“. Er dankte für die US-Militärhilfe, darunter Javelin-Panzerabwehrraketen und Patriot-Luftabwehrsysteme, und betonte, dass die Entschlossenheit Amerikas entscheidend sei.
Es gibt eine echte Chance, diesen Krieg zu beenden, und die Entschlossenheit Amerikas ist entscheidend. Wir haben vereinbart, diese Gespräche während des NATO-Gipfels in Ankara fortzusetzen.
Der ukrainische Führer sagte, die beiden Präsidenten hätten über die Lage an der Front und diplomatische Bemühungen gesprochen. Er werde Trump auf dem Gipfel treffen, der im Präsidentenkomplex Beştepe in Ankara stattfindet.
Widersprüchliche Behauptungen vom Schlachtfeld
Die Anrufe erfolgten vor dem Hintergrund widersprüchlicher Berichte vom Schlachtfeld. Am Freitag behauptete Russland, seine Streitkräfte hätten die strategisch gelegene Stadt Kostjantyniwka in der Region Donezk eingenommen und die Region Luhansk vollständig unter Kontrolle. Bis Samstag dementierten Selenskyj und der ukrainische Generalstab diese Behauptungen. Der Kreml hielt unterdessen an seiner Darstellung fest, dass russische Streitkräfte stetig vorrückten, „eine Siedlung nach der anderen befreiten“, und beschuldigte Kiew und seine europäischen Unterstützer, den Konflikt zu verlängern.
Nächste Schritte
Der NATO-Gipfel am 7. und 8. Juli wird der nächste Ort für direkte Gespräche zwischen Trump und Selenskyj sein. Es wird erwartet, dass Trump die Verbündeten zum Ukraine-Krieg und zu Verteidigungsausgaben drängt. Die anhaltende Pendeldiplomatie der US-Gesandten signalisiert, dass Washington mehrere Kanäle offen hält.
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