Trump unterzeichnet Executive Order zur Einführung von 15% Zöllen auf Polysiliziumimporte
Präsident Donald Trump unterzeichnete am Donnerstag eine Executive Order, die 15% Zölle auf importierte Polysiliziumderivate verhängt und eine Preisuntergrenze festlegt, unter Berufung auf nationale Sicherheitsbedenken wegen chinesischer Dumpingpraktiken in der Lieferkette für Solarmodule und Halbleiter.
Executive Order unterzeichnet
Präsident Donald Trump unterzeichnete am Donnerstag eine Executive Order, die Zölle auf importierte Polysilizium und seine Derivate verhängt, Materialien, die sowohl in Halbleitern als auch in Solarmodulen verwendet werden. Die Anordnung zielt darauf ab, die Abhängigkeit der USA von ausländischen Lieferungen zu verringern, die nach Ansicht der Regierung die nationale Sicherheit bedrohen. Der Berater des Weißen Hauses, Will Scharf, sagte, die Anordnung lege „eine Reihe von Handels- und Zollmaßnahmen gemäß Section 232 dar, die sicherstellen sollen, dass die inländische Polysiliziumproduktion angemessen unterstützt und vor ausländischem Dumping und Bedrohungen von außen geschützt wird.“ Die Maßnahmen umfassen einen Zoll von 15 % auf importierte Polysiliziumderivate und die Einführung einer neuen Preisuntergrenze, von der Reuters berichtete, dass sie bereits am Donnerstag vorgestellt werden könnte. Polysilizium wird in Halbleitern verwendet, ist aber auch für die Herstellung von Solarmodulen wichtig, so das Handelsministerium.
Streit um Umsetzungszeitplan
Der Zoll und die Preisuntergrenze sollten ursprünglich 120 Tage nach der Ankündigung in Kraft treten, so vier von Reuters zitierte Quellen. Einige US-amerikanische Solarhersteller setzten sich bei der Regierung für eine kürzere Umsetzungsfrist von 90 Tagen ein, mit der Begründung, dass ein zusätzlicher Monat China, einem führenden Produzenten von Polysiliziumprodukten, zu viel Zeit geben würde, um in die USA zu verkaufen und inländische Konkurrenten zu unterbieten. Es wird erwartet, dass die Regierung diese Forderungen nach einem schnelleren Zeitplan ablehnt, sagte eine mit der Angelegenheit vertraute Person gegenüber Reuters. Bereits am Donnerstag berichtete Bloomberg, dass Beamte über eine mehrmonatige Verzögerung bei der Erhebung der geplanten Zölle nachdachten, eine Einführungsphase, die einen Ansturm von Importen durch Unternehmen für erneuerbare Energien, die an US-Projekten arbeiten, bevor die Zölle greifen, fördern könnte.
- Handelsministerium leitet Untersuchung der nationalen Sicherheitsrisiken in der Polysilizium-Lieferkette ein
- Trump unterzeichnet Executive Order zur Einführung von 15% Zöllen und Preisuntergrenze auf Polysiliziumderivate
- Zoll und Preisuntergrenze sollten ursprünglich in Kraft treten
Begründung des Handelsministeriums
Handelsminister Howard Lutnick erschien zusammen mit Trump im Weißen Haus und stellte die Maßnahmen als Teil eines breiteren Bemühens dar, Lieferketten zurückzuholen. Das Handelsministerium leitete im Juli 2025 eine Untersuchung der nationalen Sicherheitsrisiken in der Polysilizium-Lieferkette ein. Lutnick sagte, die Anordnung werde eine Preisuntergrenze festlegen, „damit die Chinesen nicht mehr dumpen können“, und sagte Wachstum für die heimische Industrie voraus. Lutnick rechtfertigte die Zölle mit der Begründung, dass sie eine Produktion, die derzeit von China dominiert wird, in die USA zurückbringen würden.
Wir stellen die Produkte hier her, aber wir müssen die Lieferkette hierher bringen. Das wird die Lieferkette hierher bringen... wir haben die Industrie hier, sie ist zu klein, und sie wird explodieren.
Kritik und weiterer Kontext
Ein Meinungsartikel von Bloomberg vom Donnerstag argumentierte, dass die Zölle und Preisuntergrenzen eher den Verbündeten Amerikas als China schaden würden, wie sein Titel bereits andeutete. Der Artikel vertrat die Ansicht, dass „es jedoch einen Weg gibt, Pekings Position in den Hightech-Lieferketten weiter zu festigen, nämlich diesem protektionistischen Drang nachzugeben“ und dass „jede Rechtfertigung für Handelsbeschränkungen im Jahr 2026 sich in Paranoia über die chinesische Industriepolitik kleiden muss.“ Die Regierung hat die Maßnahmen als ihren jüngsten Versuch dargestellt, das zu beseitigen, was sie als chinesische Engpässe in der globalen Lieferkette für Solarmodule und Halbleiter bezeichnet. Die Executive Order folgt auf die Untersuchung des Handelsministeriums, die im Juli 2025 begann, und ist Teil eines breiteren Vorstoßes zur Verringerung der Abhängigkeit von chinesischer Fertigung in kritischen Technologiesektoren.


